Love Letters to the Dead

wpid-20150805_151834.jpgOriginaltitel: Love Letters to the Dead

Autor: Ava Dellaira

Verlag: Hot Key Books

Genre: Jugendbuch, Romantik, Drama, Englisch

Seitenzahl (inklusive Nachwort): 327

Erscheinungsjahr: 2014

Mir war mal wieder nach einem englischsprachigen Buch, als ich diese Taschenbuchausgabe von Love Letters to the Dead fand, um das ich schon ein Weilchen herumpirscht. Daran ist nicht zuletzt wohl auch das Cover schuld, das mich vom ersten Anblick an angezogen hat. Der Klappentext besagt Folgendes:

„I simply loved this book. Love Letters to the Dead ist more than a stunning debut. It is the announcement of a bold new literary voice.“ Stephen Chbosky, autor of The Perks of Being a Wallflower

Sometimes the best letters go unanswered

It begins as an assignment for English class: write a letter to a dead person. Laurel chooses Kurt Cobain – he died young, and so did Laurel’s sister May – so maybe he’ll understand what Laurel is going trhough.

Soon Laurel is wirting letters to lots of dead people – Janis Joplin, Heath Ledger, River Phoenix, Amelia Earhart, Amy Winehouse… It’s like she can’t stop. She writes about her new high school, her new friends, her first love – and her shattered life.

But the ghosts of Laurel’s past can’t be contained between the lines of a page forever. She must face up to them – before they consume her.

Im Grunde fasst der Klappentext die Handlung also recht gut zusammen. Laurel, die nach dem Tod ihrer Schwester ihre eigenen Identität sucht, verfasst Briefe an bereits verstorbene bekannte Persönlichkeiten, die jedoch eher wie ein Tagebuch gehalten sind. Zwar nimmt sie zu beginn zwar noch sehr häufig bezug zu den einzelnen Schicksalen der Adressaten, doch mit voranschreiten der Handlung erinnern die Briefe immer mehr an ein Tagebuch.

Nichtsdestotrotz ist dieser Briefstil ein für den Leser sehr angenehmer Stil. Einerseits werden Handlungen so nicht unnötig gestreckt, denn ein solches Brief-Tagebuch ist automatisch auf die Details beschränkt, die dem Verfasser wirklich wichtig sind, andererseits erfährt man so einiges über das emotionale Innenleben Laurels, ohne dass man wirklich alles über sie weiß, wie es bei einem normalen Tagebuch der Fall wäre. Denn ein nicht zu unterschätzender Teil der Spannung wird dadurch aufgebaut, dass man zu Beginn eben nicht weiß, was in jener Nacht von Mays Tod tatsächlich geschehen ist.

Der Schreibstil ist relativ simpel gehalten. Zwar tropft Laurels Jugend aus allen Seiten der Geschichte, jedoch wird nicht von exzessivem Slang Gebrauch gemacht, sodass es auch als Nicht-Muttersprachler ein Leichtes ist, den Konversationen zu folgen.

Von der Story her erinnert mich Love Letters to the Dead ein wenig an Looking for Alaska, denn beide haben dieses wilde Teenagerleben in Kombination mit Trauer zum Thema, allerdings sind mir die Charaktere von Love Letters to the Dead doch weitaus lieber, obgleich sie nicht völlig von Klischees verschont sind und besonders Laurel immer doch recht schwammig bleibt.

Denn Laurel ist so ein Fall für sich. In ihren Briefen wird deutlich, wie viel ihr ihre Schwester bedeutet hat und oftmals erzählt sie von ihrer gemeinsamen Kindheit und sehnt sich in diese zurück, was bei so einem Schicksalsschlag auch verständlich ist, allerdings führt es dazu, dass Laurel kein eigenes Leben zu besitzen scheint, was sie nach dem Tod ihrer Schwester tatsächlich auch nicht hat, aber davor muss es für sie doch auch ein paar Stunden in der Woche komplett ohne ihre Schwester gegeben haben. Dieser Umstand wird jedoch nur durch das Auftauchen einer einzigen ehemaligen Freundin verdeutlicht. Und das ist einfach zu wenig.

Zudem hat Laurel ein recht merkwürdiges Verhältnis zum Thema Sexualität. Zwar wird Dellaira nie zu detailliert und Laurel scheint bis zu ihrem letzten Brief Jungfrau zu bleiben, aber all das, was zwischen einem Kuss und dem ersten Mal liegt nimmt sie mit so einer Gleichgültigkeit hin, die einfach nicht zu ihrem Alter passt. Es wirkt so, als hätte sie all das schon so oft in ihrem Leben erlebt, dass es nur eine Nebensache ist. Und das ist es wohl kaum.

Und dennoch fiebert man irgendwie mit ihr mit, leidet ein wenig, wenn sie sich selbst im Weg steht, und hofft auf ein der Geschichte angemessenes Happy End, was heißen soll, dass dieses Happy End zwar glücklich, aber nicht zu übertrieben und kitschig ausfallen soll. Dies ist Dellaira auch ganz akzeptabel gelungen. Ich würde ihr zwar keinen Preis für das beste Ende, das je geschrieben wurde, überreichen, allerdings hat sie die vorherige Geschichte auch nicht mit Füßen getreten.

Abgesehen davon empfand ich diesen leicht rockigen, wilden Unterton, den diese Geschichte durch Details wie die Adressaten der Briefe oder die Art, wie sich Laurels Eltern kennengelernt haben, erhalten hat, als äußerst angenehm. Und letztendlich hat er wohl auch dafür gesorgt, dass die Geschichte nicht in eine zu kitschig-dramatische Richtung abrutscht.

Insgesamt hat mich Love Letters to the Dead also gut unterhalten, was besonders durch den Briefstil und den rockigen Unterton gelang. Allerdings weißt es auch die ein oder andere Schwachstelle auf, weswegen ich 3 1/3 von 5 Kreuzen vergebe.

† † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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