Fetzen #05: Du bist zu jung für das Buch!

Salvete, homines!

In einer kurzen Verschnaufpause vom Lernen bin ich auf Emilys Blog Stopfi’s Bücherwelten über einen Beitrag zum Thema Altersbeschränkungen bei Büchern gestolpert. Und dann habe ich gemerkt, dass ich dazu auch einiges zu sagen hätte.

Vorab noch: Ich will nicht ausschließen, dass ich die Angelegenheit später mit eigenen Kindern auch nochmal ganz anders sehe. Möglicherweise bin ich auch nur eine Teenagerin – zwar nicht mehr von Altersfreigaben beschränkt, aber trotzdem noch Teenager – die sich hier gerade als „besonders cool“ unter Beweis stellen muss, wer weiß?

Aber fangen wir an, bevor das hier in zu langes Gequatsche ausartet. (Als wenn die Anekdoten am Ende den Rahmen nicht schon sprengen würden.)

Was ist los?

Emily hat diesen Tweet  mit der Frage, ob Verlage bei unangefragten Rezensionsexemplaren das Alter der Blogger prüfen zum Ausgangspunkt für eine allgemeine Diskussion über Altersbeschränkungen auf Bücher genommen. Dabei hält Emily fest, dass Bücher vom deutschen Jugendschutzgesetz nicht betroffen seien. Ihre persönliche Meinung ist dabei, dass es Altersempfehlungen auf (Jugend-)Büchern geben solle. In den Kommentaren gab es einen ähnlichen O-Ton, wobei sich natürlich verschiedene Abstufungen von „Jugendliche sollten Shades of Grey lieber nicht lesen“ bis „Bücherkauf mit Personalausweis wäre merkwürdig“ finden lassen.

Alternative zu Altersempfehlungen: Inhaltsüberblicke wie Hot Key Books sie auf „Love Letters to the Dead“ gedruckt hat

Lassen wir Jungblogger Erotik lesen!

Bei der Ausgangssituation kann ich mich der Allgemeinheit nur anschließen: Wenn Verlage sich schon die Mühe machen, die Kontaktdaten eines Bloggers ausfindig zu machen und ihm oder ihr ein Rezensionsexemplar zukommen zu lassen, kann man schon erwarten, dass sie sich a) den Blog und b) die Persönlichkeit dahinter kurz angeschaut haben. Allerdings sind in dem Punkt auch schon die Erziehungsberechtigten in der Verantwortung.

Denn auch wenn ein Blog sich ausschließlich mit Kinder- und harmloseren Jugendbüchern beschäftigt, kann es sich – theoretisch – ja auch um Eltern/Pädagogen/sonstige Interessierte handeln, die sich eben viel mit Büchern aus dem Bereich beschäftigen. Eine schwache, aber mögliche Ausrede für den Verlag. Abgesehen davon kennen viele von uns Buchbloggern doch Anfragen für Bücher, die so gar nicht unserem Beuteschema entsprechen. (Oder in meinem Fall: Anfragen, obwohl ich eigentlich deutlich mache, dass ich momentan keine Rezensionsexemplare möchte.)

Sind Bücher und Mangas Medien?

Ja und Nein. Wie Emily richtig dargestellt hat, gibt es aktuell keine Gesetze, die Bücher irgendeiner Altersbeschränkung unterwerfen. Gleiches gilt übrigens, sofern ich richtig informiert bin, auch für (physische) Mangas. Bei der rechtlichen Auslegung von E-Mangas bin ich mir nicht ganz sicher. Einzige mir bekannte Einschränkung im Manga-Bereich: indizierte Bände, wie beispielsweise ein paar der Hellsing-Bände, die nur von Volljährigen gekauft und nicht offen im Laden stehen dürfen.

Unauffällige Altersempfehlungen? Egmont Manga machen es bei Ajin vor

Und auch wenn viele Mangas in Deutschland Altersempfehlungen aufgedruckt haben, sind diese eben keine gesetzlichen Verpflichtungen (was bei einer späteren Anekdote noch von Bedeutung sein wird).

Das mag unserem Verständnis vom Begriff Medien erstmal widersprechen, macht je nach Standpunkt aber durchaus Sinn.

Bücher sind harmloser

Emily kommt in ihrem Beitrag auf einen Vergleich von Büchern und Filmen zu sprechen.Dabei fragt sie:

„Aber die Bilder, die beim Lesen im Kopf entstehen? Was ist mit denen?“

Das ist eine sehr persönliche Sache und ich bewege mich hier auf sehr dünnem Eis, aber: Bücher sind harmloser als Filme. Zumindest für mich.

Ich kann keine Horrorfilme schauen, vor allem nicht allein. Und selbst bei Horror Let’s Plays, bei denen mir ja noch ein Kommentator beiseite steht, hat mich schon so mancher Jump Scare vom Bett fallen lassen. Mein mutigstes visuelles Erlebnis ist bis dato The Walking Dead, wobei ich mich selbst da regelmäßig hinter dem Rand der Decke verstecke.

Bei Büchern ist das aber anders. So hat mich Stephen King schon so manches Mal beruhigt, wenn ich in der Nacht vor einer Prüfung mit Herzrasen aufgewacht bin. Das in der Geschichte gerade Blut fließt und Menschen sterben stört mich dabei nicht wirklich.

Zum Einen ist es mit den Bildern aus Büchern doch wie mit Irrwichten aus Harry Potter: Wir können das, was uns Angst macht, notfalls noch in eine harmlosere Version verwandeln. Pennywise mit albernen Luftballontierchen oder im pinken Osterhasenkostüm ist vielleicht nicht der angenehmste Gefährte, aber für manchen vielleicht angenehmer als das Original.

Zum Anderen hat ein Buch mir noch nie einen Jump Scare verpasst. „Das kann der Autor nicht tun?“-Momente, ja, aber keinen Jump Scare, der mich einen Satz hätte machen lassen.

Bei Mangas ist das Bilder-Argument da durchaus verständlicher. Aber dort gibt es eben in der Regel unauffällige Altersempfehlungen (oder „adult“-Aufdrucke).

Früher war mehr Lametta, ähm, Altersempfehlung

Beim Durchstöbern der Kommentare ist mir die Schilderung von Yvonne vom Buchbahnhof aufgefallen, dass es vor etwa 20 Jahren nahezu auf allen Büchern Altersempfehlungen gegeben habe. Das hat mich verblüfft und verwirrt. Ist mein „früher“, das doch nur etwa 5 Jahre her ist, näher an jener Vergangenheit als am Hier und Jetzt? Gehöre ich schon zum alten Eisen?

Denn wenn ich an die Zeiten zurückdenke, in denen meine Mutter noch mit mir in Buchhandlungen gegangen ist, habe ich immer mit Altersempfehlungs-Schildern behangene Kinder- und Jugendbuch-Abteilungen vor Augen. Mal „ab 10/12/14/16“, mal „ab 12/13/15/16+“, aber doch im Vergleich zu Filmen sehr ausdifferenziert.

Der Arena Verlag hat auch „zu meiner Zeit“ noch Altersempfehlungen auf Bücher gedruckt

Auf die Entwicklung der letzten Jahre habe ich weniger geachtet, schließlich findet man mich ziemlich selten in der „Jugendbuch/Liebesgeschichten/Romantasy“-Abteilung, wenn ich es mal so nennen darf. Aber ich muss zugeben, dass mir derartige Schilder tatsächlich weniger penetrant ins Auge gefallen sind. Ob das jetzt daran liegt, dass ich sie geflissentlich ignorieren kann, oder ob sie weniger geworden sind, vermag ich aber nicht zu sagen.

Seitenfetzer ist ganz brav

Wie auch Emily möchte ich noch von meinem persönlichen Umgang mit Altersempfehlungen berichten, als sie noch Relevanz für mich hatten.

Begeben wir uns fast 6 Jahre in die Vergangenheit. Seitenfetzer liest gerne und interessiert sich auch für Animes und Mangas. Leider hat sie den Manga-Laden des Vertrauens noch nicht entdeckt und lebt in der Provinz, sodass Manga-Regale in Buchhandlungen zumindest damals noch nicht zu finden waren.

Eines Tages war Seitenfetzer in einer Kleinstadt fern von Zuhause und im Buchladen dort steht doch tatsächlich ein kleines Manga-Regal. Die Gelegenheit kann Seitenfetzer nicht ungenutzt lassen, schließlich waren auch Internet-Bestellungen undenkbar und die Manga-Quellen dementsprechend auf Wühlkisten in Supermärkten beschränkt. Also findet Seitenfetzer einen interessant klingenden Manga, auf dem zwar „Empfohlen ab 15“ steht, aber das hier ist schließlich eine Buchhandlung und nicht Media Markt.

Und dann geht Seitenfetzer zur Kasse. Eine offensichtlich gelangweilte Verkäuferin sitzt dort und begutachtet die einzigen Kunden: Seitenfetzer und eine Freundin.

„Zeig mal deinen Perso.“

Heute kann ich es mit einem Lächeln wegstecken, wenn ich einen extra Gang zum Auto einlegen muss, um mit meinem Führerschein zu beweisen, dass ich alt genug für Energy Drinks bin, aber mein 13-jähriges Ich hat sich gefühlt wie eine Kleinkriminelle, hat irgendwas zusammengestammelt und ist dann zitternd aus dem Laden und einige Straßen weitergeeilt.

Ein Buch, das ich wohl „zu früh“ gelesen habe: „Werwolf“ von Lynn Raven

Diese Begegnung hat sich mir dermaßen ins Gedächtnis gebrannt, dass ich bis zu meiner Volljährigkeit nahezu keinen Manga bewusst angerührt habe, dessen empfohlenes Alter ich noch nicht hatte. Abgesehen davon habe ich mir den Titel nicht gemerkt und habe eben jenen Manga bis heute nicht wiedergefunden.

Seitenfetzer ist böse

Ganz anders verhielt es sich aber mit Büchern. Ich glaube, ungefähr mit zehn Jahren habe ich angefangen, mich an Bücher heranzuwagen, deren Empfehlung zwei Jahre höher lag.

Damals hat meine Mutter mich noch bei Buchkäufen begleitet und sie meist noch finanziert, schließlich sollte das Kind unterstützt werden, wenn es statt dem DS auch mal ein Buch in die Hand nehmen wollte. Dementsprechend musste ich mich in der ersten Phase meiner „ungeeigneten“ Käufe nie irgendwem gegenüber rechtfertigen.

So kam es, dass ich mich zunächst zunehmend an höheren Empfehlungen orientierte und Altersempfehlungen nahe meiner Altersklasse irgendwann sogar zur Abschreckung wurden. Nicht etwa, weil ich den „Kick des Verbotenen“ bevorzugte, sondern weil mir die eigentlich „für mich“ geschriebenen Bücher schlichtweg zu langweilig und anspruchslos wurden.

Empfohlen ab 16, gelesen mit 14 und es nicht bereut: „das neue buch Genesis“ von Bernard Beckett

„Altersempfehlung“ ist nicht gleich Altersempfehlung

Denn das ist der zentrale Unterschied zwischen FSK und Altersempfehlungen auf Büchern: Die FSK achtet auf den Grad der Gefährdung für Kinder und Jugendliche. Nur weil ein Film die FSK 0 hat, heißt das nicht, dass jede Altersklasse gefallen an ihm findet. Oder kennt ihr fünfjährige Kinder, deren Lieblingsfilme „Die Entdeckung der Unendlichkeit“, „SMS für Dich“ oder „Bridget Jones‘ Baby“ heißen?

Altersempfehlungen auf Büchern hingegen versuchen meiner Erfahrung nach mehr darauf einzugehen, ob ein durchschnittliches Kind eines bestimmten Alters dieses Buch verstehen und unterhaltsam finden würde. Aber gerade beim Übergang von Kindheit und Pubertät entwickelt sich jedes Kind anders.

Meine kleine Cousine findet Jungs noch doof, ich war in ihrem Alter schon mit meinem Freund zusammen. Ebenso unterscheidet sich ihr Buchgeschmack sehr stark von dem meines damaligen Ichs. Es wäre also ein Ding der Unmöglichkeit, eine interessengestützte Empfehlung zu finden, die uns beiden im selben Alter gefallen hätte.

Und aus genau diesem Grund bin ich dagegen, Altersempfehlungen für Bücher zu festen Regeln zu machen, sofern sie ihren Fokus nicht von den Interessen hin zum reinen Gefahrenpotenzial richten. Denn wären die aktuellen Altersempfehlungen einfach zu regeln erhoben worden, hätte ich das Lesen vor lauter Langeweile schnell aufgegeben.

Oder kurz gesagt: Mit verpflichtenden Altersempfehlungen auf Büchern würdet ihr diesen Beitrag gerade nicht lesen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Altersempfehlungen gemacht? Findet ihr, wir bräuchten strengere Auflagen?

Gezeichnet Seitenfetzer

Falls ihr noch mehr zu diesem Thema lesen wollt, schaut euch auf jeden Fall den Beitrag von Emily an.

Oder interessiert ihr euch für das Thema Zensur allgemein? Dann solltet ihr mal einen Blick auf den Manga Poison City werfen.

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15 Kommentare zu „Fetzen #05: Du bist zu jung für das Buch!

  1. Ich habe mir, ganz ehrlich, noch nie Gedanken über dieses Thema gemacht.
    Eine Altersempfehlung für Kinder-/Jugendbücher war bisher für mich immer die Aussage, dass Kinder in diesem Alter (Ausnahmen bestätigen die Regel) dieses Buch bzw. den Inhalt verstehen – also dass das Buch altersgerechte Wörter enthält und nicht irgendwelche Wortkonstruktionen, für die man als Erwachsener schon ein Lexikon braucht.

    Ob beispielsweise ein Kind mit 10 schon Shades of Grey lesen muss, weiß ich nicht – ich denke die Kinder von heute sehen im TV oder im Internet wesentlich schlimmere Dinge als das, was in diesen Büchern zu lesen ist.

    Interessantes Thema!

    LG Babsi

  2. Perfekt zusammengefasst! Ich habe den Artikel bei Stopfi’s Bücherwelten auch bereits gelesen und finde, dass die Sache mit den Alterbeschränkungen bei Büchern vielleicht praktisch sein kann, aber andererseits kann ich es mir nicht richtig vorstellen, beim Bücherkauf wirklich vorzuweisen, dass ich alt genug für gewisse Bücher bin.

    Zum Beispiel habe ich mit 12 Jahren noch so richtig rosarote Mädchenbücher gelesen und knapp zwei Jahre später verschlang ich innerhalb einem Monat ,,Das Lied von Eis und Feuer“ komplett. Wenn es eine Altersbeschränkung für Bücher gäbe, hätte ich diese grandiosen Bücher nicht lesen können. Ich mag Horrorfilme sehr gerne, aber ich kann mir z.B. nicht vorstellen wie auf einem Buch „FSK 16/18“ draufstehen würde, weil es z.B. brutal und blutig ist! Sätze und Wörter sind halt nicht so stark und einprägend. Nach einem unheimlichen Buch bekomme ich nicht bei jedem komischen Geräusch Herzklopfen, denn so geht es mir manchmal nach einem sehr guten Horrorfilm.
    Und was wäre dann, wenn man so ein Buch liest, wenn man jünger ist – würde man dann etwas Illegales tun? Ich wäre also auch gegen eine feste Alterbeschränkung. Eine Altersempfehlung ist aber okay, so im Sinne von „empfohlen ab xy Jahren“.

    LG Julia

    1. Hey Julia,
      an solche „Entwicklungssprünge“ habe ich noch gar nicht gedacht. Danke für die sinnvolle Ergänzung!
      Wie das im Ernstfall mit der Legalität aussähe, wäre ja sowieso so eine Sache – schließlich ist man ja in Deutschland sowieso erst ab 14 strafmündig. Vermutlich würde es dann also auf ein ähnliches Verfahren wie bei Filmen, Alkohol und Co. hinauslaufen: dass der Verkauf an Kinder und Jugendliche strafbar werden würde. Aber ob das, gerade in Fällen wie Shades of Grey, wirklich was ändern würde? Schließlich könnte man nachts heimlich ja noch immer an den Bücherschrank der Eltern (Bücher sind immerhin weitaus leiser als Filme). Und Bücher wegzuschließen ist – außerhalb der verbotenen Abteilung der Hogwarts-Bibliothek – doch ein sehr merkwürdiger Gedanke.

      Liebe Grüße
      Seitenfetzer

  3. Moin.
    Tatsächlich ist die Altersfreigabe bei Büchern ein Thema, was sehr sehr selten mal diskutiert wird, ganz im Gegensatz zu den nach FSK eingeteilten Medien.
    Ich stimme dir in einigen Punktne zu. Ja, jeder entwickelt sich anders und gerade im jugendlichen Alter sind alle unterschiedlich weit und unterschiedlich zart besaitet. Und ich stimme auch voll zu, dass das Lesen von Texten eine ganze andere Wirkung als das sehen von Bildern hat. Zwar muss ich an dieser Stelle zugeben, dass ich schon manchmal ein nicht so ganz angenehmes Gefühl hatte, nachdem ich etwas recht gruseliges gelesen habe, aber das ist kein Vergleich zum entsprechenden Film. Allerdings mag das auch daran liegen, dass ich eine sehr ausgeprägte Fantasie habe, die dann und wann mit merkwürdigen Vorstellungen um die Ecke kommt. Egal. Zurück zum Thema.
    Ich wäre definitiv dafür, Altersempfehlungen auf Jugend- und Kinderbücher zu machen. Zum einen, damit die jungen Leser selbst einschätzen können, ob sie ein Buch lesen wollen und zum anderen für Eltern. Oder auch vielleicht für die Verwandtschaft, die ein Buch als Geschenk kaufen möchten und dann etwa dem Alter entsprechend ein Buch aussuchen können. Eine strikte Altersbeschränkung halte ich nicht für sinnvoll, aus den Gründen, die auch du schon genannt hast.
    Liebe Grüße, Finnja 🙂

  4. Ich habe (glücklicherweise) noch keine Erfahrungen mit einer Altersbeschränkung bei Büchern gemacht und ich hoffe das wird sich auch nicht ändern. Dazu muss ich allerdings auch sagen, dass ich keine Krimis o.ä. lese, sondern Jugendbücher, also ich passe perfekt in die Zielgruppe.
    Für mich ist es durchaus verständlich, dass man bedenken hat, dass ein 10 jähriges Kind z.B 50 Shades of Grey liest, aber ich sehe da die Verantwort nicht größtenteils bei den Verlagen bzw. Buchhändlern, sondern bei den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten.
    Das einzige was ich verstehen könnte wären „oberflächliche Regeln“, also dass man einem offensichtlichem Kind (man sieht ja schon den Unterschied zwischen einer 10 und einer 13-Jährigen) z.B Erotikromane nicht verkauft. Da es aber keine so oberflächlichen Regeln und Gesetze gibt, bin ich gegen Alterbeschränkungen.

    Achso ein gutes Beispiel für eine gute Erziehungsberichtigte in dem Fall stellt meine Mutter da. Wir waren auf einem Flohmarkt (ich war ca. 12) und habe mir das Buch „Der Erdbeerpflücker“ gekauft. Es handelt sich dabei um einen Thriller mit glaube ich einem Mord usw. also keine leichte Lektüre. Erst zu Hause, als ich meiner Mutter stolz meine Schätze gezeigt habe hat sie das Buch gesehen und als sie sich den Klappentext durchgelesen hat, hat sie es mir weggenommen. Sie hat mir erklärt, dass es zu heftig für mich ist und das ich es lesen kann wenn ich alt genug dafür bin.
    Ok, das Buch habe ich immer noch nicht gelesen, aber heute bin ich meiner Mutter schon dankbar dafür, weil ich damals nichts mit Gewalt zu tun hatte. Heute sieht man ohnehin viel zu viel Gewalt im Fernsehen und jetzt kann ich das auch besser einschätzen und kritisch betrachten.

  5. Hey!
    Ich müsste jetzt tatsächlich nochmal nachlesen, was ich genau damals geschrieben habe, um mich nicht eventuell zu wiederholen.
    Das „Genre Jugendbücher“ hat sich seit ich in dem Alter war, sehr verändert. Nicht negativ gemeint, aber diese „All-Age“ Jugendbücher, wie es heute ja normal ist, die gab es zu meiner Jugendzeit eigentlich kaum. Wenn ich mir heute das Regal mit den Jugendbüchern, die ich noch aufbewahrt habe, durchschaue, dann sind das defintiv Bücher für 13/14/15 jährige und keine Bücher, die man als Erwachsener heute lesen würde (außer man liest sie aus nostalgischen Gründen nochmal). Schwierige Themen waren eigentlich nur in Jugendbüchern zu finden, die auch als solche deklariert waren. Ich erinnere mich da ein Reihe, ich glaube aus dem dtv-verlag, mit der roten Ecke. Da ging es um die NS-Zeit, um Menschen mit Behinderung, um ein Mädchen, das Diabetis hatte.
    Sex in Jugendbüchern? Undenkbar (und dabei bin ich mir meinen 36 Jahren ja nun auch noch nicht uralt). Entweder war durch den Klappentext schon zu erkennen, dass es sich um „das erste Mal“ dreht, oder es ging maximal bis zum knutschen (uahhh 😉 ). Es war schon doch eine andere Zeit, auch wenn man es kaum glauben kann.
    Und nochmal zu dem Thema Kennzeichnung. Auch heute findet sich die Altersempfehlung in der Buchhandlung auf den Regalen (denke ich), aber damals halt wirklich auf fast jedem Buchrücken, so dass man auch bei Weiterverkauf/ -verschenken immer noch die Altersempfehlung hatte.
    LG und hab ein schönes Wochenende
    Yvonne

    1. Hey Yvonne,
      danke für deine Sicht zu dem Thema und die Ergänzung zur Veränderung vom Genre „Jugendbuch“. 🙂
      Ich selbst bin ja vergleichsweise wenig mit der Handlung „XYs erste große Liebe“ anzutreffen (gewesen), weswegen Fortschritt einer Beziehung für mich gerade mit 12-14 für mich eigentlich ohnehin nicht relevant war.

      Liebe Grüße auch an dich zurück!

  6. Schwieriges Thema. Als Mutter gucke ich schon, was meine Töchter (11 und 13) lesen, wobei ich da bisher ganz entspannt sein kann. Meine ältere Tochter hat letztens ein Buch kritisiert, weil es „zu spannend“ war. Dabei lesen sie derzeit noch altersgerecht. Im Moment würde ich behaupten, dass ich ihnen nichts verbieten, aber mit ihnen diskutieren würde.
    Ich habe mit 15 angefangen, Stephen King zu lesen und außer bei „Shining“ habe ich mich nie wirklich gegruselt. Da geht es mir wohl wie dir mit den Irrwichten. Interessanterweise kann ich aber heute keine harten Thriller (mehr) lesen, vor allem nicht, wenn Gewalt und Misshandlungen eine Rolle spielen.
    Verbieten würde ich erstmal deshalb nicht, weil ich weiß, dass man’s dann heimlich tut. Ich hatte Ausgaben der „Bravo“ unterm Schrank versteckt und die King-Verfilmungen und „Eis am Stiel“-Filmchen gab’s bei einer Freundin als Video. (Ja, ist schon lange her. :-)) Die Videos hatte sie dann von ihrem älteren Cousin. Also soweit zur FSK.
    Da ist es mir lieber, ich weiß, was sie lesen und wir können drüber sprechen. Setzt natürlich voraus, dass sie mir vertrauen. Grundsätzlich bin ich aber durchaus der Meinung, dass (jüngere) Jugendliche nicht alles lesen sollten, nur weil sie’s können und dürfen. Dazu gehören Gewalt und Pornographie.

    Viele Grüße
    Mona

    1. Hey Mona,
      zum Thema heimlich ist mir gerade noch eine kleine Anekdote eingefallen.
      Eigentlich bin ich die einzige Leserin meiner Familie, aber die Shades of Grey Trilogie hat meine Mutter tatsächlich mal in die Hand genommen. Und da musste ich sie natürlich auch lesen. Nach einem kurzen „Sei dir bewusst, dass das nicht das wahre Leben ist“-Gespräch durfte ich es dann auch lesen (wobei es vorher schon fatal genug gewesen wäre, wenn ich Realität und Fiktion verwechselt hätte – schließlich waren mir King und Co. schon längst geläufig). Ein paar meiner etwa gleichalten Freundinnen wurde das Buch jedoch „verboten“, sodass sie es heimlich von ihrer Mutter stibitzen oder bei mir leihen mussten.

      Aber deine beiden haben echt Glück, dass ihr das Hobby teilt und sie eventuellen Gesprächsbedarf bei dir befriedigen können.

      Grüße zurück!

  7. Bei deiner kleines Anekdote zu dem Mangakauf musst ich grad schmunzeln 😀 Das hab ich auch durch – wobei ich es auch kenne, dass „damals“ noch alle Manga für die GROßEN eingeschweißt waren und unsere Buchändlerin schon danach geschaut hat, wer da was einkauft 😛 Keine Ahnung, ob da immer noch so extrem drauf geachtet wird. Könnt ich mir bei dem Comicladen hier nicht vorstellen (außnahme man sieht den Kids sofort ihr Alter an) die Empfehlung find ich aber trotzdem gut, so ahnt man ungefähr was einen erwartet 🙂

    1. Hey,
      zur früheren Einschweiß-Praxis kann ich ja leider nichts sagen, aber heute bin ich doch manchmal verblüfft, ob es dabei überhaupt ein Prinzip gibt. Manche 16+-Mangas stehen so herum, andererseits habe ich auch schon 13+ eingeschweißt gesehen. Allerdings habe ich das Gefühl, dass dabei auch der Verlag eine Rolle spielt.
      Danke aber für den Kommentar! ^^

      1. Dann hat sich die Einschweiß-Geschichte wohl gelockert. bzw der besagte Comicladen tütet manche Manga auch selbst ein! Vor allem, wenn zB Sexszenen vorkommen, sein sie noch so harmlos und zensiert (was ich gut finde)

      2. Oh, ich glaube das wäre ein sehr wortkarges Interview – die Jungs reden nicht allzu viel XD

  8. Hey,

    Ein sehr schwieriges Thema, wie ich finde. Ganz strenge Beschränkungen würde ich jetzt auch nicht unbedingt befürworten, so etwas wie auf deinem Bild vom Manga würde mir glaube ich schon genügen.
    Mir fällt zu diesem Thema immer Paper Princess ein, dass anfangs wohl tatsächlich ab 13 beworben wurde und bei amazon zumindest bei der englischen Version in der Kategorie Kinder- und Jugendbücher zu finden ist. Das ist natürlich immer ein ganz persönliches Empfinden, aber ich würde das Buch niemals einem 13jährigen Mädchen zum Lesen geben. Definitives Mindestalter wäre für mich 16. Ich habe aber durchaus auch ein bisschen das Gefühl, dass man das als Erwachsener mit schon über 30 Jahren manchmal auch etwas spießiger und schlimmer ansieht als es in Wirklichkeit ist.
    Es ist also wirklich ein schwieriges und sehr zweispältiges Thema und natürlich sind auch die Eltern gefragt, darauf zu achten, was ihre Kinder so lesen und wie dann damit umgegangen wird.

    LG, Moni

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