Aya Tanaka: Grab der Schmetterlinge Band 1

20160423_111315.jpgOriginaltitel: Hakoniwa Yugi

Mangaka: Aya Tanaka

Verlag: Tokyopop

Genre: Mystery, Horror

Seitenzahl: 192

Anzahl Bände: 2

Erscheinungsjahr (DE): 2016

Allein das Cover des Newcomers aus dem Tokyopop Verlag verspricht schon eine düstere Geschichte. Doch erst der Klappentext konnte mich so richtig überzeugen:

Grab der Schmetterlinge

Seine Reinheit wurde besudelt und ein Monster wurde geboren!

Keiner kann es sich erklären: Der Grundschüler Manato verschwindet plötzlich bei einer Unterrichtseinheit im Freien, woraufhin seine Familie wegzieht. Sechs Jahre später kehrt seine kleine Schwester Mari zurück und trifft auf Atsuma, der sich über das unerwartete Wiedersehen freut. Doch es bahnt sich ein Albtraum an, denn einer nach dem anderen werden die Schüler, die damals bei dem Verschwinden von Manato dabei waren, auf brutale Weise angegriffen …

Wir lernen also die damaligen Freunde von Manato kennen und erfahren ein Stück weit, was aus ihnen geworden ist – und welches Schicksal sie heimsucht. Den Grund für dieses Schicksal erfahren wir über Rückblenden in die Zeit vor Manatos Verschwinden, sodass im Laufe des Bandes zwar klar wird, warum gewisse Dinge in der Gegenwart geschehen, allerdings gewinnt man immer wieder den Eindruck, dass man noch längst nicht die ganze Wahrheit kennt.

Der Manga wird also beherrscht von einer düsteren Grundstimmung, denn sowohl in der Gegenwart als auch in den Rückblenden geschehen grauenvolle Ereignisse, die aber immer wieder von fröhlicheren Passagen durchbrochen werden und somit eine kontrastierende Wirkung erzielen. Der Zeichenstil ist hierbei besonders bei den grauenhaften Ereignissen der Gegenwart sowie bei der Darstellung von verfallenen Orten oder Dingen besonders gelungen.

Wie bereits erwähnt wird die Geschichte zu einem großen Teil in Rückblenden erzählt, die durch einen schwarzen Rand oder eine dunklere Farbgebung der Panel gut zu erkennen sind. Aber nicht nur die Gestaltung der Rückblenden wurde leserfreundlich gehalten, sondern auch die Erklärungen, die wohl der deutschen Redaktion zuzuschreiben sind. So werden die für die Geschichte bedeutsamen Elemente des japanischen Schulsystems sowie Umrechnungen für jeden genannten Yen-Betrag in Fußnoten angegeben, was man bei so manch anderem Manga erst selbst recherchieren muss.

Thematisch hat mir das Verhalten der Kinder in den Rückblenden sehr gut gefallen. Ich mag es einfach, wenn das Bild der eigentlich ach so unschuldigen Kinder bewusst gekippt wird, was in diesem Manga definitiv der Fall ist. Hierbei wird der Leser mit der ein oder anderen Enthüllung konfrontiert, die zuerst einmal sprachlos macht.

Einzig das Ende hat mich ein wenig verwirrt zurückgelassen. Mittlerweile glaube ich, es richtig verstanden zu haben, allerdings würde das einen sehr vom eigentlichen Thema abschweifenden Handlungsstrang ergeben. So frage ich mich, ob der zweite Band von Grab der Schmetterlinge wirklich all die Fragen beantworten kann, die der erste Band aufwirft.

Insgesamt bietet der erste Band von Grab der Schmetterlinge also den Einstieg in eine düstere Geschichte voller Kinder, die alles andere als unschuldig sind und nun für ihre Taten bezahlen müssen. Allerdings werden so viele Fragen aufgeworfen, dass man vermutlich eher eine Reihe statt zwei Bänden bräuchte, um sie wirklich aufzuklären, was gerade durch das leicht verwirrende Ende noch verstärkt wird. Daher gibt es 4 1/2 von 5 Kreuzen.

† † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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