Ohba & Obata: Platinum End Band 1

Der Erstausgabe liegt eine Autogrammkarte bei.

Originaltitel: Platinum End

Text: Tsugumi Ohba

Zeichnungen: Takeshi Obata

Verlag: Tokyopop

Genre: Mystery, Fantasy

Seitenzahl: 191

Anzahl Bände (DE): bislang 3

Erscheinungsjahr: 2016

ISBN: 978-3-8420-3166-1

Euch kommen die Namen Tsugumi Ohba und Takeshi Obata bekannt vor? Das liegt daran, dass Platinum End das neue Werk der beiden Death Note-Schöpfer ist. Diesmal geht es jedoch nicht um Todesgötter –  sondern um Engel. Genaueres verrät euch der Klappentext:

Auf der Suche nach dem Glück!

Das Leben von Mirai Kakehashi ist der reinste Albtraum. Nach dem Tod seiner Eltern wächst er bei seiner herzlosen Tante und seinem egoistischen Onkel auf, die ihn lediglich als lebenden Abschaum betrachten. Daher beschließt Mirai, Suizid zu begehen und stürzt sich von einem Hochhaus. Doch kurz vor sei-nem Aufprall findet er sich in den Armen eines weiblichen Engels wieder. Diese gibt sich als sein Schutzengel zu erkennen und hat es sich zum Ziel gesetzt, Mirai glücklich zu machen. Dafür verleiht sie ihm besondere Fähigkeiten, doch ganz un-eigennützig sind ihre Absichten nicht …

Na, erinnert euch der Name des Protagonisten an eine andere Reihe? Tatsächlich hat die Handlung von Platinum End entfernt Ähnlichkeit mit Mirai Nikki, denn auch in Platinum End bringen besondere Fähigkeiten ein Überlebensspiel mit sich. Dabei fühlt man sich jedoch auch an Death Note erinnert, denn Mirai hat wie Light in Form von Nasse einen übernatürlichen Begleiter – bzw. Begleiterin – die abgesehen von anderen Menschen mit Engeln nicht gesehen werden kann.

Nachdem die Geschichte direkt mit Mirais Selbstmordversuch einsteigt, lernt er erstmal seine neuen Fähigkeiten kennen. Wie Light wird er an seine Möglichkeiten und die damit verbundenen Regeln herangeführt, bevor sich die ersten Züge des Mirai Nikki ähnelnden Todesspiels abzeichnen. Im Grunde ist es also der zu erwartende Einstiegs-Band, wobei (physische und psychische) Gewalt und Manipulation bereits jetzt ein zentrales Thema sind.

Das heißt aber nicht, dass Platinum End nur ein Gemisch anderer erfolgreicher Reihen ist. Zwar vermag ich nach einem Band noch nicht zu sagen, ob die Geschichte sich in eigene Bahnen entfalten wird, allerdings sehe ich jetzt schon einen deutlichen Unterschied: Mirai ist nicht Light.

Optisch bewegt er sich zumindest auf den schwarz-weiß Abbildungen zwar zwischen Light und L, charakterlich ist er jedoch ein völlig anderer Mensch. Von einem schweren Schicksal heimgesucht sehnt er sich nämlich eigentlich nur nach einem normalen Leben – ohne andere Menschen unnötig behelligen zu wollen.

Er will nicht den Helden spielen, er ist ein Durchschnittstyp und seine Reaktionen auf Nasses mehr als moralisch-fragwürdigen Ideen dürften wohl denen der meisten Menschen entsprechen. Kurzum, er ist wie wir.

Fremder mögen uns westlichen Lesern eher die Gottesvorstellungen in Platinum End vorkommen. So scheinen die Engel bislang alles andere als brav zu sein und „Gott“ ist nur ein zeitlich-begrenzter Posten. Wer damit ein Problem hat, sollte vielleicht besser die Finger von dieser Reihe lassen. Den erprobten Mystery- bzw. Fantasy-Manga-Leser wird das Konzept in Platinum End aber gewiss nicht abschrecken.

Darüber hinaus bieten die Regeln des Spiels und das Verhalten der Engel die ideale Ausgangssituation, um in den Folgebänden die verschiedenen Facetten der Moral und der menschlichen Psyche auszugestalten. Aus diesem Grund – und wegen eines wirklich miesen Cliffhangers – bin ich froh, den zweiten Band schon zur Hand zu haben.

Fazit

Insgesamt weist Platinum End also Merkmale von Death Note und Mirai Nikki auf. Anhand unserers Protagonisten Mirai zeigen Ohba und Obata allerdings, dass sie Death Note nicht neu erzählen, sondern etwas Neues schaffen wollen. Ob ihnen das gelingt – idealerweise mit Psycho-Spielchen – werden die Folgebände zeigen. Daher vergebe ich 3 1/2 von 5 Kreuzen.

† † †

Gezeichnet Seitenfetzer

Zweite Meinung gewünscht? Dann schau bei Onishiro vorbei!

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Ein Kommentar zu “Ohba & Obata: Platinum End Band 1

  1. Mh, mich überzeugt der Auftakt jetzt nach deiner Meinung auch noch nicht wirklich – auch wenn ich die Thematik „Böse Engel“ schon immer mochte. Ich husch ma zur Kritik vom zweiten Band 🙂

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