Stephen Chbosky: The Perks of Being a Wallflower

20160105_201006.jpgOriginaltitel: The Perks of Being a Wallflower

Autor: Stephen Chbosky

Verlag: Cornelsen

Genre: Englisch, Jugendbuch

Seitenzahl: 184 (inklusive Anhang)

Ersterscheinungsjahr: 1999

Zugegeben, womöglich hätte ich ohne eine AG nicht zwingend zu diesem Buch gegriffen, obwohl es mir in letzter Zeit öfters über den Weg gelaufen ist. Denn der Klappentext klingt nicht zwingend nach einem Buch, das mich tatsächlich interessieren würde:

Charlie is a teenager who in a series of letters describes his life as he starts high school. Sensitive and introverted, Charlie makes new friends with whom he explores the meaining of friendship and love during the awkward years of adolescence.

Ich muss sagen, dass mich The Perks of Being a Wallflower durchaus positiv überrascht hat. Die Geschichte wird tatsächlich durchgehend in Briefen erzählt, deren Empfänger allein schon spannend klingt. Denn er wird zwar nicht mit Namen genannt, ist aber eine Person, von der Charlie über Ecken gehört hat. Und anders als beispielsweise in Love Letters to the Dead schickt Charlie jeden Brief auch direkt ab. Dies hat zwar kaum konkrete Folgen für die Handlung, da der Empfänger nie in Erscheinung tritt, nimmt den Briefen jedoch ein Stück weit den Tagebuch-Charakter.

Charlie als Protagonisten habe ich recht schnell ins Herz geschlossen und ich schätze, wie mir erging es auch seinen neuen Freunden, als sie ihn kennenlernten. Denn Charlie ist ein sehr unscheinbarer, häufig weinender Junge, der so gar nicht dem typischen Teenager, der immer der coolste sein will, entspricht. Allerdings bedeutet sein vieles Weinen nicht, dass er in Selbstmitleid versinkt. Nein, auf der emotionalen Ebene wirkt er oftmals merkwürdig unbeteiligt.

Auch die anderen Charaktere sind mir überwiegend positiv in Erinnerung geblieben. Zwar lässt sich sicherlich mitunter das ein oder andere Klischee finden, aber zumindest ist mir keine richtige Mary Sue über den Weg gelaufen. Selbst das Mädchen, in das sich Charlie verliebt, wird nicht das ganze Buch über unendlich in den Himmel gelobt, was sehr angenehm war.

Die Handlung dümpelt die meiste Zeit so vor sich hin. Die Geschichte langweilt den Leser zwar nicht, was wohl auch mit an ihrer Kürze liegt, hat aber auch keinen zu fesselnden Handlungsverlauf. Es gibt ein paar Begebenheiten, die spannender sind als andere, und gerade gegen Ende erlebt Charlie noch die ein oder andere Katastrophe, aber die Themen sind diejenigen, die in einer typischen Coming of Age Story eben behandelt werden. Dennoch macht es Spaß, ein wenig mit dem Lebensgefühl von Charlies Freunden mitzuschwimmen, obgleich ihr Musikstil meinem nicht zwingend entspricht.

Ein Faktor, der das Buch auszeichnet, sind die vielen Anspielungen insbesondere auf Bücher, die dadurch entstehen, dass ein Lehrer Charlie immer wieder Buchempfehlungen gibt. Wer weiß, vielleicht wird sich die ein oder andere Empfehlung eines Tages auf meinem SuB wiederfinden.

Was meine Meinung über das Buch allerdings letztendlich enorm gesteigert hat, war das Ende. Denn am Ende macht Charlies Charakter und sein merkwürdiges Verhalten durchaus seinen Sinn, ohne dass Chbosky die Endauflösung ausnutzt, um Charlie doch noch zu einem Gary Stu werden zu lassen. Nein, Charlie selbst lässt sich dieses Ereignis nicht zur Entschuldigung für irgendetwas werden, sodass der letzte Brief im Epilog wohl der beste des ganzen Buches ist und einige zitierenswerte Passagen enthält.

Außerdem ist dem Ende zugute zu halten, dass es zwar eher positiv stimmt, jedoch kein quietschiges „Alles ist perfekt“-Happy End aufweist.  Allerdings ist es doch ein wenig Schade, dass die Geschichte erst zum Ende hin so dermaßen gut geworden ist.

Insgesamt hat mich The Perks of Being a Wallflower also mit seinem unkonventionellem Protagonisten und insbesondere einem faszinierendem Ende von sich überzeugen können. Allerdings hätte der Handlung ein deutlicherer roter Faden gewiss nicht geschadet, weswegen ich 3 1/3 von 5 Kreuzen vergebe.

† † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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