Die Edda – Die germanischen Göttersagen

Originaltitel: Die Edda – Die germanischen Göttersagen

Herausgeber: Walter Hansen

Verlag: Regionalia Verlag

Genre: Anthologie, Märchen und Sagen

Seitenzahl: 158

Erscheinungsjahr: 2016

ISBN: 978-3-939722-82-3

Klappentext:

Auf den Spuren unserer Ahnen

Die Texte der Edda sind die Vorlage fast aller überlieferten germanischen Göttersagen. Ohne die Schriften der Prosa- und Lieder-Edda, deren Göttersagen sich in diesem Band veröffent-licht finden, wüssten wir nahezu nichts über die Götterwelt der Germanen, über Odin und Thor, Loki und den von ihm ermordeten Sonnengott Baldur, über Frenrirwolf und Midgard-schlange. Wir wüssten nichts über die Götterburg Asgard oder das düstere Totenreich der Hel, nichts von Abenteuern und Kämpfen zwischen Asen und Riesen, nichts von Ragnarök, der Götterdämmerung.

Die hier veröffentlichten Texte stützen sich auf die Original-texte der Simrockschen Übersetzung. Die besondere Stärke dieser Ausgabe: Vielerorts werden vom Herausgeber dem Leser in Marginalspalten Begriffe direkt erklärt und Handlungen verständlich gemacht.

Zunächst einmal möchte ich die Aufmachung des Buches loben:

Neben den Anmerkungen befinden sich am Rand nämlich auch oftmals Abbildungen von germanischen Ornamenten. Außerdem gibt es zwei Abschnitte, in denen auf mehreren Seiten verschiedene Illustrationen zur Edda abgebildet sind. So entstehen nicht nur im Kopf des Lesers Bilder.

Diese Bilder waren auch durchaus nötig, denn die Edda an sich ist zum Teil doch recht sperrig. Zwar wurde versucht, die Texte nach Schwierigkeitsgrad zu ordnen und die Randbemerkungen und Einführungsabsätze helfen manchmal weiter, allerdings musste ich mich dennoch phasenweise echt konzentrieren und leider auch durchquälen. Deswegen eignet sich die Edda trotz ihres Anthologie-Charakters keineswegs als Buch für ein paar Minuten zwischendurch.

Zum Teil mag dies wohl auch an der Übersetzung liegen. „Zeitung“ statt „Neuigkeiten“ zu verwenden ist eine Sache, aber die Satzstellung ist teils wirklich alles andere als leserfreundlich. Ich weiß nicht, ob man versucht hat, dem Text einen Rhythmus zu geben oder einfach nur die originale Satzstellung beibehalten wollte. Aber wenn ich eines aus sieben Jahren Latein mitnehme, dann wohl, dass man die Satzstellung nur beibehalten darf, wenn das Ergebnis noch verständlich ist.

Leider sind auch die Randbemerkungen nicht ideal. Es ist zwar gut gelöst, dass sie am Rand stehen und man eben nicht in den Anhang blättern muss, allerdings ist die Auswahl der Erklärungen ungünstig.

Einerseits werden Begriffe, die man schon vorher kennen könnte (wie Fenrir oder Yggdrasil), besonders oft erläutert wurden, musste ich bei anderen Worten auf eine Wiederholung der Definition vergeblich hoffen. Wenn schon vorher von Fenrir die Rede ist, kommt man schon darauf, wer mit „der Wolf“ gemeint ist, gerade bei weniger bekannten Eigennamen wären mehr Wiederholungen oder Stammbäume allerdings praktisch.

Für Tolkien-Fans dürfte sich beim Lesen aber zumindest der ein oder andere altbekannte Name auftauchen – wenn auch nur in unwichtigen Rollen. Dennoch kann man erahnen, dass die nordischen Götter Tolkien durchaus beeinflusst haben. Allerdings kann man sich dazu auch statt der Edda einfachere Zusammenfassungen der nordischen Mythologie zu Gemüte führen.

Fazit

Wer sich für die Edda interessiert, hat in diesem hübschen Band im Grunde alles Nötige vorliegen. Allerdings ist der Text – auch durch die gewählte Übersetzung – doch recht sperrig, weswegen man die Edda nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Weil ich mich an manchen Stellen aber zum Weiterlesen zwingen musste und durch kürzere Zusammenfassungen vermutlich mehr hängen geblieben wäre, gibt es nur 2 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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2 Kommentare zu “Die Edda – Die germanischen Göttersagen

  1. Die Edda kenne ich bislang nur in Auszügen – mit denen kam ich immer gut zurecht. Aber scheinbar gibt es auch weniger zugängliche Texte bzw. solche, die durch die Übersetzung weniger gut lesbar sind. Irgendwann möchte ich auf jeden Fall die vollständige Edda lesen, werde nun nach deinem Beitrag aber erst einmal näher zu Übersetzungen recherchieren müssen bzw. versuchen, einen Einblick in verschiedene Texte zu erhalten.

    Vielen Dank für deine Besprechung – nicht nur, weil sie für mich ein paar gute Hinweise parat hielt, sondern auch einfach dafür, dass du die Edda überhaupt näher auf dem Blog vorstellst – solche alten Erzählungen lassen sich leider zu selten in der Blogosphäre finden.

    • Schön, dass du dir die vollständige Edda auch mal vornehmen möchtest. Ich muss zugeben, dass ich selbst nur Laiin in Sachen nordischer Mythologie bin. Aber da ich davon ausgehe, dass der Großteil meiner Leser das ebenfalls ist, dachte ich, dass eine Rezension aus diesem Blickwinkel dennoch interessant sein kann. Nur leider kann ich eben keine Hinweise zu Alternativen geben.

      Vielen Dank für deinen Kommentar!

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