Bücher · Jugendbücher · Sachbuch

Sonja Eismann: Ene, Mene, Missy!

Originaltitel: Ene, mene, Missy! – Die Superkräfte des Feminismus

Autorin: Sonja Eismann

Verlag: S. Fischer Verlag

Genre: Sachbuch, Jugendbuch

Seitenzahl: 256

Erscheinungsjahr: 2017

ISBN: 978-3-7335-0258-4


Beyoncé tut es.

Lena Dunham tut es.

Miley Cyrus tut es.

Emma Watson tut es.

Charlotte Roche tut es.

Sie bezeichnen sich als Feministinnen.

Denn Feministinnen sind intelligent, stark und sexy, und es gibt auch heute noch 1000 gute Gründe, sich für Gleichberechtigung einzusetzen.

Tu du es auch!

– Klappentext

Vergangenen Sommer haben meine Mitbewohnerin und ich uns gegenseitig ein paar feministische Bücher ausgeliehen. Eines davon war Ene, mene, Missy!, das als lockere Einführung in das Thema daherkommt.

Tatsächlich gibt das Buch einen guten Überblick über die Bandbreite des Feminismus. Von Zahlen und Fakten die zeigen, dass wir auch heute noch ein Stück Weg zur wirklichen Gleichberechtigung vor uns haben, kurzen Beschreibungen verschiedener feministischer Strömungen bis hin zu feministischen Aktivismus wird eine Vielfalt von Themen behandelt. Das allerdings kurz und knackig und mit Tipps, wo man tiefergehende Informationen finden kann, sodass man nach dem Lesen mit einem ganzen Netz feministischer Quellen ausgesattet ist. Leider sind manche Links (wie z.B. Featurette.de) aber schon nicht mehr aktuell.

Dabei ist der Schreibstil locker gehalten. Eismanns Stil gab mir beim Lesen oft das Gefühl, ich hätte eher eine Zeitschrift als ein Sachbuch in der Hand, womit sie gerade bei jüngerer Leserschaft punkten dürfte. Allerdings bringt dieser umgangssprachlich-beeinflusste Stil auch ein paar Schwierigkeiten mit sich.

Zwei Stellen sind mir im Besonderen aufgefallen: Einerseits liest sich der Beginn des Absatzes mit dem Titel „Hassen alle Feministinnen Männer?“ (S. 69) eher wie ein pubertär-bedingter Emotionsausbruch – zumindest konnte ich nicht anders, als ihn mit der besserwisserischen Stimme meines 13-Jährigen Ichs zu lesen.

Andererseits gab es da diesen einen Satz:


Besonders fette Frauen werden diskriminiert […].

S. 86

Autsch. Es mag Bestrebungen geben, das Wort „fett“ positiv zu besetzen, aber da es hier einfach ohne weitere Anmerkungen dazu verwendet wird, schwingt da sofort die negative Body-Shaming-Konnotation mit. Und das hätte besser formuliert werden können.

Zumal gerade bei der Vorstellung verschiedener „Feminismen“ zu manchen Richtungen Distanzierungen vorgenommen werden, das Buch also eine subjektive Färbung trägt. Gerade deshalb sollte man doch bei derartigen Formulierungen besonders aufpassen!

Apropos Formulierungen: Eins meiner persönlichen Highlights waren die Ausführungen gendergerchter Sprache. Hier werden einige Varianten, die verwendet werden können, vorgestellt. Besonders praktisch, wenn man auf der Suche nach einer Möglichkeit ist, die man selbst nutzen möchte. Ich persönlich bin nämlich kein großer Fan von „Wort und Wortinnen“. Außerdem bin ich gespannt, was sich langfristig bei uns im deutschen Sprachraum durchsetzen wird – eine Entwicklung, auf die ich ja vielleicht eines Tages als alte Frau zurückblicken kann.

Außerdem mochte ich die Sammlung feministischer Zitate, gerade weil mir bereits bekannte Namen wie Laurie Penny darin auftauchen.

Fazit

Ene, Mene, Missy! ist durch eine Vielfalt an Themen und weiterführenden Tipps ein guter Einstieg in den Feminismus. Die lockere Sprache macht das Lesen zwar angenehmer, ist allerdings auch nicht ganz unproblematisch. Daher vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Gezeichnet Seitenfetzer

Zweite Meinung gewünscht? Dann schaut bei Crow and Kraken vorbei!

Advertisements

Kommentieren (Achtung: Bei der Nutzung der Kommentar-Funktion werden neben den von dir eingetragenen Daten auch deine IP-Adresse an Wordpress und Akismet weitergegeben. Bitte kommentiere nur, wenn du damit einverstanden bist.)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.