Rick Yancey: Der Monstrumologe

20170108_215051.jpgOriginaltitel: The Monstrumologist

Autor: Rick Yancey

Verlag: Bastei Lübbe

Genre: Horror, Mystery

Seitenzahl (Taschenbuch): 411

Erscheinungsjahr (DE): 2012

ISBN: 9783404206674

Klappentext:

1888: Der Junge Will Henry ist ein Waisenkind und arbeitet als Assistent des kauzigen Dr. Warthrop. Der gute Doktor hat sich auf ein ganz besonderes Gebiet spezialisiert: Er ist Monstrumologe, das heißt, er studiert Monster und macht notfalls Jagd auf sie. Eines Abends kommt ein Grabräuber zu Will und dem Doktor ins Labor. Er hat einen schrecklichen Fund gemacht: eine Leiche, in die sich ein zahnbewehrtes Monster verbissen hat. Der Doktor weiß, diese Monsterart ist äußerst gefährlich, da sie Menschen tötet und sich rasend schnell vermehrt. Und die einzigen, die nun zwischen diesen Bestien und den Menschen stehen, sind der Doktor und der kleine Will.

Nachdem ich dem Monstrumologen bereits im zweiten Band der Reihe begegnet bin, habe ich mich nun mit dem Beginn der Geschichten rund um Dr. Warthrop und Will Henry beschäftigt. Und ich sollte nicht enttäuscht werden.

Obwohl ich den ersten Band „nur“ als eBook gelesen habe, ist er dennoch ein optischer Hingucker, denn wie auch sein Nachfolger wartet er mit atmosphärisch angebrachten Illustrationen auf. Allerdings sollte man nicht zu zartbesaitet sein, um Gefallen an den Illustrationen zu finden.

Dasselbe gilt allerdings ohnehin für die ganze Geschichte. Sind andere Monster in der Kunst schon so manches Mal ausgeschlachtet worden, bedient Yancey sich bereits im ersten Band der Reihe eher vernachlässigten Schrecken: Anthropophagen, menschenfressende und kopflose Geschöpfe. Gerade weil dieser Mythos nicht so häufig genutzt wird, können Yanceys Beschreibungen ihrer enormen Kräfte und zerstörerischer Gewalt uns mehr als Unbehagen bereiten.

Aber auch an menschlichen Monstern mangelt es der Geschichte nicht. Der Monstrumologe wimmelt nur so von moralisch zwielichtigen oder gar abstoßenden Charakteren. Man sollte also bestenfalls einen Faible für Antihelden mitbringen, die die Drecksarbeit für das Wohlergehen der Menschheit erledigen. Dann ist das einzige Problem der Charaktere nämlich, dass es keine bedeutsame Frau in der Geschichte gibt – sieht man vom Anthropophagen-Weibchen einmal ab.

Neben den recht speziellen Charakteren ist auch der Spannungsaufbau gewiss nicht jedermanns Sache. Man hätte die Handlung, die im Grunde doch nur aus „hier sind Monster und die müssen wir bekämpfen“ entweder auf weniger Seiten oder mit mehr Nebenhandlungen gestalten können.

Zwar gibt es Handlungsabschnitte, die nicht unmittelbar zur Monsterjagd gehören, allerdings sind sie doch allesamt zentrale Elemente zur Lösung des Falls. Zwar gibt es einige Details, die zunächst einmal etwas mit Warthrops Vergangenheit zu tun haben, aber selbst diese sind indirekt für die Monsterjagd von Bedeutung.

Einzig eine Hintergrundinformation zu Will Henry, die auf den letzten Seiten des Buches offenbart wird, hat wirklich nichts mit den Anthropophagen zu tun. Ob man diese allerdings noch unbedingt hereinwerfen musste und sie nicht besser für einen geeigneteren Moment der Reihe hätte aufsparen können, bleibt fragwürdig.

Insgesamt ist Der Monstrumologe also garantiert nicht jedermanns Geschmack – wenn man aber wie meine Wenigkeit kein Problem mit abstoßenden Bestien und zwielichtigen Menschen hat, kann man seine Freude an dieser düsteren und eigentümlichen Geschichte finden. Daher vergebe ich 4 von 5 Kreuzen.

† † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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Ein Kommentar zu “Rick Yancey: Der Monstrumologe

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