Jules Verne: 20.000 Meilen unter dem Meer

20160626_154737.jpgOriginaltitel: Vingt mille lieues sous les mers

Autor: Jules Verne

Verlag: Voltmedia

Genre: Science-Fiction, Klassiker

Seitenzahl: 206

Erscheinungsjahr (Original): 1869-1870

ISBN: 3-937229-20-5

Nach Moby-Dick hatte ich noch nicht genug von maritimen Abenteuern und so kam mir dieses Werk von Jules Verne doch sehr gelegen. Der Klappentext besagt Folgendes:

Ein riesiges Seeungeheuer macht seit langem die Meere unsicher. Bei dem Versuch, es zu vernichten, werden der Biologe Pierre Aronnax, sein Diener Conseil und der Harpunier Ned Land von Bord gerissen und erleben eine Überraschung: Das Seeungeheuer entpuppt sich als ein neunzig Meter langes U-Boot, die Nautilus, mit der Kapitän Nemo die Weltmeere bereist.

Als gefangene Gäste der Nautilus erleben die drei fantastische Abenteuer, doch wird der exzentrische Nemo sie je wieder zurück auf die Erde lassen oder werden sie für immer auf der Nautilus bleiben müssen?

Somit erwartet den Leser ein Seeabenteuer der etwas anderen Art. Liegt sonst der Fokus oft auf den Beziehungen der Mannschaft, die einem Ziel folgend Stürmen und anderen Gefahren trotzden muss, lebt 20.000 Meilen unter dem Meer von den Faszinationen der Unterwasserwelt und Nemos Geheimnis.

Bei der Beschreibung der Flora und Fauna hat Verne sowohl Fantasie als auch Können bewiesen. So lässt er gerade genügend wissenschaftliche Details einfließen, um die Umgebung vorstellbar wirken zu lassen, ohne sich zu sehr in fachliche Details zu verbeißen.

Generell legt er einen eher knappen Schreibstil an den Tag, was auch die Kürze des Werken erklärt. So muss man sich beim Lesen nahezu bremsen, um genügend Zeit in den Meerestiefen verbringen zu können. Allerdings stürzt man so dermaßen schnell von einem Abenteuer ins nächste, dass die Seiten und Kapitel nur so dahinfliegen und man das Buch kaum weglegen kann.

Was mich jedoch mehr gestört hat, sind hier und da etwas befremdlich anmutende Formulierungen. Gerade bei einigen Wiederholungen kann ich mir vorstellen, dass sie im Original gekonnt als rhetorisches Mittel eingesetzt wurden. In der Übersetzung hingegen sind diese Wiederholungen zu regelrechten Stolpersteinen für den Lesefluss geworden.

Neben der  Unterwasserwelt lebt die Geschichte vom mysteriösen Kapitän Nemo. Dieser hat sich mit seiner Mannschaft von der restlichen Menschheit abgewandt. Immer wieder werden Andeutungen gemacht, dass er womöglich in einen sozialpolitischen Konflikt oder Ähnliches verwickelt war, sodass man umso mehr erfahren möchte, welche geschichtliche Rolle er wohl gespielt haben mag. Ich persönlich konnte nicht genug von diesem Charakter kennenlernen.

Doch so knapp der Stil die ganze Zeit über ist, umso knapper ist noch das Ende. Es ist einfach so dermaßen offen, dass man nicht von einer Lösung des Konflikts sprechen kann. Gut, der Hauptkonflikt findet schon eine Lösung, aber was ist mit all den Fragen, die immer wieder aufgeworfen wurden? Das Ende in Kombination mit dem knappen Stil lässt die komplette Geschichte wirklich unfertig wirken.

Insgesamt entführt uns die Nautilus in 20.000 Meilen unter dem Meer also auf eine abenteuerliche Reise durch phantastische Unterwasserwelten, die meist auf den Punkt gebracht beschrieben werden. Leider werden jedoch einige Fragen aufgeworfen, die durch das offene Ende kaum beantwortet werden, sodass sich die Geschichte unfertig anfühlt. Daher gibt es 3 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

 

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