Bücher · Historisch · Jugendbücher

Petra Renée Meineke: Loa – Die weiße Mambo

Originaltitel: Loa – Die weiße Mambo

Autor: Petra Renée Meineke

Verlag: SadWolf

Genre: Jugendbuch, Historisch

Seitenzahl: 408

Erscheinungsjahr: 2018

ISBN: 978-3-946446-72-9

Klappentext:

Zwei Menschen, zwei Geschichten. Durch Jahrhunderte und Kontinente Getrennt, doch auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden …

Düstere TRäume und ihre vergessene Kindheit bestimmen das Leben der 16-jährigen Zoé. Die nebelhafte Prophezeihung einer Wahrsagerin führt sie nachHaiti, wo sie geboren wurde. Ein seltsames Land, in dem MAgie, Geister und Dämonen zum Alltag gehören. Doch je tiefer Zoé nach ihren Wurzeln gräbt, um Antworten zu finden, desto rätselhafter werden die Hinweise. Gibt es ein Geheimnis um ihre Geburt? Und wer sind die unheimlichen Männer, die sie verfolgen? Zoé ahnt nicht, wie eng ihr Schicksal mit Ereignissen aus längst vergangenen Zeiten verwoben ist – und mit den Menschen, die anno 1791 die Haitianische Revolution auslösten: dem charismatischen Sklavenführer Boukman, dem jungen Mokabi, der als Sklave aus seiner afrikanischen Heimat in die neue Welt verschleppt wurde, und Cécile Fatiman – der legendären Voodoopriesterin, die man einst >>Die weiße Mambo<< nannte.

Ohne die diesjährige Leipziger Buchmesse wäre ich wohl nicht so schnell auf den SadWolf Verlag aufmerksam geworden. Doch so wurde meine Neugier auf Loa – Die weiße Mambo geweckt, zumal ich im letzten Semester fast eine Übung zu Synkretismus (also auch Voodoo) belegt hätte.

Leider ist diese Übung ins Wasser gefallen, weswegen ich die Recherche-Arbeit Meinekes nicht beurteilen kann. Denn in beiden Handlungssträngen, die die Geschichte verfolgt, spielt Voodoo eine ausschlaggebende Rolle.

Einerseits begleiten wir Zoé bei ihrer Reise nach Haiti, wo sie neben der Spurensuche nach ihrer Vergangenheit in etliche Situationen hineingerät, mit denen mein 16-jähriges Ich garantiert nicht klargekommen wäre. Zu Beginn dieses Handlungsstrangs war ich fast schon versucht, das Buch wieder wegzulegen, denn das „normale Teenagerleben“ darzustellen, ist hier nicht zu gut gelungen. Zoés beste Freundin Jenny und ihr Freund waren mir zu oberflächlich und haben mich stark an meine „Freche Mädchen, freche Bücher“-Phase erinnert.

Zum Glück bewegt sich dieser Handlungsstrang zügig aus England heraus, denn mit Haiti als Schauplatz sind die auftretenden Charaktere schon deutlich überzeugender. Gerade hier wird deutlich, dass Loa – Die weiße Mambo kein typisches Jugendbuch ist, denn obwohl sich zwei potenzielle Liebesgeschichten abzeichnen, wirken sie bislang nicht erzwungen und passend. Daher bin ich gespannt, was sich da noch entwickelt.

Dennoch war es nicht dieser Handlungsstrang, der mich zum Weiterlesen motiviert hat. Zwar gibt es einige Verfolgungsjagden und spannende Szenen, aber gerade weil schon sehr früh sehr extreme Ereignisse geschildert werden, konnte kein so fesselnder Effekt erzielt werden, als wenn sich die Bedrohung langsam aufgebaut hätte. Tatsächlich waren für mich die Dinge, die Zoé über Voodoo und die Haitianische Kultur lernt, weitaus spannender.

Daher gibt es andererseits auch noch den Handlungsstrang rund um Mokabi. Dieser spielt im späten 18 Jhd. und ermöglich noch einen völlig anderen Blickwinkel als den Zoés, der eher auf die Entwicklung des Voodoo zum heutigen Zustand abzielt. So erleben wir mit Mokabi hautnah den Zustand, aus dem sich die Sklaven unter Führung des historisch nachgewiesenen Dutty Boukman befreit haben. Doch neben der Revolution spielt Voodoo wieder eine große Rolle, wobei diesmal Rituale und die Abwandlung anderer Götter thematisiert werden.

Gerade weil sich dieser Teil mit einem mir so fremden Kapitel der Menschheitsgeschichte beschäftigt, fand ich ihn unglaublich interessant und konnte gar nicht genug von Mokabis Erzählung bekommen.

Daher habe ich für die Reihe jedoch eine große Sorge: Dass die Geschichte eher für einen Einzelband reicht. Während des Lesens habe ich immer wieder vergessen, dass es sich lediglich um den Auftakt einer Reihe handelt, weil sich die Handlung nicht ausbreitend genug angefühlt hat. Darüber hinaus wirkt eben der Mokabi-Strang weitestgehend abgeschlossen. Und da die Geschichte von diesen zwei sehr unterschiedlichen Erzählungen lebt, sehe ich dort ein mögliches Problem für die Fortsetzung. Zwar kann ich mir vorstellen, dass – und auch was – als zusätzlicher Handlungsstrang eingeführt wird, völlig überzeugt bin ich allerdings noch nicht.

Fazit

Nach ein paar Startschwierigkeiten ist Loa – Die weiße Mambo eine unterhaltsame Möglichkeit, einiges über Voodoo, die Haitianische Revolution und Kultur zu lernen. Die Spannung in Zoés Handlungsstrang konnte mich zwar nicht immer erreichen, dafür gefiel mir die Erzählung aus dem 18. Jhd. umso besser. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die Geschichte wirklich für eine Reihe taugt. Daher vergebe ich 3 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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