Jay.: Sherlock 1: Ein Fall von Pink

Originaltitel: Sherlock Volume 1, A Study of Pink

Drehbuch: Steven Moffat & Mark Gatiss

Manga: Jay.

Verlag: Carlsen Manga

Genre: Mystery, Krimi

Seitenzahl: 211

Anzahl Bände (JP): bisher 4

Erscheinungsjahr (DE): 2017

ISBN: 978-3-551-72884-5

Klappentext:

Gerade erst aus dem Krieg in Afghanistan zurückgekehrt, sind Watsons seelische Wunden noch taufrisch. Eines Tages begegnet er einem alten Bekannten aus seiner Schulzeit, der ihn aus heiterem Himmel seinen zukünftigen Mit-bewohner vorstellt. dieser kom-biniert mit nur einem Blick, dass Watson Militärarzt im Nahen Osten war, dass in seiner Familie jemand ein Alkoholproblem hat und dass er momentan in psychologischer Behand-lung ist. Der Name seines Mitbewoh-ners lautet >>Sherlock Holmes<<. Holmes erwacht im modernen London zum Leben! Mit seinem Smartphone und den neusten Methoden der Wis-senschaft geht er auf Verbrecherjagd.

BBCs internationale Hit-Serie >>Sherlock<< nun endlich auch als Comic!

Achtung, der Hype ist da! Zumindest dachte ich das bei der Buchmesse, als der Carlsen Manga Stand bereits am Freitag Nachschubprobleme für den ersten Band der Manga-Adaption der beliebten Serie hatte. Und das, obwohl 12,99€ für einen Manga in Deutschland schon ein stolzer Preis sind, der sich einzig durch das größere Format und mögliche Lizenzkosten rechtfertigt.

Aber ist es das Geld wert? Haben wir hier den Manga, den jeder Sherlock-Fan im Regal stehen haben muss?

Leider nein. Wie der Klappentext bereits erahnen lässt, handelt es sich um eine bloße Nacherzählung der ersten Folge – und bei den Namen der Folgebände erwarte ich auch dort nichts Anderes.

An sich wäre die Nacherzählung statt neuer Handlungsideen ja noch gar nicht mal so schlimm. Klar, neue Fälle für Sherlock wären spannender gewesen, aber zumindest ist dieser Manga nicht grottenschlecht.

Ich habe noch nie etwas von Jay. gehört, aber ich mag den Zeichenstil. Die Figuren sind zwar stark an die Schauspieler der Serie angelehnt, zeigen aber gerade bei den Nebencharakeren auch eigene Ansätze.

Darüber hinaus führen die einzelnen Panels sehr gut durch die Geschichte. Es sind gerade genug Darstellungen, um der Geschichte folgen zu können, aber nicht so viele, als dass uns Lesern langweilig werden würde.

Allerdings sorgt die Handlung selbst eben nicht für genug Spannung. Da ein Großteil der potenziellen Leserschaft bereits mit der Serie vertraut sein dürfte, birgt die Handlung wirklich keinerlei Überraschungen.

Und das liegt nicht daran, dass es eine Adaption der ersten Folge ist, sondern vor allem daran, dass das Medium Manga einfach nicht genutzt wurde. Wenn man schon eine vorhandene Geschichte nacherzählt, dann doch bitte so, dass zumindest irgendein Mehrwert entsteht.

Gerade im Manga hätte Jay. so schön auf Gedanken und Gefühle der Charaktere eingehen können. Allerdings gab es vielleicht vier Gedankengänge, bei denen ich mir nicht ganz sicher bin, ob sie so in der Folge zu finden sind. Und das ist auf über 200 Seiten nicht genug.

Stattdessen gab es eine gehörige Portion Denglisch. Ich führe das mal auf das japanische Original zurück, weswegen den Übersetzer Gandalf Bartholomäus vermutlich keine Schuld trifft. Aber es ist echt irritierend, wenn die SMS mal auf Deutsch und mal auf Englisch geschrieben werden. So finden sich schon bei der Pressekonferenz zu Beginn des Bandes die SMS „Falsch“ und „You know where to find me“ auf einer Doppelseite wieder.

So gesehen ist die Manga-Adaption zu Sherlock zwar kein Griff ins Klo, aber wenn man nicht gerade der „Ich-muss-jeden-Fanartikel-besitzen“-Hardcore-Fan der Serie ist, kann man sich den Manga auch sparen. Denn abgesehen von einem ansehnlichen Zeichenstil wird der Fernsehserie nichts Relevantes hinzugefügt. Dafür vergebe ich 2 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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2 Kommentare zu „Jay.: Sherlock 1: Ein Fall von Pink

  1. Oh, oh, da bin ich ja mal gespannt, wie er mir gefallen wird, denn ich habe ihn jetzt auch bei mir liegen …

    Liebe Grüße
    Ascari

  2. Habe vor kurzem die ersten beiden Comic-Ausgaben zu Rogue One gelesen unf dabei gehts mir ähnlich. Bietet von der Geschichte her keinen Mehrwert, aber ich glaube das ist auch nicht die Absicht.
    Ich sehe die Comics zu Kinofilmen oder Serien eher als „Bilderbuch“, in dem man sich die einzelnen Szenen anschauen kann, ohne die silberne Disc in den Spieler werfen zu müssen.
    Als solches dürfte das ja funktionieren.
    Eine Mischung aus englischer und deutscher Übersetzung ist aber eindeutig ein NoGo. Vielleicht lernt man für folgende Ausgaben daraus.

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