Slam

wpid-20150119_144250.jpgOriginaltitel: Slam

Autor: Nick Horny

Verlag: Klett

Genre: Jugendbuch

Seitenzahl: 254 (+ Anhang)

Erscheinungsjahr (Erstausgabe): 2007

Obwohl Slam, von dem ein Auszug in meinem Englischbuch abgedruckt wurde, mich nicht so sehr reizte wie andere Bücher, kam es dennoch dazu, dass ich es gelesen habe, was wohl vor allem am Einfluss einer guten Freundin lag. Da ich aber aus dem Unterricht eben schon einen kleinen Teil des Buches kannte, wusste ich bereits mehr als der Klappentext verrät:

Klett English Editions

unabridged text with annotations

Sam is sixteen and Tony Hawk, the famous skateboarder, is his hero. When he meets Alicia everything seems perfect. Life seems to be ticking on nicely, when suddenly one moment changes their lives forever and presents him with new responsibilities he can’t run away from even though he tries to.

Vorab sei eines zu dieser Ausgabe im Speziellen gesagt: Das Lektorat war nicht unbedingt das sauberste. Zwar konnte ich keine zu groben Schnitzer feststellen, allerdings fehlte hin und wieder mal ein Anführungszeichen und auch falsche Buchstaben (b anstatt h) oder Satzzeichen (Punkt statt Komma) sind mir aufgefallen. Zudem wäre es bezüglich der Anmerkungen meiner Meinung nach sinnvoller gewesen, beim entsprechenden Wort im Text eine kurze Fußnote zu setzen, um während des Lesens entscheiden zu können, ob man noch eine Erklärung möchte oder nicht. So völlig ohne Kennzeichnung gestaltet sich das Lesen der Anmerkungen nämlich entweder so, dass man vor dem weiterlesen der Geschichte die entsprechenden Wörter im Text sucht oder sich am Ende der Seite fragt, wo genau welches Wörtchen denn nochmal stand. Wie auch immer man es macht, beide Varianten unterbrechen den Lesefluss nicht unerheblich.

Doch kommen wir zum Inhalt. Wie der Klappentext erwähnt, thematisiert die Geschichte die Verantwortung, der sich Sam stellen muss, allerdings ist diese Formulierungen doch ein wenig zu vage, um wirklich den Inhalt des Buches mitzuteilen. Auch wenn die Handlung zunächst einmal vor sich hin dümpelt, sollte man als Leser doch wissen, welche thematische Richtung das Buch einschlägt. Wer sich allerdings völlig unwissend in die Geschichte stürzen will, sollte diese Rezension nicht mehr weiterlesen. Denn das zentrale Thema des Buches ist eine Teenager-Schwangerschaft.

An sich ist das eigentlich ein ziemlich interessanter Ansatz für ein Jugendbuch, da sich doch die wenigsten Geschichten dieser Thematik mit der Seite des Vaters auseinandersetzen. Dies wird vor Allem durch die große Bedeutung des Skateboardens deutlich, wobei diese im Verlauf der Handlung immer weiter in den Hintergrund rückt.

Allerdings habe ich doch einige Kritikpunkte, was die Ausführung der Grund-Idee anbelangt. Sam als Hauptcharakter spiegelt zwar deutlich die Rolle eines Jugendlichen in dieser Situation wieder, allerdings wirkt er als solcher nicht zwingend glaubwürdig. Sein Leben scheint für einen Sechzehnjährigen einfach zu leer: Er verbringt irgendwie Zeit in der Schule, aber dort passiert scheinbar kaum etwas Besonderes, und den Rest des Tages scheint er nur zu skaten oder gelegentlich Zeit mit seinen „Freunden“, die ihm allerdings auch nicht besonders nahe stehen zu scheinen. Man bekommt einfach nicht das Gefühl, dass Sam vor dem Einsetzen der Handlung überhaupt existiert hat. Ebenso ist es mit Alicia, die scheinbar vor dem Fernseher lebt und auch keine wirklichen Freunde zu haben scheint.

Zudem ist ein weiterer Kritikpunkt der, dass Sam mehrmals während der Handlung im Traum die Zukunft besucht. Nicht nur, dass diese Zukunft, die er besucht, stets die später eintreffende Zukunft zeigt und nicht eine mögliche Entwicklung der Geschehnisse, nein, es macht die Geschichte eigentlich auch unnötig kompliziert und lenkt von der eigentlichen Thematik ab. Warum lässt er die Geschichte, die kurz vor Sams 16. Geburtstag beginnt, eigentlich vom bereits 18-jährigen Sam erzählen, wenn er für Vorausdeutungen so etwas wie prophetische Träume benutzt? Generell erschließt sich mir nicht, warum Hornby eine ältere Version Sams als Erzähler benutzt, da dies vielleicht zwei oder drei mal in der kompletten Handlung aufgegriffen wird, während das Hellsehen einen großen Teil der Handlung einnimmt.

Und letztendlich konnte auch das Ende kaum überzeugen. Natürlich kann eine derartige Handlung kein richtiges Ende finden, aber auch hier hat Hornby sich für eine teils komplizierte, teils aber auch sehr abgehackte Lösung entschieden: Urplötzlich wechselt der Stil von der Erzählung zu einer Art Interview und zu guter Letzt gibt es noch einen prophetischen Traum als Auflösung, der aber weitaus mehr Fragen aufwirft als er beantwortet und viele Dinge überhaupt nicht anspricht, die im Grunde auch noch einer Erwähnung bedürften. Abgesehen davon kann man sich als Leser bei diesem letzten prophetischen Traum trotz der Zuverlässigkeit der vorherigen nicht vollständig sicher sein, ob die Ereignisse sich denn nun wirklich so entwickeln, wie es dargestellt wird. Somit hat die Geschichte kaum etwas, das man als Ende bezeichnen könnte, sodass sich bei mir fast das Gefühl breit gemacht hat, dass Hornby die Geschichte einfach nur abhaken wollte.

An sich hat Slam also eine ganz nette Grundidee, die aber sowohl auf charakterlicher wie auch erzähltechnischer Ebene eher unbefriedigend umgesetzt wurde und den Leser am Ende mit wenigen Antworten möglichst schnell abwimmelt. Daher gibt es 2 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

 

Advertisements

2 Kommentare zu „Slam

  1. Huhu, tolle Rezi auch wenn das so überhaupt nicht mein Genere ist xD danke für den Kommi auf meinem Blog. Das mit den misteriösen Menschen bei den Must Haves ist mir noch gar nicht aufgefallen, hast aber recht O.o Sachen gibt’s^^

Meinung schreiben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s