Sherlock Holmes und das leere Haus

20160215_170102.jpgTitel: Sherlock’s Home – The Empty House

Herausgeber: Steve Emecz

Verlag: MX Publishing

Genre: Anthologie, Krimi

Seitenzahl: 261 (inkl. Vor- und Nachwort)

Erscheinungsjahr (DE): 2013

Sherlock Holmes und das leere Haus ist eine Anthologie zur Rettung Undershaws, dem Wohnsitz Doyles, bei dessen Gestaltung er selbst beteiligt war und in dem unter Anderem Der Hund der Baskervilles zum leben erweckt werden sollte. Undershaw drohte nach Jahren des Verfalls der Abriss, gegen den die Undershaw Preservation Trust ankämpfte, die sich noch immer für die Pflege Undershaws einsetzt. Der Erlös von Sherlock Holmes und das leere Haus unterstützt die Undershaw Preservation Trust.

Doch kommen wir zum dem, was sich im inneren des Buches abspielt. Begrüßt wird der Leser zunächst durch ein ausgiebiges Vorwort, in dem verschiedenste Unterstützer zu Wort kommen. Das mag zunächst weniger aufregend klingen, wer jedoch wirklicher Holmes-Fan ist, wovon man bei Lesern dieses Buches doch ausgehen kann, darf sich das Vorwort nicht entgehen lassen.

Denn jeder Unterstützer hat doch seinen ganz eigenen Blickwinkel auf den bekanntesten fiktiven Ermittler. So wird der Facettenreichtum, den Holmes mittlerweile erreicht hat, wunderbar dargestellt. Mir persönlich haben insbesondere die Schilderungen jener gefallen, die selbst schon diese Rolle gespielt haben.

Anschließend folgen die verschiedenen Geschichten und Gedichte der Anthologie. Und hat das Vorwort schon ein breites Spektrum abgedeckt, so werden Doyles Charaktere in diesem Teil noch vielseitiger dargestellt. Nicht nur die Mischung aus Poesie und Prosa, sowie die Herkunftsländer der Autoren sorgen für Abwechslung.

Die Interpretationen reichen vom klassisch-viktiorianischen Holmes über – vermutlich in Anlehnung an die Serie Sherlock – in der jetztigen Zeit angesiedelte Episoden bis hin zu Fantasy- oder Science-Fiction-Varianten. Auch Undershaw und Doyle haben gelegentliche Auftritte, wobei insbesondere eine Begegnung zwischen Doyle und Holmes hervorzuheben ist. Man kann also sagen, dass thematisch für wirklich jede erdenkliche Ausprägung eines Sherlock-Holmes-Fans etwas dabei sein dürfte.

Einziger Kritikpunkt, den ich beim Lesen gefunden habe, sind zwei kleine sprachliche Fehler, die dem Lektorat noch entwischt sind. Aber darüber kann man getrost hinwegsehen.

Aber auch die feinen Charakterunterschiede verleihen Sherlock Holmes und das leere Haus einen ganz besonderen Charme. Denn in den meist nicht mehr als zehn Seiten umfassenden Geschichten und Gedichten spürt man doch Unterschiede, wie der jeweilige Verfasser insbesondere Holmes, aber auch die ihn umgebenen Charaktere, ein wenig  anders wahrnimmt. Eine gute Gelegenheit festzustellen, welche Schattierung der Charaktere man selbst bevorzugt.

Insgesamt deckt Sherlock Holmes und das leere Haus also die gesamte Bandbreite an Sherlock-Holmes-Variationen ab, die einem in den Sinn kommen könnte. So spiegeln die Gedichte und Geschichten zusammen mit dem Vorwort deutlich wieder, welch eine Bedeutung eine einzelne fiktive Person erlangen kann. Da mir kaum etwas einfällt, was man hätte besser machen könne, gibt es dafür 5 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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