Fetzen #01: 10 Bücher zum Erwachsenwerden [Teil 1/2]

Salvete, homines!

Es ist soweit. Seitenfetzer ist nun offiziell volljährig. Dieses Ereignis zum Anlass nehmend, habe ich mir Gedanken gemacht, welche Bücher mich besonders geprägt haben und von denen ich mir wünschen würde, dass mehr Jugendliche (aber natürlich auch Ältere) sie lesen. Hier sind sie also.


10 Wegbegleiter fürs Erwachsenwerden
Foto-11371. Harry Potter von J.K. Rowling

Verlag: Carlsen

Klappentext:

Eigentlich hatte Harry geglaubt, er sei ein ganz normaler Junge. Zumindest bis zu seinem elften Geburtstag. Da erfährt er, dass er sich an der Schule für Hexerei und Zauberei einfinden soll. Und warum? Weil Harry ein Zauberer ist. Und so wird für Harry das erste Jahr in der Schule das spannendste, aufregendste und lustigste in seinem Leben. Er stürzt von einem Abenteuer in die nächste ungeheuerliche Geschichte, muss gegen Bestien, Mitschüler und Fabelwesen kämpfen. Da ist es gut, dass er schon Freunde gefunden hat, die ihm im Kampf gegen die dunklen Mächte zur Seite stehen.

Rezension

Jeder sollte einmal im Leben die Erfahrung machen, so richtig in einer Buchreihe versinken, sich stundenlang mit der Welt und dem Fandom befassen zu können. Denn gerade, wenn man etwas jünger ist und die Verantwortungen des Alltags noch nicht so sehr schreien, ist es eine prägende Erfahrung.

Natürlich kann man sich auch von Mittelerde und Co. fesseln lassen. Für mich war dies jedoch insbesondere bei Harry Potter von J.K. Rowling der Fall, zumal ich ohne diese Reihe meinen Freund wahrscheinlich nicht kennengelernt hätte.


wpid-20150731_174416.jpg2. Es wird keine Helden geben von Anna Seidl

Verlag: Oetinger

Klappentext:

Man kann die Angst riechen. Man kann nach ihr greifen. Er ist unter uns. Wir können sie hören, die Schüsse. Sie sind laut. Viel zu laut.

Ein völlig normaler Schultag. Doch kurz nach dem Pausenklingen fällt der erste Schuss. Die fünfzehnjährige Miriam flüchtet mit ihrer besten Freundin auf das Jungenklo. Als sie sich aus ihrem Versteck herauswagt, findet sie ihren Freund Tobi schwer verletzt am Boden liegen. Doch für Tobi kommt jede Rettung zu spät, und Miriam verliert an diesem Tag nicht nur ihr bislang so unbeschwertes Leben …

Das Debüt einer jungen deutschen Autorin: packend, schockierend und zutiefst berührend

Rezension

Ich mag es nicht, von einer „Zeit des Terrors“ zu sprechen. Menschen haben schon immer Gewalt aneinander angewandt. Wir haben das Glück, nicht in einem Kriegsgebiet zu leben, dafür können Terroranschläge und Amokläufe uns ganz nah kommen.

Wenn der eigene Horizont sich ausweitet und man mehr sieht als den Streit mit den besten Freunden oder die gemeinen Lehrer, wühlen solche Ereignisse auf. Es wird keine Helden geben bietet eine gute Möglichkeit, sich in einem fiktiven Einzelfall mit solchen Situationen auseinander zu setzen.


Foto-00433. Die Wolke von Gudrun Pausewang

Verlag: Süddeutsche Zeitung – Junge Bibliothek

Klappentext:

Tschernobyl ist fast vergessen, da geschieht ein Reaktorunfall in Grafenrheinfeld – die Bundesrepublik hat ihren SuperGAU. Die Behören beschwichtigen, doch in der Bevölkerung bricht Panik aus. Die 14jährige Janna-Berta und ihr kleiner Bruder Uli sind völlig schutzlos den schrecklichen Folgen der Katastrophe ausgeliefert. Dieser utopische Roman über die Gefahren der Atomkraft polarisierte die Öffentlichkeit. Rita Süßmuth, die damalige Familienministerin, verlieh ihm 1988 den Deutschen Jugendliteraturpreis mit den Worten, dass politische Streitkultur ein wichtiger Bestandteil jedes demokratischen Systems sei.

Rezension

Atomenergie ist Fluch und Segen zugleich. Und obwohl Deutschland den Atomausstieg wagt, gerät der Grund dafür immer wieder in Vergessenheit – bis wieder ein Unfall passiert. Ob die nachfolgenden Generationen diese Unfälle auch noch erleben werden, liegt letztendlich nicht in der Hand der heutigen Politiker.

Deswegen ist Die Wolke, welches die Folgen eines atomaren Unfalls in Deutschland aufzeigt, ein wichtiges Buch. Es regt zum Nachdenken an. Und selbst wenn man danach noch Verfechter der Atomenergie ist, so ist man sich zumindest der möglichen Risiken bewusst.


20160724_114326.jpg4.  Tagebuch von Anne Frank

Verlag: Fischer Schatzinsel

Klappentext:

Das Tagebuch der Anne Frank ist ein Symbol und Doku-ment zugleich. Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nazi-Verbrecher und Dokument der Lebenswelt einer einzigartig begabten jungen Schriftstellerin.

Anne Franks Tagebuch sollte man mal gelesen haben. Und das nicht nur, weil es das wohl berühmteste Tagebuch aus einer schrecklichen Zeit ist. Denn auch wenn sie aus dem normalen Leben herausgerissen wurde und in einem Versteck ihr Dasein fristen muss, finden sich dennoch auch die banalen Gedanken einer Jugendlichen in ihren Zeilen. Als ich ihr Tagebuch zum ersten Mal gelesen habe, war ich wirklich erstaunt, wie ähnlich wir uns trotz der völlig unterschiedlichen Lebenswelten doch waren.


wpid-20150731_174816.jpg5. 28 Tage lang von David Safier

Verlag: Rowohlt

Klappentext:

Was für ein Mensch willst du sein?

Mira bringt sich und ihre kleine Schwester Hannah durch den harten Warschauer Ghetto-Alltag, indem sie unter Einsatz ihres Lebens Essen schmuggelt. Doch jetzt soll die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden. Mira schließt sich dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. Ganze 28 Tage lang.

28 Tage, in denen Mira sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört: Amos, der noch möglichst viele Nazis mit in den Tod nehmen will, oder Daniel, der sich um die Waisen in den Bunkern kümmert.

28 Tage, in denen Mira Momente von großer Menschlichkeit erlebt, von großem Verrat, großem Leid und großem Glück.

28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben.

28 Tage, um die wahre Liebe zu finden.

28 Tage, um eine Legende zu werden.

Rezension

Man muss in Geschichte nicht besonders gut aufpassen, um zu wissen, dass die Nazis grausam waren. Dennoch erscheint dieses dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte doch sehr weit weg, wenn man nur mit den bloßen Fakten des Dritten Reichs konfrontiert wird. 28 Tage lang beleuchtet einen Absatz eben jenes düsteren Kapitels. Der fiktive Einzelfall von Mira zeigt, wie sich der Wahrschauer Ghetto-Aufstand wohl für die Menschen angefühlt haben muss.


Das waren die ersten fünft Empfehlungen meinerseits. Der zweite Teil folgt demnächst.

Welche Bücher würdet ihr jungen Menschen auf dem Weg zur Volljährigkeit empfehlen? Und hattet ihr auch Buch-Universum, in das ihr so richtig abtauchen konntet?

Gezeichnet Seitenfetzer

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4 Kommentare zu „Fetzen #01: 10 Bücher zum Erwachsenwerden [Teil 1/2]

  1. Oh Mann, „Die Wolke“… das haben wir in der 7. oder 8. Klasse gelesen. Ich war also 12 oder 13 Jahre alt. Unsere Lehrerin hat die ersten Seiten mit uns im Unterricht begonnen und wir sollten immer Stück für Stück zuhause weiter lesen, um die Kapitel dann zu besprechen. Ich habs zuhause an einem Stück durchgelesen und war völlig geplättet. Am schlimmsten für mich ist immer noch die Szene, als die Janna-Berta und Uli mit dem Fahrrad losfahren. Ich wollte mich über dieses Buch und diese Szene damals sooo gern austauschen, aber konnte es nicht richtig. Nur mit meiner Lehrerin. Die anderen in der Klasse waren alle doof und meine Freundin damals hat es auch nicht verstanden, weshalb ich beim Lesen eines Buches anfange zu heule.
    Ja, doch, ich denke dieses Buch kann einen ein Stück weit erwachsener machen. 🙂
    Kennst du den Film dazu?

    1. Oh ja, das ist schlimm, wenn man ein Buch toll findet und der Rest das übliche „Lesen ist doof“-Gesicht zieht.
      Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich „Die Wolke“ sogar gewählt, als wir in Partnerarbeiten Buch- & Filmvergleiche als Referate ausarbeiten mussten. Allerdings habe ich den Film seitdem auch nicht wieder geschehen, sodass meine Erinnerung da mehr als bruchstückhaft ist. ^^‘

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