Robert Louis Stevenson: Dr. Jekyll und Mr. Hyde

20161106_132546.jpgOriginaltitel: The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde

Autor: Robert Louis Stevenson

Verlag: Anaconda

Genre: Klassiker, Mystery, Horror

Seitenzahl: 127

Erscheinungsjahr (Original): 1886

ISBN: 978-3-7306-0331-4

Da der Klappentext meiner Ausgabe leider viel zu viel vom Inhalt vorweggreift und ich lieber ohne ihn in die Geschichte getaucht wäre, möchte ich zum Inhalt nur Folgendes sagen:

Ein gewisser Mr. Hyde, der von einer bizarren Aura umgeben ist, versetzt die Londoner Bevölkerung durch verschiedene Vorfälle in Unruhe. Umso merkwürdiger mutet es daher an, dass ausgerechnet der angesehene, wohltätige Wissenschaftler Dr. Jekyll den zwielichtigen und frevelhaften Mr. Hyde unterstützt. Was zwingt ihn dazu, Hyde zu helfen?

Genau dieses Geheimnis lüftet die Erzählung nach und nach. Dabei wird sie überwiegend aus der Perspektive des Anwaltes Utterson, aber auch durch Dokumente weiterer Charaktere dargestellt, was für Abwechslung sorgt und die Geschichte realer wirken lässt.

Auch wenn meine Ausgabe recht düster gestaltet ist, sollte man von Dr. Jekyll und Mr. Hyde nichts zu Gruseliges erwarten. Die Enthüllung des Geheimnisses ist durchaus schauerlich, allerdings bringt sie den Atem des heutigen Lesers nicht zum Stocken.

Denn wie Nebelschwaden sich allmählich lichten, so kommt man auch allmählich der Wahrheit immer näher. Dieser Prozess hätte zwecks Spannungsaufbau durchaus noch weiter ausgeschmückt werden können. Dafür sind beispielsweise die wiederkehrenden Beschreibungen des Mr. Hyde, die wohl Schock und Ekel hervorrufen sollten, zu repetitiv als dass sie mehrfach Gänsehaut hervorrufen könnten.

Umso mehr dürfen Freunde des Londons des 18. und 19. Jahrhunderts sich freuen, denn sie können eine Weile mit ein paar englischen Gentlemen dort verbringen – nächtliche Ausflüge und Abendgesellschaften natürlich inbegriffen.

Wer dazu noch etwas für die halb-wissenschaftlichen Ansätze damaliger Geschichten, wie sie auch in Vernes Werken vorzufinden sind, übrig hat, dem dürften auch die „Erkenntnisse“ über die menschliche Psyche als maßgeblicher Teil der Geschichte zusagen.

Was an der Ausgabe des Anaconda Verlags noch zu loben ist, ist die einzige Fußnote in der ganzen Geschichte, die einzig dem Zweck dient, ein englisches Wortspiel, was im Deutschen nicht funktioniert, zu erläutern. So muss man nicht für einen kurzen Moment irritiert über die betreffende Stelle hinweglesen.

Insgesamt ist Dr. Jekyll und Mr. Hyde also ein düsterer, aber nicht zu angsteinflößender Ausflug ins London des späten 19. Jahrhunderts. Wer wie ich eine Schwäche für dieses Setting hat, sollte definitiv einen Blick riskieren, sich im Vorfeld aber nicht von Klappentexten oder ähnlichem spoilern lassen. Dafür vergebe ich 4 von 5 Kreuzen.

† † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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