Der Monstrumologe und der Fluch des Wendigo

wpid-20150214_184024.jpgOriginaltitel: The Monstrumologist – The Curse of the Wendigo

Autor: Rick Yancey

Verlag: Bastei Lübbe

Genre: Horror, Mystery

Seitenzahl: 397

Erscheinungsjahr (Original): 2010

Der ein oder andere, der diese Reihe des Die fünfte Welle-Autors Rick Yancey kennt, wird sich nun denken: Moment mal, ist das hier nicht der zweite Band? Und damit völlig richtig liegen. Doch da dieses Mängelexemplar mich auf einem Wühltisch so sehr anlächelte (und ich bei der späteren Wartezeit Lust hatte, das Buch schonmal anzufangen), habe ich die Reihe rund um den Monstrumologen eben mit dem zweiten Band begonnen. Der Klappentext sagt Folgendes:

Es ist alt.

Uralt sogar.

Und es kommt,

dich zu fressen …

Als Schüler von Dr. Pellinore Warthrop hat Will Henry sein Leben der Monstrumologie gewidmet: dem Studium von Monstern. Aber als Dr. Warthrop die Existenz des mythischen Wendigo beweisen will, gerät Wills Welt aus den Fugen. Will und der Doktor müssen die Einöden Kanadas durchqueren. Und dabei entdecken sie eine Wahrheit, die viel schrecklicher ist, als sie sich je hätten träumen lassen …

>>Perfekt für Leser, die ihre Alpträume in literarischem Gewand genießen möchten.<< Voya

Und wieder einmal haben wir einen Klappentext vor uns, der ein wenig irreführend ist. Denn in Wahrheit will Warthrop die Existenz mythischer Wesen wie des Wendigos und seiner Verwandten  gar nicht beweisen, sondern sie widerlegen. Dies ist jedoch nicht der Grund für seine Reise in die Wildnis. Nein, dorthin begibt er sich, um seinen alten Freund John Chanler zu retten, sollte er noch zu retten sein.

Doch kommen wir vom Klappentext zum Rest des Buches. Ich will ehrlich sein, ich habe dieses Buch allein aufgrund der Kombination aus Mängelexemplar-Preis und Covergestaltung gekauft. Betrachtet man allein schon das Cover, so erinnert es doch irgendwie an eine Poe’sche Stimmung, während der Vollmond mit ein wenig Fantasie an The Nightmare Before Christmas erinnert. Abgesehen davon ist der Titel so gestanzt, dass die Buchstaben sich leicht nach vorne abheben.

Die Buchstaben des Titels - deutlich fühlbar gestanzt

Die Buchstaben des Titels – deutlich fühlbar gestanzt

Und auch die Illustrationen im Buch von Jürgen Speh und mich teilweise an einen Holzschnitt erinnern, verleihen dem Buch einen ganz besonderen Charme. Hierbei wurde allerdings das richtige Maß an Menge der ganzseitigen Illustrationen gefunden.

Zur Geschichte selbst lässt sich sagen, dass sie auch ohne jegliche Vorkenntnisse weitestgehend verständlich ist. Zu Beginn wird man mit einer Rahmenhandlung konfrontiert, in die die eigentliche Geschichte eingebettet ist, wobei ich mir vorstellen kann, dass diese Rahmenhandlung in den beiden anderen Bänden eine größere Rolle einnimmt.

Die eigentliche Geschichte um Warthrop und Will Henry ist allerdings für mich sehr schwierig zu beurteilen. Auf jeden Fall nimmt sich im Laufe der Handlung Züge an, die ich bei dieser Länge nicht geahnt hätte. So spielt sich die Handlung an zwei Hauptschauplätzen ab, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dies hat mich, als spürbar wurde, dass die Handlung am ersten Hauptschauplatz bald vorbei sein würde, doch ein wenig irritiert, da sich somit auch der Charakter der Geschichte wandelt.

Denn zunächst habe ich mich noch völlig wie beim Lesen einer Sherlock Holmes Geschichte gefühlt, die sich dann allerdings zur wahren Monsterjagd gewandelt hat.

Zu den Charakteren lässt sich sagen, dass sie das Rad nicht neu erfinden, mir aber auch kein Charakter wirklich auf die Nerven ging. Allerdings fand ich die Darstellung Will Henrys, der gleichzeitig auch der Erzähler der Geschichte sein soll, doch übertrieben vertrottelt. Es ist ja völlig in Ordnung, wenn man einem unfreiwilligen Lehrling nicht das größte Fachwissen andichten will, aber so wie er sich einerseits erzählt und wie der Erzähler andererseits die Begebenheiten formuliert, wirkt es schlichtweg so, als handele es sich um zwei völlig verschiedene Personen.

Sprachlich ist das Ganze teilweise ein wenig holperig und irgendwie steif übersetzt worden. Ich vermag natürlich nicht zu beurteilen, wie der Stil des Originals ist, aber besonders zu Beginn wirkt der Stil doch extrem verkrampft und manchmal so, als könne man sich selbst nicht so genau vorstellen, was da überhaupt beschrieben wird. Zum Ende der Geschichte hin fiel mir dieser Umstand jedoch weniger auf, was entweder daran liegen mag, dass der Stil zum Ende hin besser wird oder man sich einfach daran gewöhnt.

Allerdings ist die Botschaft der Geschichte für mich doch ziemlich kryptisch. Das mag daran liegen, dass ich den ersten Band nicht kenne, doch für meinen Geschmack lässt das Ende viel zu viel Platz für Interpretationsspielraum. Handelt es sich nun um einen Wendigo? Oder doch bloß um einen Geisteskranken? Oder wurde diese Frage gezielt nicht eindeutig beantwortet? Und was genau soll die Frage nach dem, was man geopfert hat? Was hat das alles mit Warthrops Unfall – oder Selbstmordversuch – zu tun?

Und mit diesem Katalog an Fragen, die mich am Ende des Buches beschäftigten, beende ich auch diese Rezension. Alles in Allem lässt sich – ohne den ersten Band gelesen zu haben – sagen, dass Der Monstrumologe und der Fluch des Wendigo eine eher durchschnittliche Mystery-Horror Geschichte beherbergt, optisch aber wirklich faszinierend aussieht. Deswegen gebe ich 3 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

 

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