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(Gem)einsam Lesen – 10 Tipps wie deine Lesenacht (k)ein Erfolg wird

Moinsen!

Ich mag sie. Lesenächte, -wochenenden, Readathons – insbesondere, weil ich so gerne die Readathon-Vlogs von Litte Book Owl schaue. Und aus dem Grund, habe ich mich im Zuge des SeiSuBSo auch an mein erstes Lesewochenende getraut – auch wenn mir das im Nachhinein schon etwas peinlich ist. Ehrlich gesagt hatte ich es mir ein bisschen belebter vorgestellt bzw. hätte es fast schon komplett abgesagt, wenn Mia es nicht über den House of Animanga Twitteraccount verbreitet hätte.

Deswegen habe ich mir im Nachgang noch einige Gedanken gemacht, wie man eine Lesenacht oder ein Lesewochenende am besten organisiert. Dabei bin ich auf die folgenden Tipps gekommen:

1. Hab frei und sei gelangweilt!

Ihr kennt das: Man hat Lust auf ein Lesewochenende, damit man die freie Zeit auch wirklich mit Lesen und nicht mit Netflixen oder gedankenlos ins Leere Starren verbringt und irgendwie findet einfach nichts statt. Zumindest nicht in eurem Wirkungskreis der Bloggosphäre. Warum also nicht einfach selbst was starten? Die Anderen freuen sich bestimmt drüber – auch wenn sie jetzt schon auf Twitter darüber klagen, dass sie morgen Frühschicht haben.

2. Lege einen Termin fest!

Und zwar wann es dir am besten passt. Schließlich hast du gerade Zeit zum Lesen und überhaupt ist ein Dienstagabend irgendwann im September der perfekte Termin für eine Lesenacht. Der Mangel an anderen Lesenächten zu dem Zeitpunkt wird bestimmt nicht daran liegen, dass der Großteil der Buchblogger doch keine prüfungs- und hausarbeitsfreien Studenten in den Semesterferien sind. Es wäre also pure Zeitverschwendung, im Vorfeld eine Umfrage zu machen, wann potenzielle Teilnehmer Zeit hätten.

3. Kündige die Lesenacht an – nur nicht zu laut!

Ist schließlich eine Lesenacht und keine Hausparty. Deswegen empfiehlt es sich, ein paar Stunden vor der Lesenacht einen zweizeiligen Blogpost zu schreiben. Logo, das andere in ihre Teilnahme-Posts einbinden können? Social Media Werbung? Brauchst du alles nicht. Deine treuen Leser, die mehrmals täglich deinen Blog checken, werden sich auch so in den Kommentaren unter deinem Post austauschen.

4. Sei spontan!

Wie gesagt, es reicht absolut, wenn du kurz vorher festlegst, dass heute die größte Lesenacht des Jahres starten soll. Generell empfiehlt es sich, deine Lesenächte bloß nicht mit einer bestimmten Regelmäßigkeit zu veranstalten. Sonst könnten sich deine Leser ja darauf einstellen und sich den Abend freihalten.

5. Sei unbekannt!

Hilfreich ist es auch, wenn dein Blog noch neu ist und du dir deine eigene Community aufbauen möchtest. Insbesondere, wenn du auf allen Kanälen zusammengenommen keine 10 Follower hast, werden dir bei der Lesenacht wildfremde Menschen die virtuellen Türen einrennen und deinem Blog langfristig treu bleiben.

6. Schaffe keine Vorgaben!

Wer will schon alle paar Stunden das Buch weglegen und eine Frage dazu beantworten? Oder schlimmer noch: die Antworten der Anderen lesen und sich mit ihnen darüber austauschen?

7. Wenn schon Motto, dann auch eindeutig!

Falls du aber unbedingt ein Motto für deine Lesenacht festlegen möchtest, stell sicher, dass es nicht zu offen formuliert ist. Schließlich weiß das wilde Buchbloggerlein sonst doch gar nicht, welches der 2.000 Bücher vom SuB heute Abend gelesen werden möchte. Du veranstaltest die Lesenacht ja nur für solche Menschen – wer einen kleineren SuB hat (und nicht mindestens die Hälfte dieses vierstelligen Bücherstapels auf jeder Reise im Handgepäck griffbereit) hat, wird langfristig sowieso nicht in der Bloggosphäre bleiben und ist die Mühe nicht wert.

Und mal ehrlich – wer hat nicht auf die Lesenacht zum Motto „Blau-Pinke Bücher mit Katzen, Pelikanen und Feuerlöschern auf dem Cover“ gewartet?

8. Schaffe keine Anreize!

Nach so einer Lesenacht oder Lesewochenende hat doch sowieso niemand Lust, sich einen Überblick über die gelesenen Seiten zu verschaffen. Verzichte also auf sämtliche Statistik-Nachfragen und lass deine Teilnehmer auch keine Bücherwurmpunkte, Lose für Gewinnspiele oder auch nur Twitter-Mentions gewinnen. Wer von sich aus keine Motivation mitbringt, hat bei deiner Lesenacht nichts verloren.

9. Lies!

Und zwar durchgängig. Kündige deine Lesenacht an, setze 18 Uhr als Startpunkt, stell dir einen Wecker und zieh pünktlich den Router raus, damit du ohne Ablenkung liest. Schließlich weißt du ja, wieviele Leute gerade ebenfalls ein Buch in der Hand halten und nur darum geht es. Wenn dir morgen immer noch langweilig ist, kannst du ja mal nachgucken, was die anderen während der Lesenacht für Updates geschrieben haben. Ist aber eh nicht so wichtig, schließlich hast du den Abend lesend verbracht und das war ja das Ziel.

10. Lies nicht!

Du hast alle Tipps befolgt, es haben sich ganze zwei Leute halbwegs an deiner Lesenacht interessiert gezeigt und deine Mitbewohnerin möchte gerne noch spontan mit dir was unternehmen? Dann nichts wie los! Deine Langeweile, wegen der du den ganzen Trara veranstaltet hast, ist damit auch bekämpft. Und irgendwo da draußen liest vielleicht heute Abend wegen dir sogar jemand, statt zu netflixen. Bei so einer guten Tat darf man sich das mal gönnen.

 

Spaß beiseite

Diese nicht ganz ernstzunehmenden Tipps beziehen sich nicht auf eine konkrete Leseveranstaltung. Stattdessen habe ich darin verpackt (und offensichtlicherweise oftmals ins Gegenteil verkehrt), was ich aus meinem Dunstkreis in Sachen Lesenächte und Co. so kenne. Neben einzelnen Lesenächten von Bloggern, die ein schwammiges Gesamtbild in meiner Erinnerung ergeben, sind mir dabei ein paar einzelne größere Veranstaltungen exemplarisch in den Sinn gekommen, die teilweise sogar zeigen, dass nicht jeder Tipp eine Lesenacht gleich zum Scheitern verurteilt.

Allbekannt dürfte Awkward Dangos Mangalesenacht sein, die zeigt, dass gerade regelmäßig stattfindende Lesenächte besonders erfolgreich werden können, während das House of Animanga Lesewochenende mich daran denken ließ, dass einige Veranstaltungstermine durch Umfragen ermittelt werden.

Möglicherweise ein Paradebeispiel dafür, dass auch spontane Readathons funktionieren können, könnte der noch junge DEARathon werden. Genauere Informationen zu diesem englischsprachigen Lesemarathon findet ihr auf dem Twitterprofil.

Der Erfolg einer Leseveranstaltung hängt gewiss von einigen Faktoren und auch dem Zufall ab. Trotzdem wage ich es einfach mal, eine Formel aufzustellen:

Große Reichweite der Person(en) hinter dem Blog x (Regelmäßigkeit + Timing) = eine erfolgreiche Lesenacht

Gerade an der Reichweite hapert es (erst recht nach dem Twitter-Zwischenfall) bei mir eben. Aber auch eine zuverlässige Regelmäßigkeit, wie Lena von Awkward Dangos sie einhält, könnte ich vermutlich nicht gewährleisten. Daher werde ich das Thema künftig wohl erst mal wieder aus der Teilnehmerperspektive betrachten.

Zum Schluss habe ich auch noch ein paar Fragen an euch:

Wie werdet ihr auf Lesenächte und Co. aufmerksam? Kennt ihr eine Stelle, die derartige Veranstaltungen (im deutschsprachigen Raum) sammelt?

Oder kennt ihr einen Lesemarathon aus der Buchblog-Szene, der von der Länge und Gestaltung her Booktube Readathons wie dem Booktube-A-Thon ähnelt?

Auf so etwas hätte ich nämlich wirklich Lust, wüsste aber nicht, wo ich da am besten die Augen offen halten sollte. Vielen Dank also schonmal!

Gezeichnet Seitenfetzer

 

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Ein Kommentar zu „(Gem)einsam Lesen – 10 Tipps wie deine Lesenacht (k)ein Erfolg wird

  1. Amüsanter Beitrag! 🙂

    Früher habe ich ja häufig bei Readathons u.ä. mitgemacht, mittlerweile seltener. Zum einen bekomme ich es häufig nicht oder zu spät mit, zum anderen habe ich für mich die Erfahrung gemacht, dass mir solche Events lesetechnisch wenig bringen: Man scrollt ständig durch die Social Media-Kanäle statt zu lesen, ich fange Bücher extra für das Event an und beende sie hinterher ewig nicht und ich lese nicht mehr oder intensiver als an einem üblichen Tag/ Wochenende. Abgesehen davon hab ich momentan auch immer zu viel um die Ohren und bin generell in den Social Media nicht so aktiv, sodass ich einfach keine große Lust mehr auf solche Events habe. Aber das ändert sich irgendwann bestimmt wieder. 🙂

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