Yorukumo Band 3

wpid-20151004_100139.jpgOriginaltitel: Yorukumo
Mangaka: Michi Urushihara
Verlag: Egmont Manga
Genre: Horror, Mystery, Thriller
Seitenzahl: 238
Anzahl Bände: 5
Erscheinungsjahr (DE): 2015

Nachdem im zweiten Band die fast schon beschauliche Atmosphäre völlig zerstört wird, entwickelt sich der dritte Band der mittlerweile abgeschlossenen Reihe Yorukumo zu einem Kampf auf Leben und tot. Doch zunächst der Klappentext:

In der Welt gibt es ein Oben, eine Mitte und ein Unten. Die Reichen wohnen in der Stadt, die Armen auf den Feldern und der allerletzte Abschaum haust im Wald.

Der Auftragkiller Yorukumo kommt aus der untersten Gesellschaftsschicht und ist „lebende Wegwerfware“. Er kann weder lesen, schreiben, noch rechnen und wenn er Hunger hat, wartet Yorukumo so lange auf Kiyokos Essen, bis er bewusstlos wird. Doch diese glücklichen Tage finden ein jähes Ende.

Nachdem Kiyoko im letzten Band bereits mit dem Ungeheuerlichen konfrontiert wird, muss sie wie auch der Leser diesmal noch grauenhafteren Dingen ins Auge blicken. Doch nicht nur sie ist in Gefahr…

Allerdings wird im dritten Band von Yorukumo der Fokus ein wenig von Kiyoko genommen und eher auf Yorukumo gelenkt, was ein leicht zweischneidiges Schwert ist.

Einerseits bekommt man so einen faszinierenden Einblick in Yorukumos Charakter bzw. insbesondere sein Weltbild wird näher beleuchtet. So bekommt der Leser zumindest teils eine Erklärung, warum er so handeln kann, wie er es tut. Allerdings wird auch deutlich, dass dieses Weltbild allmählich zu bröckeln beginnt.

Andererseits ist Kiyoko in diesem Band sehr nicht-existent. Selbst in den Teilen, in denen sie vorkommt, rückt sie im Laufe der Geschichte immer mehr in den Hintergrund. Dieses passive Verhalten lässt sich zwar mit dem Begründen, was sie mitansehen muss, jedoch hoffe ich doch inständig, dass sie noch nicht völlig gebrochen ist und zum Ende der Reihe hin wieder etwas aktiver wird.

Das was sie nämlich mit Ansehen muss, ist gewiss nicht unbedingt etwas für zartbesaitete Gemüter. Wer sich jedoch von morbidem Charme faszinieren lässt, der wird durchaus Gefallen an so mancher Darstellung des Bandes finden. Insbesondere die Darstellung eines Karussels der etwas anderen Art zeugt von Urushiharas Kreativität diesen Punkt anbelangend.

So ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass mir persönlich der Prinz und die Prinzessin, denen ich zuvor doch noch immer ein wenig kritisch gegenüberstand, nun doch endgültig zusagen. Denn obwohl sie wohl in gewisser Weise die Antagonisten darstellen sollen, macht sie ihre Abgedrehtheit doch auf ihre ganz eigene Art und Weise sympathisch.

Zudem habe ich immer mehr das Gefühl, dass Urushihara mit Yorukumo versucht, eine sehr überspitzte Karikatur der Gesellschaft zu zeigen, wie er sie wahrnimmt. Bleibt nur zu hoffen, dass dabei auch im weiteren Verlauf die Spannung der Story nicht auf der Strecke bleibt. Den dritten Band hat er jedenfalls mit einem äußerst gemeinen Cliffhanger abgeschlossen, der die Spannung für den nächsten Band zwar hoch ansetzt, es aber schwierig machen könnte, diese dann auch zu halten.

Insgesamt finden also besonders Freunde des Morbiden und verrückter Persönlichkeiten ihre Freude am dritten Band von Yorukumo sowie ein paar interessante Hinweise auf das Weltbild des namensgebenden Charakters. Jedoch ist mir persönlich Kiyoko doch ein wenig zu passiv, weswegen ich 4 von 5 Kreuzen vergebe.

† † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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