Shirley Jackson: The Haunting of Hill House

20170207_163219.jpgOriginaltitel: The Haunting of Hill House

Autor: Shirley Jackson

Verlag: Penguin

Genre: Horror, Mystery, Englisch

Seitenzahl: 246

Erscheinungsjahr: 1959

ISBN: 978-0-141-19144-7

Klappentext:

Alone in the world, Eleanor is delighted to take up Dr Montague’s invitation to spend a summer in the mysterious Hill House. Joining them are Theodora, an artistic ’sensitive‘, and Luke, heir to the house. But what begins as a light-hearted experiment is swiftly proven to be a trip into their darkest nightmares, and an investigation that one of their number may not survive.

Acclaimed es one of the finest ghost stories of the twentieth century and filmed twice as The Haunting, this is an unsettling examination of how fear can make us our own worst enemy.

Wie der Klappentext bereits erwähnt begleiten wir Eleanor während ihres Aufenthaltes in Hill House. Bei Eleanor handelt es sich schon von Beginn an um einen recht speziellen Menschen. Sie hat einen nicht unerheblichen Teil ihres bisherigen Lebens mit der Pflege ihrer Mutter verbracht und abseits dessen kein eigenständiges Leben geführt. Nach dem Tod ihrer Mutter bietet sich in Hill House also ein Neuanfang für sie.

Die Geschichte beginnt zunächst einmal Eleanors Anreise in aller Ausführlichkeit zu schildern und auch in Hill House angekommen braucht es eine Weile, bis überhaupt etwas passiert. Generell kann man etwas über 100 Seiten zwar noch nicht als auffällig langsamen Einstieg sehen, in Relation zur Gesamtlänge des Werkes passiert aber eine erhebliche Zeit lang nichts zu Dramatisches.

Anhand dessen wird auch der Charakter der Geschichte deutlich: Obwohl in geringen Menschen vermeintliches Blut verteilt wird, haben wir es hier mit der Form von Horror zu tun, die sich im Kopf abspielt.

Es ist kein Splatter, es werden keine Menschen zerschnetzelt, stattdessen stellt sich die Frage, wo die Grenze zwischen Realität und Fantasie liegt. Und mit dem allmählichen verschwinden dieser macht die langsame Anfahrt in ihrer symbolischen Vielfalt plötzlich durchaus Sinn.

Gewiss wäre diese Form des psychischen Horrors ohne unsere Protagonistin nicht in der Form möglich. Eleanor ist nach dem Tod ihrer Mutter ein Niemand, wodurch ihr mentaler Verfall glaubhafter wird. Ihr Geist hat nichts, an das er sich klammern könnte und wird von der Situation in Hill House somit mit ganzer Stärke getroffen.

Darüber hinaus verleiht diese bewusste und gut umgesetzte weibliche Perspektive der Geschichte einen ganz speziellen Beigeschmack. Ohne Stereotypen auspacken zu wollen, gibt es doch so manche Gedankengänge insbesondere im Bezug auf Theodora, der einem Teil von mir doch gewissermaßen bekannt vorkam. Ich vermag nicht zu beurteilen, ob andere Geschlechter ähnlich über ihresgleichen denken.

Dennoch mischt der unterschwellige „Zickenkrieg“, der immer wieder von (schein-)freundschaftlichen Perioden durchbrochen wird, Eleanors geistigem Verfall noch eine ganz besondere Beinote hinzu.

Was mich jedoch dann enttäuscht hat, war das Ende der Geschichte. Die Handlung hat verhältnismäßig lange gebraucht, um in Fahrt zu kommen, endet dann jedoch viel zu abrupt. Möglicherweise wollte Jackson den geistigen Verfall als eine immer schneller werdende Abwärtsspirale darstellen, allerdings hätte man noch die ein oder andere Zwischenstufe hinzufügen können. So allerdings wirkt das Ende eher, als habe sie endlich fertig werden wollen und den bestmöglichen, gerade noch plausibel erscheinenden Ausweg gewählt.

Insgesamt ist The Haunting of Hill House also eher mentaler statt blutiger Horror, der einige Zeit braucht, um sich aufzubauen, dann aber überraschend schnell endet. Dabei lebt die Geschichte von ihrer recht speziellen Protagonistin. Insgesamt vergebe ich daher 3 1/2 von 5 Kreuzen.

† † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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