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Christian Handel: Die Hexenwald-Chroniken – Rosen & Knochen

Originaltitel: Die Hexenwald-Chroniken – Rosen & Knochen

Autor: Christian Handel:

Verlag: Drachenmond

Genre: Fantasy, Mystery, Märchen

Seitenzahl: 200

Erscheinungsjahr: 2017

ISBN: 978-3-95991-512-0

Klappentext:

Fürchtest du dich, bei Mondschein das Grab einer Hexe zu betreten?

Unter den Decknamen Scheeweißchen und Rosenrot ziehen die Dämonenjägerinnen Muireann und Rose durch die Lande. Sie bekämpfen Trolle, retten Jungfrauen vor Wassermännern und vertreiben Kobolde aus Mühlen und Bauernhäusern.

Als sie von den Bewohnern eines kleinen Dorfs angeheuert werden, den spukenden Geist einer Hexe unschädlich zu machen, geraten sie allerdings in ein albtraumhaftes Abenteuer, das sie an ihre Grenzen führt. Und das ein gut gehütetes Geheimnis ans Licht bringt, das eine von ihnen vor der anderen gern für immer verborgen hätte …

Ein dunkles Märchen

Liebes Rosen & Knochen,

ich hatte ein wenig Bedenken, dass ich mich nicht gut genug mit Märchen auskennen würde. Schließlich wurde bei mir am Kinderbett eher Felix, der Kuschelhase gelesen, während ich einen Großteil der Märchen-Verfilmungen irgendwie doof fand. Gerade Schneeweißchen und Rosenrot kenne ich überhaupt nicht.

Zum Glück war das gar kein Problem bei dir. Obwohl Märchen deine Grundlage sind, sind sie nämlich nicht Voraussetzung für uns Leser. Außerdem bist du zum Glück auch keine simple Nacherzählung eines Märchens, obwohl dein Setting dem der Märchen entspricht, statt sie in eine völlig neue Situation zu interpretieren wie es bei den Luna-Chroniken der Fall ist.

Trotzdem ist deine Interpretation von Hänsel und Gretel, auf dem der Fokus deiner Geschichte liegt, weit von der kindgerechten Geschichte entfernt. Mit vielen zusätzlichen Details ausgestattet, entfalten sich die Taten der Hexe eher wie ein Kriminalfall, der quasi in Buzzfeed Unsolved Supernatural Manier von den beiden „Ermittlerinnen“ aufgedeckt wird.

Dafür hatte ich allerdings ein anderes Problem mit dir. Du fühlst dich einfach nicht wie der erste Band einer Reihe an. Zunächst einmal ist dein Einstieg sehr in medias res ist und mir sind beim Lesen mehrere Fragezeichnen aufgeploppt. Was bei folgendem ersten Satz nicht verwunderlich ist:

Geisterkinder führten uns zum Haus der Hexe.

Zwar fällt der Name Rose kurz darauf, aber wer die Ich-Erzählerin ist, das verrätst du uns erst im zweiten Kapitel. Das würde ich ja noch durchgehen lassen, wenn da nicht die Art und Weise wäre, wie du uns die Ich-Erzählerin vorstellst. Das liest sich nämlich wie die Zusammenfassung eines oder mehrerer vorausgehender Bände – ein Problem, dass sich auch weiterhin durch die Geschichte zieht.

Vermutlich hattest du damit die Absicht, auch ein paar Einstreuungen zu anderen Märchen als Hänsel und Gretel zu machen. Aber durch diese Anspielungen auf frühere Fälle bekommen wir Leser zwangsläufig den Drang, dich beiseite zu legen, um vorher den ersten Band zu lesen, um auch ja nichts zu verpassen und jede Anspielung zu verstehen.  Blöd nur, dass du eben der erste Band bist.

Aus dem Grund habe ich erst auch gar nicht mitbekommen, dass deine beiden Protagonistinnen auch ein Liebespaar sind. Einerseits finde ich das schön, dass du keinen großen Hehl darum machst und eben nicht die ganze Geschichte darum kreisen lässt. Andererseits hätte so ein Detail in dem „Was bisher geschah“-Rückblick im zweiten Kapitel wirklich nicht wehgetan. So habe ich eine ganze Weile gebraucht um mitzubekommen, was für eine zwischenmenschliche Beziehung die beiden eigentlich haben.

Generell wäre „etwas mehr“ nicht verkehrt gewesen. Du bist ja schon ziemlich schlank, und dann enthälst du auch noch einige Seiten an Nachwort und sogar einer völlig unabhängigen Kurzgeschichte. Da hättest du es wirklich vertragen, wenn du hier und da noch etwas ausführlicher geworden wärst. Aber vielleicht schafft dein Nachfolgeband es ja, diese Kinderkrankheit des „zu wenig“ zu überwinden.

Fazit

Du, liebes Rosen & Knochen, bist der Auftakt einer Reihe, der sich eher wie ein Folgeband anfühlt. Nichtsdestotrotz sollte man Die Hexenwald-Chroniken als eine düstere Märchenadaption in einem übernatürlichen Krimi-Stil im Auge behalten. Daher vergebe ich 3 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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