Es wird keine Helden geben

wpid-20150731_174416.jpgOriginaltitel: Es wird keine Helden geben

Autor: Anna Seidl

Verlag: Oetinger

Genre: Jugendbuch, Drama

Seitenzahl: 252

Erscheinungsjahr: 2014

Vom Einband her ist Es wird keine Helden geben ja doch eher unscheinbar.  Aber dieses Buch hat es in sich. Was genau, das verrät folgender Klappentext:

Man kann die Angst riechen. Man kann nach ihr greifen. Er ist unter uns. Wir können sie hören, die Schüsse. Sie sind laut. Viel zu laut.

Ein völlig normaler Schultag. Doch kurz nach dem Pausenklingen fällt der erste Schuss. Die fünfzehnjährige Miriam flüchtet mit ihrer besten Freundin auf das Jungenklo. Als sie sich aus ihrem Versteck herauswagt, findet sie ihren Freund Tobi schwer verletzt am Boden liegen. Doch für Tobi kommt jede Rettung zu spät, und Miriam verliert an diesem Tag nicht nur ihr bislang so unbeschwertes Leben …

Das Debüt einer jungen deutschen Autorin: packend, schockierend und zutiefst berührend

Die Geschichte beginnt direkt mit dem Amoklauf, sodass man als Leser unmittelbar ins Geschehen hineingezogen und womöglich so wie ich vor Ende des Buches nicht mehr so schnell losgelassen wird. Doch in Es wird keine Helden geben geht es nicht darum, wie Miriam den Amoklauf erlebt und währenddessen um ihr Überleben kämpft, sondern besonders um das Leben nach dem Amoklauf, den Umgang mit den Verlusten und traumatisierten Freunden, den eigenen Albträumen und letztlich auch irgendwie um das Erwachsenwerden und das Leben an sich.

Es wird keine Helden geben ist ganz klar ein Jugendbuch, was sowohl an der Thematik, der Lebenswelt der Protagonistin als auch dem Schreibstil liegt. Dieser ist zwar recht simpel, dafür aber umso packender.

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass mich dieses Buch gefesselt hat wie lange keines mehr, sodass ich es in weniger als 24 Stunden durchgelesen hatte, was für mich ein eher untypisches Leseverhalten ist – und das, obwohl es in direkter Konkurrenz zu ein paar Serien stand. Es war einfach ein tolles Erlebnis, Miriam auf ihrem Weg in ein Leben mit der Vergangenheit zu begleiten, obwohl mir die Geschichte teilweise sogar ein wenig auf die Stimmung geschlagen ist.

Das mag auch an den Charakteren liegen, denn obwohl das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, und Miriam sich nicht immer wirklich vorbildlich verhält, ist sie mir doch sehr ans Herz gewachsen. Vermutlich gerade weil sie nicht perfekt ist, sich eben auch wie eine pubertäre Göre verhält und somit echter wird.  Hier und da blitzt zwar auch gelegentlich ein Klischee hervor, aber insgesamt halten diese sich wirklich in erträglichen Maßen.

Was ich von der Länge des Buches halten soll, weiß ich nicht so recht. Von mir aus hätte es ruhig noch 1-2 Kapitel mehr haben können, da sich mir persönlich Miriams Zustand ein wenig zu schnell verbessert, allerdings hätte allzu viel mehr Text sich wie ein gekünsteltes In-Die-Länge-Ziehen angefühlt und aufgrund des Konfliktes, den Miriam zum Ende hin mit sich führt, wohl auch zu der ein oder anderen Wiederholung geführt.

Insgesamt kann ich also nur sagen, dass ich großen Respekt vor Anna Seidl, denn sie hat, obwohl der Altersunterschied zwischen mir selbst und ihr verhältnismäßig gering ist, ein wirklich gutes Jugendbuch geschrieben, das ein schwieriges Thema auf eine so reale und menschlich wirkende Art behandelt und mich nicht losgelassen hat. Daher vergebe ich 5 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

Advertisements

Meinung schreiben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s