Übel Blatt Band 1

wpid-20150228_222515.jpgOriginaltitel: Yūberu Buratto

Mangaka: Etorouji Shiono

Verlag: Kazé

Genre: Fantasy, Action

Seitenzahl: 217

Anzahl Bände(DE): Bisher bis Band 2

Erscheinungsjahr(DE): 2014

Obwohl ich nach dem „nullten“ Band noch ein wenig skeptisch war, habe ich mich doch dazu entschieden, den ersten Band von Übel Blatt und damit den ersten richtigen Band der Reihe zu lesen und wurde dabei doch ein wenig überrascht. Der Klappentext besagt Folgendes:

Die Grenzstadt Rielde Velem – Ort der Hoffnung und Verzweiflung. Symbol der Unüberwindbarkeit durch ihre tausend steinernen Lanzen. Wer hierher kommt, hat nichts zu verlieren. Hinter ihm liegen Armut, Hunger und ein vom Krieg verwüstetes Land. Und vor ihm der Ort, an dem die Sieben Helden den Frieden sichern und die Menschen in Wohlstand leben. Die hohen Wegzölle der Kriegermönche, den Herren der Festung, machen es unmöglich, auf die andere Seite zu gelangen. Doch ein einzelner wagt nun den Durchbruch. In seiner Hand das Schwert der Vergeltung …

Direkt vorab sei gesagt, dass man den ersten Band von Übel Blatt auch problemlos lesen kann, wenn man Band 0 noch nicht gelesen hat, denn

auch so bietet der Manga zu Beginn einen einfachen Einstieg in diese Fantasy-Welt, der bei weitem harmloser ist als beim Band 0.

Natürlich ist man als Leser von Band 0 zu Beginn der Handlung bereits mit etwas Wissen gewappnet, kann sich so leichter in die politische Lage hineinversetzen und ahnt bereits, warum Keinzell darauf aus ist, die Mauer zu passieren. Doch der Hauptkonflikt der Handlung wird später mit der ein oder anderen Zusatzinformation nochmal wiederholt.

Bei diesem ersten Band ist mir allerdings eines deutlich klar geworden: Ich habe Übel Blatt nach dem vorherigen Band doch ziemlich falsch eingeschätzt. Denn es scheint so, als wolle Übel Blatt gar kein High Fantasy mit epischen Schlachten und weiten Landschaften sein, sondern ein dreckiger Dark Fantasy Manga. Und wenn ich dreckig sage, dann meine ich auch dreckig: Andauernd spritzt Blut, sodass man so manches Mal den Überblick verliert, wer denn nun gerade blutet oder ob gleich eine ganze Gruppe von Leuten getroffen wurde, und Sex ist auch wie im vorherigen Band alles andere als mit Liebe verbunden.

An Charakteren lernen die neuen Leser zunächst einmal den Protagonisten Keinzell kennen, der schnell eine Gruppe von Gefährten um sich scharrt. Um ehrlich zu sein, weiß ich noch nicht so ganz, was ich von den Charakteren halten soll. Natürlich verfügen sie alle ein Stück weit über den Hauch eines Klischees, allerdings wurden bei Keinzells Gefährten bereits tiefgründigere Hintergrundstorys angedeutet. Doch Keinzell selbst bereitet mir sorgen, denn besonders in den Kampfszenen ist oftmals doch zu stark und zu unbesiegbar. Umso glücklicher war ich in einem Teil des Plots, in dem auch andere ihre Kampffähigkeiten unter Beweis stellen konnten.

Generell wurde sehr viel Wert auf Action und Kämpfe gelegt. Dies ist wohl der Hauptgrund, warum ich mir so manches mal gewünscht habe, diesen Manga als Anime schauen zu können – schließlich bin ich kein allzu großer Freund von ewiglangen Kämpfen in Mangas. Andere Szenen sind dafür meiner Meinung nach ein wenig zu kurz gekommen. So begegnet Keinzell einem alten Bekannten, wodurch ein weiterer Teil der Hintergrundgeschichte bekannt wird, die zur jetzigen Situation geführt hat.

Vom Zeichenstil her ist es schwierig, diesen Band zu definieren, da er ein ziemlich großes Spektrum von grob und fast schon comic-ähnlich bis hin zu detailliert und verträumt aufweist. Und bis auf einen kleinen Formulierungsfehler (und absichtliche „Kauderwelsch“-Schreibweisen an einer Stelle, die aber wirklich passend sind) sind mir keine großartigen sprachlichen Schnitzer aufgefallen. Daher meinen Glückwunsch an das Lektorat.

Allerdings gibt es zum Thema Sprache noch einen letzten Kritikpunkt meinerseits. Denn ich habe ein Problem mit den Namen von Charakteren und Orten, was die Aussprache bzw. den Versuch dieser anbelangt. So gibt es zwar einige Namen, die man noch irgendwie in Laute umwandeln kann, bei anderen wirkt es allerdings tatsächlich ein wenig so, als hätte man einfach irgendwelche Silben oder Buchstaben aneinander gepuzzelt. Natürlich sind Namen in Fantasywelten meistens etwas schwieriger, aber man muss es ja auch nicht übertreiben.

Insgesamt ist der erste richtige Band von Übel Blatt also ein blutiger, actionlastiger und dreckiger Fantasy-Manga, der es allerdings durch kleine Häppchen an Hintergrundinformationen in Form von Flashbacks und Andeutungen doch auf den weiteren Verlauf der Geschichte gespannt machen konnte, sodass ich 3 1/2 von 5 Kreuzen vergebe.

† † †

Gezeichnet Seitenfetzer

Weitere Bände der Reihe:

Übel Blatt Band 0

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