Claudia Kern: Sturm – Der verwaiste Thron

20160121_102831.jpgOriginaltitel: Sturm – Der verwaiste Turm

Autor: Claudia Kern

Verlag: blanvalet

Genre: Fantasy

Seitenzahl: 368

Erscheinungsjahr: 2008

Die Der verwaiste Thron-Trilogie wäre wohl nicht in mein Blickfeld gelangt, wäre sie mir nicht ausgeliehen worden. Dabei klingt sie doch durchaus vielversprechend. Der Klappentext des Auftaktes der Reihe besagt jedenfalls Folgendes:

Das Fantasy-Debüt einer großartigen deutschen Erzählerin!

Es ist ein großer Tag für Anna, die einzige Tochter des Fürsten von Somerstorm. Ihr siebzehnter Geburtstag beginnt mit den Darbietungen von Gauklern und Schaustellern – und endet in dem gewaltsamen Tod ihrer Familie! Jetzt ist Ana auf der Flucht, nur begleitet von einem Leibwächter, den sie kaum kennt und dem sie noch weniger traut. Auf Bürg Somerstorm, ihrer verlorenen Heimat, herrschen nun die geheimnisvollen Nachtschatten – und der Mord an Anas Familie war nur der Anfang ihrer düsteren Pläne …

Nach dem Prolog wird die Geschichte zunächst aus Anas Sicht erzählt, jedoch erleben wir im Verlauf der Handlung auch die Situation ihres Bruders Gerit und Craymorus‘, dessen Lebenswelt bislang deutlich südlich von Somerstorm, der aber dennoch in die Ereignisse verwickelt wird.

Die Kapitel sind jeweils mit einem Auszug des fiktiven Werkes Die Fürstentümer und Provinzen der vier Königreiche von Jonaddyn Flerr eingeleitet, in denen die jeweiligen Gewohnheiten und Besonderheiten der verschiedenen Handlungsorte beleuchtet werden, was eine willkommene Abwechslung von zu langen Umgebungsbeschreibung ist.

Zudem sind die Kapitel angenehm kurz gehalten, was bei High Fantasy ja doch recht selten der Fall ist. So laden die kurzen Kapitel von Sturm dazu ein, auch zwischendurch kurz in die Geschichte einzutauchen. Allerdings habe ich bei den Perspektivenwechseln manchmal durch die Sprünge in den Ereignissen ab und an das Gefühl gehabt, als hätte ich das ein oder andere Kapitel überlesen.

So liebevoll der Kapitelanfang auch gestaltet ist, so viel Potenzial wurde bei der Karte verschenkt. Zwar ist auf den Innenseiten des Buchumschlages jeweils die gleiche Karte abgedruckt, allerdings ist sie verhältnismäßig einfach gehalten. Sie erfüllt gewiss ihren Zweck, jedoch wird in der Geschichte selbst eine Karte beschrieben, die so unglaublich gut und detailliert sein soll, dass man sie ohne die Fähigkeit zu lesen verstehen könne. Verglichen damit ist die beiliegende Karte dann doch recht mager.

Zur Geschichte lässt sich sagen, dass Kern gerne mit der Definition von Gut und Böse zu spielen scheint: Einerseits erweisen sich die Menschen, die anfangs noch als Opfer dargestellt werden, als alles andere als unschuldig. Selbst die Charaktere, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, verhalten sich nicht immer heldenhaft. Insbesondere Gerit nimmt hierbei eine faszinierende Position ein, denn gerade bei seinem Handlungsstrang liegt es wohl im ermessen des Lesers, ob er denn nun richtig handelt oder nicht.

Andererseits sind die Nachtschatten, die eine Art Gestaltwandler darstellen, dabei aber wunderbar animalische Züge zeigen und somit als Fantasywesen ernst zu nehmen sind, auch nicht duchgängig so böse, wie sie eingangs wirken. Dieser Konflikt dürfte sich in den Folgebänden also noch deutlich zuspitzen.

Insgesamt ist Sturm – Der verwaiste Thron also der Auftakt einer Fantasy-Trilogie, die ganz nach meinem Geschmack zu sein scheint, was aus der Kapitellänge, dem Verhalten der Nachtschatten und dem Spiel mit Gut und Böse resultiert. Allerdings hätte ich mir eine schönere Karte sowie etwas elegantere Brücken nach den Perspektivenwechseln gewünscht. Daher vergebe ich 4 von 5 Kreuzen.

† † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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