Yuichi Kato: Hiniiru – Wie Motten ins Licht

20160613_224959.jpgOriginaltitel: Hiniiru

Mangaka: Yuichi Kato

Verlag: Tokyopop

Genre: Action, Mystery

Seitenzahl: 196

Anzahl Bände (JP): Bislang 3

Erscheinungsjahr (DE): 2016

ISBN: 978-3-8420-2336-9

Wäre er mir nicht ausgeliehen worden, hätte ich wohl eher weniger zu diesem Manga gegriffen. Denn allein folgender Klappentext hätte Befürchtungen in mir erweckt:

Ich werde sie beschützen!

Seit Kagero denken kann, hat seine Freundin Momiji immer auf ihn aufgepasst. Als eines Tages ihre Highschool von Monstern, sogenannten Dross, angegriffen wird, opfert sich Momiki für ihren Kindheitsfreund. Allerdings wird sie somit selbst zu einem Dross. In diesem Moment trifft Kagero eine Entscheidung: Er wird einen Weg finden, um Momiki wieder zu einem Menschen zu machen.

Allein die Covergestaltung schreit förmlich nach einem Klon von Elfen Lied und Ajin, und wenn man ehrlich ist, ist Hiniiru auch nicht viel mehr. Ob die Wesen zumindest einen eigenen Namen bekommen haben und irgendwie weniger mysteriös als diejenigen in den Vorbildern sind, spielt da auch keine große Rolle mehr. Das sorgt dafür, dass der Hauptkonflikt (menschenähnliche Wesen streunen umher, bedrohen die Menschheit und werden von Wissenschaftlern erforscht) einfach nur nachgeahmt wirkt.

Das allein wäre ja noch nicht zu schlimm gewesen, wenn die Charaktere Empathie hätten auslösen können. Nur leider sind diese noch schlimmer und generischer als die Handlung. Wir haben Kagero und Momiji, die beide nur durch ihre unglaublich statische Beziehung zueinander charakterisiert werden und dann noch ein flach gehaltenes Expertenteam.

Das Problem ist gar nicht mal so sehr, dass Kagero und Momiji von klein auf aneinander hängen – diese Art der Beziehung findet sich in Animes und Mangas ja häufiger, sondern dass ihr sonstiges Umfeld sowie der Grund für ihre tiefe Verbundenheit nahezu nicht existiert.

Auch der Stil konnte den Inhalt der Geschichte nicht mehr retten. Der Zeichenstil an sich ist zwar in Ordnung – weder zu hässlich, noch zu pompös, aber die Textanordnung stört den Lesefluss gelegentlich.

Wenn man schon nicht darauf verzichten kann, Erzählerkommentare, Gedanken und Aussagen auf verschiedene Denk- und Sprechblasen (bzw. Erzählkästchen) aufteilen muss, dann bitte so, dass man nicht gezwungen ist, mehrere Sätze parallel zu lesen – und nicht einen Erzählersatz beginnen, diesen aber durch einen mehrteiligen Dialog unterbrechen und auf der nächsten Seite weiterführen. Auch die generelle Textanordnung hat mich immer wieder herausgerissen und immer wieder die richtige Anknüpfungsstelle suchen lassen.

Das Einzige an dem Manga, was mich auch nur im Ansatz zum Weiterlesen motivieren könnte, sind die Andeutungen im letzten Kapitel, dass man künftig noch etwas mehr über den Ursprung der Dross erfahren könnte. Ansonsten kann ich aber darauf verzichten, diesen Ajin-Klon weiter zu verfolgen.

Insgesamt ist Hiniiru also nichts weiter als eine Mischung aus Ajin und Elfen Lied mit ziemlich flachen Charakteren, die keinerlei Empathie bei mir auslösen konnten. Wer nicht genug von zu Monstern gewordenen Menschen kriegen kann, darf hier einen Blick riskieren, wer von den beiden Vorbildern aber schon gesättigt ist, muss sich Hiniiru wirklich nicht auch noch antun. Daher vergebe ich 2 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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