Das Lied von Eis und Feuer – Die Saat des goldenen Löwen

wpid-20141229_162106.jpgOriginaltitel: A Clash of Kings

Autor: George R.R. Martin

Verlag: blanvalet

Genre: Fantasy

Seitenzahl: 634  + Anhang

Erscheinungsjahr (Original): 1996

Wie gewohnt ist der Klappentext eher nichtssagend, weswegen ich an dieser Stelle einmal auf das Zitieren verzichte. Wer ihn sich dennoch zu Gemüte führen möchte, der kann dessen Inhalt aus den Rezensionen der vorherigen Bände entnehmen.

Beim vierten Band von Das Lied von Eis und Feuer merkt man zu Beginn das Problem, das die deutsche Übersetzung der Reihe mit sich bringt, sehr deutlich: Weil man eigentlich in der Mitte eines Buches anfängt, will die Handlung zunächst noch nicht so recht vorwärtskommen.

Inhaltlich steigen wir wieder in den Krieg ein, der auf Westeros tobt, doch entwickelt sich dieser innerhalb des Bandes dermaßen weiter, dass man bei all den Fronten und verfeindeten Parteien als Leser gelegentlich um den Überblick kämpfen darf.

Und obwohl Martin es schafft, gerade gegen Ende des Buches immer mehr Spannung aufzubauen, habe ich diesmal doch ein paar Kritikpünktchen gefunden.

Zunächst wäre da einmal Theon Graufreud. Einen Charakter wie Cersei nicht zu mögen, ist ja eine Sache, aber Theon stört mich nicht, weil ich ihn nicht leiden kann, sondern weil er mir schlichtweg zu – in Ermangelung eines besseren Wortes – kindisch-trotzig wirkt. Es ist ja durchaus verständlich, dass Martin bei der Fülle an Charakteren eine Person wie Theon erschaffen hat, aber es stört mich dennoch enorm, dass ein junger Erwachsener um solche Längen kindischer und alberner wirkt als der neunjährige Bran.

Des Weiteren finde ich es schade, dass Daenerys, Jon und Arya während der Schlacht um Königsmund so in Vergessenheit geraten. So vermeidet Martin zwar die Sichtwechsel, die einen womöglich aus dem Geschehen reißen könnten, sorgt aber dafür, dass man sich nach dem fesselnden Toben der Schlacht, wenn man wieder in deren Perspektiven blickt, erstmal den Faden verloren hat und ihn wiederfinden muss.

Was ich Martin aber zugutehalten kann, ist, dass er mich erfolgreich hinter’s Licht geführt hat mit einer falschen Botschaft. Und dabei bin ich den Botschaften dieser Reihe gegenüber für gewöhnlich ganz besonders skeptisch. Zudem bekommt man in diesem Band auch endlich erstmals eine Ahnung, woher die Reihe überhaupt ihren Namen bekommen hat.

Dem Ende merkt man wieder deutlich an, dass die Reihe damit noch nicht abgeschlossen ist, denn es ist nahezu so offen wie möglich, obgleich die letzten Absätze des letzten Kapitels sich schon anhören wie das Ende eines Buches. Allerdings weiß ich nicht so recht, was ich von der so hoffnungslosen Atmosphäre halten soll. Wie bereits erwähnt versinkt Westeros immer mehr im Chaos und mit dieser Endsituation kann ich mir momentan beim besten Willen nicht vorstellen, wie Martin noch so viele Bände füllen konnte.

Insgesamt stellt Die Saat des goldenen Löwen also eine lesenswerte Leistung da, obgleich ich nicht komplett aus dem Häuschen bin. Deswegen vergebe ich 4 von 5 Kreuzen.

† † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

Weitere Bände:

Die Herren von Winterfell

Das Erbe von Winterfell

Der Thron der Sieben Königreiche

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