Opus Band 1

Opus, Band 1-2Originaltitel: Opus

Mangaka: Satoshi Kon

Verlag: Carlsen Manga

Genre: Action, Fantasy

Seitenzahl: 194

Anzahl Bände: 2

Erscheinungsjahr (DE): 2015

Vermutlich wäre ich nicht einfach so auf Opus aufmerksam geworden, doch Chans Review auf dem Manga Mania Channel auf YouTube hat mich irgendwie neugierig gemacht, sodass ich mir den Manga mit folgendem Klappentext kaufte:

Der Mangazeichner Chikara Nagai steht kurz vor der Vollendung seiner Serie Resonance. Am Vorabend der Abgabe geschieht das Unglaubliche: Er wird hineingesogen in seine Story um die junge Polizistin Sakoto und deren Widersacher, den Sektenführer >>Maske<<, und ist plötzlich mit den Geschehnissen und Charakteren der von ihm kreierten Welt konfrontiert. Schuld daran ist der junge Rin, der sich mit dem ihm zugedachten Tod nicht abfinden, im gegenteil, sein Schicksal selbst bestimmen will und so aktiv in die Geschichte eingreift.

Ein absurdes und zugleich philosophisches Abenteuer zwischen Realität und Fiktion nimmt seinen Lauf.

Ein wiederentdecktes Manga-Meisterwerk in zwei Bänden des vor allem mit Filmen wie PERFECT BLUE, TOKYO GODFATHERS oder PAPRIKA glänzenden Anime-Regisseurs Satoshi Kon.

Dass es sich bei Kon um einen Regisseur handelte, merkt man direkt zu Beginn des Mangas, denn die Art und weise, wie der Leser in die Geschichte eingeführt wird, könnte auch den Beginn eines Films darstellen: Zunächst bekommt man eine Art Leseprobe von dem fiktiven Manga Resonance, deren Fortsetzung schließlich nur noch skizzenhaft einsehbar ist und schließlich landet man in der Ebene der Realität im Atelier des Mangaka Chikara Nagai.

So beginnt die Geschichte recht spannungsgeladen, denn sie steuert schnurstracks auf den Konflikt der Handlung zu, obgleich der Zeichenstil ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Schon bei den ersten Bildern, die noch zu Resonance gehören, wird deutlich, dass Kon einen sehr comichaften, actiongeladenen Stil pflegt als andere Mangaka, weswegen mich Opus mit ästhetischen Aspekten nicht begeistern konnte.

Und auch die vermeintliche Spannung durch die vielen Action-Szenen schaffte es nicht, mich den ganzen Manga hinüber zu fesseln, denn irgendwann wird das ewig Herumrennen und Herumschießen und Herumjagen und Herumgejagtwerden doch auch langweilig.

Was man Opus allerdings zugutehalten kann, ist sowohl die Grundidee der Vermischung von Realität und Fiktion als auch die philosophischen Rückschlüsse, die Kon als Konsequenz aus dem Sachverhalt der Vermischung zieht. Denn als Schöpfer seiner Figuren nimmt Chikara zwangsläufig eine gottähnliche Position ein, was den Manga auf philosophischer Ebene durchaus diskussionswert macht. Doch ist dieser Rückschluss am Anfang nur angedeutet, wird er später immer öfter von den Figuren betont und das in einem so offensiven Maße, dass man das Gefühl bekommt, man wollte auch den Leser mit der geringsten Hirnaktivität von der Tiefgründigkeit des Mangas überzeugen.

Insgesamt konnte der erste Band von Opus mich also leider weniger von sich überzeugen, da er für meinen Geschmack einfach zu viel gezogene Action enthielt und die Tiefgründigkeit der Geschichte gegen Ende so sehr in den Vordergrund gezogen wird, dass sie einen Nachgeschmack von platter Oberflächlichkeit hinterlässt. Daher gibt es 2 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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