George R.R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer – Sturm der Schwerter

20151213_233539.jpgOriginaltitel: A Storm of Swords

Autor: George R.R. Martin

Verlag: blanvalet

Genre: Fantasy

Seitenzahl: 720 + Anhang

Erscheinungsjahr (Original): 2000

So bin ich denn mittlerweile beim fünften (deutschen) Band der Reihe angekommen. Der Klappentext verfügt über den üblichen Wortlaut, den man auch bei den vorherigen Bänden vorfindet.

Nachdem der vierte Band ein wenig trostlos endet, beginnt der fünfte Band in einer der trostlosesten Gegenden von Westeros: nämlich Jenseits der Mauer. Doch natürlich werden auch die südlicheren Geschehnisse wieder beleuchtet.

Dennoch kann ich an dieser Stelle einen ersten positiven Punkt anmerken. Waren die Kapitel Jenseits der Mauer zuvor doch noch ein wenig anstrengend und nicht unbedingt allzu spannend, erfährt dieser Lebensraum in Sturm der Schwerter zunehmende Aufmerksamkeit.

Einerseits erhalten wir mehrere Perspektiven, andererseits werden auch ansonsten Andeutungen gemacht, die die Geschehnisse dort als weitaus bedeutender herausstellen, als sie zunächst den Anschein erweckt hatten.  Zudem wird auch Jon als Charakter wieder interessanter. War er nach dem allerersten Band noch mein absoluter Liebling, wurde er doch recht schnell langweilig. Nun jedoch befindet er sich in einer äußerst interessanten Position.

Wie bereits erwähnt gibt es ein paar Andeutungen, die ein größeres Ganzes erahnen lassen, das weitaus bedeutender als der Krieg um den Thron von Westeros zu sein scheint. Diese lassen eine Menge Raum für Spekulationen über den Fortlauf der Reihe, die sich doch eigentlich dadurch auszeichnet, dass es keinen eindeutigen Kampf zwischen Gut und Böse gibt. Denn soviel meiner eigenen Theorie sei gesagt, womöglich wird es irgendwann doch nur noch zwei Parteien geben, an die man seine Sympathien verlieren kann.

Diese Andeutung, dass Martins Welt womöglich einem großen gemeinsamen Schicksal entgegen blickt, mag einen Teil dazu beigetragen haben, dass die Perspektivenwechsel mich in diesem Band nicht mehr ganz so herausgerissen haben, wie es früher einst der Fall war. Ein weiterer Grund hierfür dürfte aber eben auch sein, dass die meisten Perspektiven mittlerweile über einen spannenden Handlungsstrang verfügen, sodass man der gerade liebgewonnenen Perspektive nicht mehr ganz so sehr nachtrauert, wenn man sich in das nächste Abenteuer stürzt.

So haben insbesondere die geografisch größeren Sprünge nicht mehr eine derart hohe Hürde für mich dargestellt. Allerdings habe ich ein paar Probleme mit Aryas Perspektive entwickelt. Zwar sollte sie aufgrund ihrer Flucht eigentlich eine der spannendsten sein, doch irgendwie wird ihr ewiges Umherziehen durch die Sieben Königslande allmählich doch ein wenig langweilig, so gefährlich es auch sein mag.

Ein Punkt, der mich an diesem Band jedoch extrem verwunder hat, sind die vielen plötzlichen Beziehungskisten, die Martin anfängt. Ich weiß nicht, was genau da in ihn gefahren ist, vielleicht hat er damals das Internet und das Shippen für sich entdeckt. Jedenfalls wurde ich während des Lesens den Eindruck nicht los, dass er als gedanklicher Vater auf einmal alle seine Kinder unter die Haube bringen will.

Ein paar dieser Paare sind ja durchaus berechtigt, ein paar andere kommen jedoch aus so heiterem Himmel, dass meine Meinung dazu noch sehr ungefestigt ist. Zwar handelt es sich nicht ausschließlich um große Romanzen, sondern teils auch um strategische Paarbildungen, dennoch ist es ein ungewohnt hoher Anteil neuer Pärchen für die Reihe.

Insgesamt konnte der fünfte Band von Das Lied von Eis und Feuer also einige Probleme, die ich mit seinen Vorgängern hatte, beheben und durch Vorausdeutungen einen möglichen Fortlauf der Reihe skizzieren. Überraschend war jedoch das plötzliche Auftreten enorm vieler Pärchen, bei denen ich mir teilweise noch unsicher bin, ob sie mir so gefallen. Daher gibt es diesmal 4 1/2 von 5 Kreuzen.

† † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

Weitere Bände:

Die Herren von Winterfell

Das Erbe von Winterfell

Der Thron der Sieben Königreiche

Die Saat des goldenen Löwen

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