Herman Melville: Moby-Dick

20160612_210754.jpgOriginaltitel: Moby-Dick or The Whale

Autor: Herman Melville

Verlag: Canterbury Classics

Genre: Englisch, Klassiker

Seitenzahl: 561

Erscheinungsjahr (Original): 1851

ISBN 13: 978-1-62686-057-5

Moby-Dick ist ein Name, den jeder wohl schonmal gehört hat. Und wer ein wenig sucht, findet leicht Anspielungen auf das wohl bekannteste Werk Melvilles: Sei es die Doom-Metal Band Ahab oder die Kaffeehaus-Kette Starbucks. Doch was verbirgt sich hinter dem Namen Moby-Dick? Der Klappentext gibt einen kleinen Einblick in den Beginn der Geschichte:

Call me Ishmael

Some years ago – never mind how long precisely – having litte or no money in my purse, and nothing particular to interest me on shore, I thought I would sail about a little and see the watery part of the world. It is a way I have of driving off the spleen, and regluating the circulation.

Der so legendär angekündigte Protagonist Ishmael begibt sich mit der Pequod auf seine erste Fahrt als Walfänger. Allerdings ist der verrückte Kapitän Ahab nicht nur auf das Öl normaler Pottwale aus, sondern will sich an einem ganz besonderem Wal rächen.

Diese Ausgabe ist das erste Buch von Canterbury Classics, das ich besitze, allerdings wird es bestimmt nicht das letzte sein. Denn so schlicht die Aufmachung auch ist, so trifft sie mit ihren wenigen Details sowie der Innenabbildung im Buchumschlag den Kern der Geschichte. Mit weiteren Büchern dieser Edition kann ein Regal definitv leicht zum Hingucker werden.

So harmlos das Türkis jedoch aussehen mag, umso mehr sollte man sich auch vor der Geschichte in Acht nehmen. Zwar werde ich mich erst in den kommenden Monaten mit Shakespear herumschlagen müssen, aber bis dato ist Moby-Dick wohl das sprachlich herausforderndste Buch, das ich bislang gelesen habe.

Gerade wenn man es auf Englisch lesen will, sollte man bessere Sprachkenntnisse mitbringen. Wer sich also von veralteten Pronomina (wie z.B. „thy“) oder für uns fremder Umgangssprache verunsichern lässte, sollte in diesem Fall lieber auf die Übersetzung zurückgreifen.

Bei diesen hatte ich mich zuvor gewundert, wie die gekürzte Fassung so enorm weniger Inhalt haben kann ohne die Geschichte völlig zu zerstückeln. Bei anderen Geschichten wäre dies wirklich schwer vorstellbar, aber Moby-Dick beleuchtet in einigen Kapiteln Details über den Walfang, die für die eigentliche Handlung tatsächlich völlig belanglos sind. Es ist im Grunde zur Hälfte ein Sachbuch über den damaligen Walfang.

Dementsprechend kurz kommt eben die eigentliche Geschichte, die ich mir persönlich doch deutlich unheimlicher vorgestellt hätte, zumal sie eben düstere Musiker inspiriert hat. Die ein oder andere Stelle ist zwar schon etwas gruseliger, aber insgesamt sind diese Ereignisse eben eher merkwürdig als Gänsehaut verursachend.

Was mir hingegen an der Handlung gefallen hat, ist ihr strudelähnliches Verhalten. Es dauert einige Zeit, bis Ishmael wirklich die Pequod betritt – und noch länger, bis deren verhängnisvolles Ziel deutlich wird. Aber je näher das Schiff und somit auch die Geschichte dem Finale kommt, desto mehr Fahrt nimmt die Handlung auf, was einfach sehr gut zur Geschichte passt.

Schade ist nur, dass das Ende dadurch fast abgehackt wird. Hier hätte ich mir gewünscht, dass der Moment der Entscheidung noch mehr ausgekostet wird und mir vielleicht endlich mal die erhofften Schauer über den Rücken jagt.

Insgesamt handelt es sich bei dieser Ausgabe von Moby-Dick also um eine besonders schöne. Der Inhalt selbst ist sprachlich anspruchsvoll und gleicht zum Teil mehr einem Sachbuch denn einer Geschichte. Die Handlung kommt so, gerade was den Grusel-Aspekt betrifft, leider zu kurz. Deswegen gibt es 3 1/2 von 5 Kreuzen.

† † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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