Tetsuya Tsutsui: Prophecy Band 1

Originaltitel: Prophecy

Mangaka: Tetsuya Tsutsui

Verlag: Carlsen Manga

Genre: Action, Krimi, Thriller

Seitenzahl: 219

Anzahl Bände: 3

Erscheinungsjahr (DE): 2014

ISBN: 978-3-551-79801-5

Klappentext:

Die Soko >>Cybercrime<< des Tokyo Police Departments steht unter Druck: Ein Mann – getarnt mit einer Zeitungsmaske – stellt Videos online, in denen er Rache für nicht ausreichend gesühnte Verbrechen ankündigt. Wer ist der Unbekannte? Wie geht er vor? Was ist sein Motiv? Für die Ermittler beginnt ein Wett-lauf gegen die Zeit. Während die Lösung des Falls nur schleppend vorangeht, wächst das Interesse der Onlie-Gemeinde an dem mysteriösen Web-Robin-Hood; bis die User selbst zunehmend in die Geschehnisse verwickelt werden.

Nachdem mir Poison City so gut gefallen hatte, musste ich mir unbedingt mehr von Tetsuya Tsutsui ansehen. Und dabei fiel meine Wahl auf Prophecy, womit ich schon zur Zeit der Veröffentlichung geliebäugelt hatte.

Und ich wurde nicht enttäuscht. Allein schon der Zeichenstil war wieder absolut nach meinem Geschmack: Detailliert genug, um die Charaktere deutlich differenzieren zu können, aber trotzdem keine zu überladenen Panels. Dabei wird gerade zu Beginn der Geschichte durch häufige Szenenwechsel Tempo aufgebaut, was der Spannung zwar guttut, zunächst aber doch gewöhnungsbedürftig ist.

Allerdings liegt die wahre Stärke der Geschichten an den Perspektiven: Zunächst begleiten wir das Ermittler-Team, dass gegen die Selbstjustiz vorgehen will und gleichzeitig den Druck der Öffentlichkeit zu spüren kriegt. Dann jedoch wendet sich die Geschichte der Täter-Perspektive zu. Und dabei schafft es Tsutsui, die Motivationen beider Seiten gleichermaßen nachvollziehbar zu machen – und das obwohl beide Seiten zu unnötig gewalttätigen Mitteln greifen.

Diesmal scheint Tsutsui – zumindest bisher – noch keine eindeutige Position beziehen zu wollen, weswegen ich umso gespannter bin, welche Botschaft und Auflösung der Situation er schließlich liefern wird.

Neben diesen beiden gegnerischen Parteien spielt jedoch auch die große – theoretisch unbeteiligte – Masse der Internetnutzer eine große Rolle. Diese unterstützt und kritisiert beide Seiten gleichermaßen, wobei sich im Verlauf der Geschichte gewisse Tendenzen abzeichnen.

Allerdings scheint Tsutsui durch stetige Einarbeitung von Tweets, Kommentaren und Co. ein pessimistisches Bild des Internets als Raum der Agressionen zeichnen zu wollen. Natürlich kommt es darauf an, wo man hinschaut, allerdings ist die Darstellung des Internets – gerade im Vergleich zur ausgeglichenen Illustration der beiden Konfliktparteien – doch sehr einseitig.

Fazit

Insgesamt legt Tetsuya Tsutsui mit dem ersten Band von Prophecy wieder einen vielversprechenden Reihenauftakt vor, der mit einem ausgewogenen Zeichenstil und häufigen Szenenwechseln daherkommt und in dem keine der beiden gegnerischen Seiten als „gut“ oder „böse“ dargestellt wird. Einzig das Internet selbst wird negativ überspitzt dargestellt. Daher vergebe ich 4 von 5 Kreuzen.

† † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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Ein Kommentar zu “Tetsuya Tsutsui: Prophecy Band 1

  1. Hab Band 1+3 ja hier liegen, wollt noch Bd.2 holen und dann alles in einem Rutsch lesen und nach deiner Rückmeldung hier, sollte ich das im September mal dringend machen 😀

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