Abeno & Okuse: Draw Band 4

Originaltitel: Draw Majyo no Nemuru Umi de

eichner: Chaco Abeno

Autor: Saki Okuse

Verlag: Egmont Manga

Genre: Horror, Mystery

Seitenzahl: 199

Anzahl Bände: 4

Erscheinungsjahr (DE): 2017

ISBN: 978-3-7704-9230-5

Klappentext:

„DRAW – I fell in love with two witches“ gezeichnet von Chaco Abeno (Bibliotheca Mystica/Chrome Breaker)

… dies ist der abschluss der modernen und düsteren Hexen-Story …

Es kommt zu einem gnadenlosen Kampf zwischen den beiden Hexen. Kai ist beiden zugeneigt, aber auch er muss sich am Ende für eine Seite entscheiden!

Leider konnte mich dieser Abschlussband so gar nicht überzeugen, denn es gab einige wirklich störende Punkte.

Gleich zu Beginn bekommen wir das von Draw mittlerweile schon gewohnte Paket an Fan-Service und nackter. An und für sich ist das ja auch in Ordnung, selbst wenn es wie hier meist nichts zur Handlung beiträgt. Wem’s gefällt, der wird in diesem Band definitiv wieder seine Freude daran haben. Allerdings gibt es da auch Grenzen. Und Panty Shots von kindlichen Charakteren müssen nun wirklich nicht sein.

Wie gesagt spielt der Fan-Service für den Großteil der Handlung eigentlich keine Rolle – jedoch gibt es diesmal tatsächlich eine Szene, die man fast schon als handlungsrelevant bezeichnen könnte, indem sie Kais Situation verdeutlicht. Denn er steht nach wie vor zwischen den beiden Hexen. Allerdings verstehe ich immer noch nicht genau warum.

Draw trägt den Untertitel „I fell in love with two witches“, allerdings frage ich mich, was das für eine Definition von Liebe oder Verliebtheit ist, denn die Handlung liefert uns keine überzeugenden Anzeichen. Gerade der Umstand, dass Kai sich nicht gegen die eindeutig Böse entscheiden kann, ist für mich nicht nachvollziehbar. Da kann man noch so tolle Flashbacks einbauen, wenn sie keinen guten Grund liefern, kann ich es nicht verstehen.

„Draw – I’m somehow attracted to and torn between two ‚witches‘ “ wäre ein weitaus passenderer Titel. Aber vielleicht habe ich auch einfach eine zu strenge Definition von Liebe und ein komisches Verständnis von zwischenmenschlichen Beziehungen.

Doch kommen wir zu meinem eigentlichen Problem des Bandes: die Auflösung. Was kann einen Abschlussband noch schlechter machen als schwache Auflösungen?

Eine gute Auflösung zeichnet sich doch dadurch aus, dass wir Leser retrospektiv denken: „Ah, an den und den Stellen hätte ich das kommen sehen können!“ Leider habe ich die ersten beiden Bände gerade verliehen und kann das ein oder andere total fremd wirkende Detail nicht nachprüfen. Aber auch abgesehen von diesen Details wollte sich dieses Gefühl partout nicht einstellen.

Ich will nicht sagen, dass die Geschichte zu tiefgründig ist, denn mir persönlich sind Hintergründe wichtiger als Kampfszenen, aber sie ist es plötzlich geworden. Denn kurz vor Ende werden uns plötzlich so viele Informationen preisgegeben, dass ich mich frage, warum das erst so spät und geballt kommen muss. So wird z.B. der Begriff „Razer“ für bestimmte Personen in einer Erklärung eingeführt – und dann nie wieder benutzt. Jetzt hätte man sich das auch sparen können.

Diese Informationsbatzen ohne prägnante Hinweise im Vorfeld lassen den Eindruck entstehen, dass die Geschichte erst begonnen, und danach über das wie und warum sowie den Ausgang nachgedacht wurde. Dabei ist dann allerdings keine kurze Lösung entstanden, sondern eine dermaßen komplexe Hintergrundgeschichte, dass sie plötzlich neue Beteiligte benötigt und deswegen so gar nicht zur oberflächlicheren Metzelei der anderen Bände passen will.

Und so stellt sich beim letzten Band von Draw ein seltenes Phänomen ein: Statt meines üblichen Lieblingsteils eines Mangas sind mir diesmal die Kampfszenen als bester Teil in Erinnerung geblieben. Denn diese sind trotz mehrer Schauplätze gut nachvollziehbar und wirken durchdachter als die Hintergründe.

Und selbst das Ende wurde unnötig kompliziert gemacht. Eigentlich findet die Geschichte trotz aller „Achja, das ist übrigens so, weil…“-Momente ein Ende, das mich zufrieden gestellt hätte. Es besaß eine gewisse Endgültigkeit und hätte zur Stimmung der Geschichte gepasst. Und dann wurde es durch einen überflüssigen Plot-Twist zunichte gemacht und durch einen Cliffhanger ersetzt.

Abgesehen davon, dass man in das endgültige Ende eine religiöse Botschaft hineininterpretieren könnte, entsteht so wieder der Eindruck, dass irgendwelche spontanen Einfälle einfach zum Schluss rangeklatscht wurden. Fällt ja bestimmt nicht auf.

Fazit

Abgesehen davon, dass mir das Ende der Geschichte fast gefallen hätte, konnte ich persönlich dem letzten Band nicht allzu viel abgewinnen. Wer Fan-Service und Action mag, der wird diesen Band wohl auch mögen können. Allerdings werde ich das Gefühl nicht los, dass sich über den Ausgang der Geschichte und die Ursache des Konflikts viel zu spät Gedanken gemacht wurde, sodass die unnötig komplizierte Auflösung kaum Überzeugungskraft besitzt. Dafür vergebe ich 1 1/2 von 5 Kreuzen.

† † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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