Dagmar Trodler: Freyas Töchter

20161022_111403.jpgOriginaltitel: Freyas Töchter

Autor: Dagmar Trodler

Verlag: Blanvalet

Genre: Historisch

Seitenzahl: 497 + Nachwort

Erscheinungsjahr (Erstausgabe): 2003

ISBN: 3-442-36182-6

Die Geschichte um Alienor von Sassenberg geht weiter und führt uns in den hohen Norden. Aber wird sie in dem fremden Land bestehen? Der Klappentext verrät Folgendes:

>>Die mit dem mutigen Herzen<< – so nennt man sie im Land der Wikinger: Alienor von Sassenberg. Die junge Eifelgräfin riskierte für Erik, einen Gefangenen ihres Vaters, Leib, Leben und Heimat. Und reist nun hochschwanger über die winterlich-wilde Ostsee nach Schweden, damit der Mann ihres Herzens sein Land wieder sieht. Doch Erik, der letzte Sohn des großen Königs, war einer anderen versprochen. Und nun muss eine alte Rechnung beglichen werden – in einem Kampf, der nicht nur die Götter fordert, sondern Alienors ganzes Glück bedroht …

Das neue Setting in Schweden war das Beste, was der Geschichte hätte passieren können. Denn gerade, wenn man weniger in dem Genre unterwegs ist, sind die Schilderungen des Lebens dort wirklich erzählenswert.

Leider konnte der Rest des Buches damit nicht mithalten. Das große Hauptproblem der Geschichte ist nämlich der Konflikt. Natürlich, jede gute Geschichte braucht einen Konflikt, und gerade bei längeren Erzählungen sollten auch kleinere Konflikte, die auf den großen zulaufen, das Geschehen spannender machen, aber Freyas Töchter besteht quasi nur aus Konflikten.

Alle paar Seiten passiert irgendetwas Tragisch-Schlimmes, sodass es sich anfühlt, als würde über die ganze Geschichte hinweg einfach nur ein riesiger Haufen Elend über die Charaktere geworfen werden. Und das demotiviert tatsächlich sehr.

Insbesondere, weil Alienor noch immer eine ziemlich anstrengende Protagonistin ist. Zwar versucht sie sich diesmal gefühlt nicht ganz so häufig sich umzubringen, dafür kränkelt sie andauernd vor sich hin und muss immer wieder gepflegt und umsorgt werden. Von ihrem noch immer vorhandenen Selbstmitleid mal ganz zu schweigen.

Zum Glück hat sie ja einen Haufen Pappaufsteller bekommen, die sich um sie kümmern. Und ja, als viel mehr kann man die neuen Charaktere – mit Ausnahme von Gisli – wohl nicht bezeichnen. Denn es ist kaum möglich, eine wirkliche Verbindung zu den Personen aufzubauen.

Das liegt daran, dass sowohl die Entwicklung von Charakteren – insbesondere die von Gunhild – als auch der Tod so mancher vermeintlicher Bezugsperson in ein paar beiläufig klingenden Sätzen abgehandelt werden. Alienor hat schon so viel ach so beklagenswertes Leid, und da ist sie ausgerechnet dann stark, wenn Menschen aus ihrem engsten Umfeld sterben?

Zumindest das Ende konnte noch ein wenig herausreißen, weil die Geschichte sich endlich mal auf einen Konflikt konzentriert und dieser dadurch auch tatsächlich mal ernstzunehmend wirkt.

Freyas Töchter lebt also insgesamt von seinem Setting im Schweden der Christianisierung. Vom Plot und den meisten Nebencharakteren darf man hingegen nicht zu viel erwarten, da ersterer durch zahlreiche Konflikte zu verknotet ist und letztere keine Nähe zum Leser aufbauen können. Daher vergebe ich 2 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

Weitere Bände:

Die Waldgräfin

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