Takeshi Ohmi: Kiss My Ass Band 1

9783551736796Originaltitel: Kiss My Ass

Mangaka: Takeshi Ohmi

Verlag: Carlsen Manga

Genre: Comedy

Seitenzahl: 173 (inklusive Nachwort)

Anzahl Bände: voraussichtlich 2

Erscheinungsjahr (DE): 2016

Ein Comedy-Manga über Hämorrhoiden – das klang so bekloppt, dass Kiss My Ass sich meiner Aufmerksamkeit sicher sein konnte. Doch funktioniert die Kombination aus lustiger Story und Informationen? Beginnen wir mit dem Klappentext:

Der Highschool-Schüler Yakushiji leidet unter Hämorrhoiden. Da ihm diese Krankheit so unangenehm ist, hält er sie vor seiner Umwelt geheim. Doch eines Tages durchschaut ihn seine Mitschülerin Miura, die ganz genau weiß, wie sich Menschen mit Hämorrhoiden verhalten… Eine Geschichte über den Kampf gegen eine Krankheit, in der Lachen und Weinen ganz nah beieinander liegen!

Der Klappentext bringt den Inhalt des Mangas ziemlich gut auf den Punkt, auch wenn der letzte Satz eher nach der Beschreibung eines durchschnittlichen Krebs-Buches klingt. Nach einem kurzen Vorwort des Hamburger Proktologen Bernd Brinken, das den Leser dazu ermahnt, schön brav zum Arzt zu gehen statt Symptome zu googeln, lernen wir Yakushiji kennen.

Dieser ist der typische Manga-Highschool-Schüler, der in ein Mädchen verliebt ist und durchschnittlich beliebt zu sein scheint. Jedoch wird schnell klar, dass ihm seine Hämorrhoiden den Alltag zum Überlebenskampf machen. Glüklicherweise nimmt sich Miura seiner an, die sich bald zu seiner HFF (Hämorrhoiden-Frei-Freundin) ernennt.

Durch Miura erfährt man einige Fakten über die Erkrankung, die auch ein absoluter Laie auf dem Gebiet wie ich leicht verstehen kann. Dies liegt nicht zuletzt an den vielen grafischen Veranschauungen – sei es ein Schema, das die Positionen verschiedener Hämorrhoidenarten anzeigt oder auch nur eine verniedlichte Darstellung von „Herr Weichwurst“ und „Herr Hartwurst“.

Aber auch Yakushiji hat eine informative Funktion. Zwar weiß er selbst wenig über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten seiner Krankheit, jedoch zeigt sein Beispiel auf, welche Beeinträchtigungen die Erkrankung im Alltag mit sich bringt. Gerade als Außenstehender wird man sich der Gefahren gar nicht bewusst, die beispielsweise eine simple Busfahrt bergen kann.

Eingebettet sind all diese Informationen in eine abgedreht-witzige Story, sodass der Manga sich nicht zu trocken liest. Allerdings darf man bei einer so kurzen Reihe wohl nicht mit allzu tiefgründigen Charakteren rechnen. Denn neben Yakushiji sind bislang nur Miura, deren ganzes Leben sich um Proktologie und Hämorrhoiden dreht, und Sana, die einfach nur Yakushijis Schwarm ist, von wirklicher Bedeutung. Darüber tröstet die Geschichte an sich mit all ihrer Situationskomik und Abgedrehtheit über sich hinweg.

Einziger wirklicher Kritikpunkt ist, dass man anstelle des professionellen Vorworts lieber noch ein wenig mehr Zeit in das deutsche Lektorat gesteckt hätte. Denn mir sind doch das ein oder andere Mal Sätze ins Auge gesprungen, die grammatikalisch schief formuliert klangen.

Zuletzt schafft Takeshi Ohmi es sogar noch einen kleinen Cliffhanger einzufädeln, bevor der Leser im Nachwort regelrecht mit weiteren Informationen zum Thema bombadiert wird. Nichtsdestotrotz ist es ebenfalls lesenswert, da man auch hier Ohmis Humor mit ein paar Episoden aus dem Mangaka-Alltag kombiniert vorfindet.

Insgesamt schafft der erste Band von Kiss My Ass es also, einige Informationen zu einer im Alltag doch weniger diskutierten Krankheit in eine humorvolle Geschichte verpackt zu transportieren. Eine definitive Leseempfehlung für alle, die über gelegentlich grammatikalisch fehlerhafte Sätze hinwegsehen kann und dem das Prinzip „So bescheuert, dass es schon wieder gut ist“ vertraut ist. Daher gibt es 4 1/2 von 5 Kreuzen.

† † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

 

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