Dark Hideout

wpid-20150102_004346.jpgOriginaltitel: Hideout

Mangaka: Masasumi Kakizaki

Verlag: Egmont Manga

Genre: Mystery, Horror, Thriller

Seitenzahl: 224

Erscheinungsjahr(DE): 2014

 Dark Hideout dürfte neben Übel Blatt einer der Newcomer der letzten Monate sein. Und auch mich faszinierte dieses düster-groteske Cover des in Folie eingepackten Mangas, was eine für die Finanzen nicht ganz ungefährliche Kombination ist. Der Klappentext besagt zudem noch Folgendes über diesen Einzelband:

Es sollte eine Auszeit von den ewigen Streitereien sein, welche die Beziehung des jungen Ehepas Miki und Seiichi belasten. Denn dass ihr kleiner Sohn auf tragische Weise ums Leben kam, kreidet Miki allein ihrem Mann an. Ein Urlaub auf einer verträumten Insell soll helfen, mit dem Schicksalsschlag abzuschließen … doch dann kommt alles anders!

Denn in dem scheinbaren Urlaubsparadies gibt es einen Ort, den man besser meiden sollte. Einen dunklen, die Seele verzehrenden Ort …

In Anbetracht dieses Klappentextes erwartet man zunächst einen Einstieg in eine heile Welt, die erst durch das tragische Unglück und dann durch den noch größeren Schrecken zerbrochen wird, doch dem ist nicht so. Schon zu Beginn der Geschichte wird klar, dass Miki und Seiichi längst nur noch auf dem Papier ein Ehepaar sind und die beiden auch höchstwahrscheinlich nicht im Verlauf der Geschichte wieder zueinander finden werden, was man anhand des Klappentextes noch meinen könnte.

Ziemlich schnell finden sich die beiden an dem modrigen Hauptschauplatz der Geschichte ein, an dem sich der auf dem Cover bereits angedeutete Zeichenstil völlig entfalten kann und so eine Atmosphäre der Verwesung und des Verfalls geschaffen wird, die auch vom Eigengeruch des Mangas unterstützt wird. Zumindest habe ich bei dem mir vorliegenden Exemplar das Gefühl, aber vielleicht befand es sich auch nur zu lange in der Folie.

Diese Atmosphäre kombiniert Kakizaki mit einer Hand voll wirklich durchgedrehter Charaktere. Nicht nur, dass das Ehepaar längst kein wirkliches Paar mehr ist, nein, die beiden haben umgangssprachlich gesagt wirklich „einen an der Waffel“. Und auch die anderen Charaktere, die im Laufe der Geschichte auftreten, sind für den Leser meist eher befremdlich, handele es sich nun um die „Monster“ im Hauptschauplatz oder auch um so manche Person in den Rückblenden, durch die die heile, aber doch sehr zerbrechliche Welt erst in die Geschichte einfließen kann.

Und diese Rückblenden braucht die Geschichte auch. Nicht, weil der eigentliche Plot so unheimlich ist, sondern wegen dieser dauerhaften modrig-grotesken Atmosphäre, die dauerhaft einfach zu übertrieben wirken würde.

Wofür man Dark Hideout loben muss, ist das gekonnte spielen mit Sympathie und Antipathie. Es lässt sich ganz klar sagen, dass so ziemlich keiner der beteiligten Charaktere nach „normalen“ Maßstäben handelt, dennoch gibt es eine gewisse Verteilung, was das Sympathieempfinden angeht: Während es schier unmöglich ist mit Mikki oder deren Vater zu sympathisieren, dürften sich bei den anderen Charakteren die Geister scheiden. Besonders die Entwicklung Seiichis dürfte einiges an Diskussionspotenzial bieten. Ist er durch seine Vergangenheit so geworden oder spielte der Handlungsort auch seine Rolle? Ist womöglich gar eine Art Wahnsinn vom Monster auf ihn übergesprungen?

Da ist die Entwicklung des kleineren Monsters schon weitaus deutlicher. Genauer gesagt die Entwicklung der Sympathie zu diesem, denn nach einem anfänglichen angewiderten Schock bei dessen Erscheinen, entwickelte ich zumindest sowas ähnliches wie Mitleid für dieses, wobei das auch an meiner Wenigkeit liegen kann.

Es lässt sich sagen, dass Dark Hideout vielleicht nicht die gruseligste Geschichte ist, der man im Leben begegnen kann, die groteske Atmosphäre aber eine derartige Tiefe aufweist, dass man es schon als etwas härter verdaulich werten kann. Zudem stellt Dark Hideout die Rolle der Familie auf abgedrehte Art und Weise infrage, sodass der Leser schließlich seine eigenen Ansichten betrachtend zurückgelassen wird.

Insgesamt betrachtet ist Dark Hideout also auf jeden Fall ein sehr ausdrucksstarker Manga, der zwar auf seine eigene Weise verstörend, aber dennoch oder gerade deswegen äußerst lesenswert ist und auch die richtige Länge für die Geschichte aufweist. Daher vergebe ich 5 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

 

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