Der kosmische Schrecken

149_0Originaltitel: Der kosmische Schrecken

Autor: H.P. Lovecraft

Herausgeber: Frank Festa

Verlag: Festa

Genre: Klassiker, Science-Fiction, Horror,  Mystery

Seitenzahl: 316 (inklusive Anmerkungen)

Erscheinungsjahr: 2005

Nachdem ich vor einiger Zeit mit dem Necronomicon bereits einen Band der gesammelten Werke Lovecrafts gelesen hatte, war es mir nun möglich, den ersten Band zu lesen. Der Klappentext besagt Folgendes:

Die Ratten im Gemäuer
Das Ding auf der Schwelle
Dagon
Der Flüsterer im Dunkeln
Der Außenseiter
Der Schatten über Inssmouth

Die besten Geschichten vom Altmeister des Horrors in neuer Übersetzung! Zustzälich enthalten sind Lovecrafts Notizen zu >Der Schatten über Inssmouth< und eine verworfene Fassung dieser unheimlichen Novelle.

Mit Die Ratten im Gemäuer nimmt der Band einen für allgemeinde Standards relativ guten, für Lovecraft’sche Verhältnisse aber bloß einen durchschnittlichen Anfang. Die Geschichte bietet durchaus Unterhaltungswert und weist eine nicht ungeschickte Verknüpfung diverser Motive auf, kann den Leser jedoch auch nicht völlig fesseln, wobei hierbei auch die Kürze der Geschichte (25 Seiten) eine Rolle spielt.

In Das Ding auf der Schwelle greift Lovecraft eine der instinktiven Ängste des Menschen auf. Die Kontrolle über den eigenen Körper zu verlieren und von einem fremden Willen versklavt zu werden – ob nun durch übernatürliche Kräfte wie in der Geschichte oder durch psychische Krankheiten – stellt wohl einen der größtmöglichen Verluste dar.

Die nächste Geschichte, Dagon, thematisiert einen Schiffsbrüchigen, der nach einer Phase der Ohnmacht auf einer unbekannten und unwirklichen Ebene aufwacht. Hierbei finden sich bereits erste Anspielungen auf ein Volk, das in Der Schatten über Innsmouth wieder aufgegriffen wird. Dennoch gehört Dagon wie auch Die Ratten im Gemäuer aufgrund der Kürze zu den atmosphärisch schwächeren Geschichten Lovecrafts.

Anschließend folgt eine der beiden längeren Geschichten des Bandes, nämlich Der Flüsterer im Dunkeln. Diese ist mein persönlicher Favorit der gebotenen Auswahl, da Lovecraft es versteht, die Spannung immer weiter zu erhören und kurz vor dem Ende dem Leser die Möglichkeit bietet, seine eigenen Theorien zu entwickeln, bis schlussendlich die Auflösung folgt.

Mit Der Außenseiter folgt widerrum eine sehr kurze Geschichte, doch diese sagt mir deutlich mehr zu als die oben genannten. Die Auflösung, die erklärt, was sich hinter dem rätselhaften Leben des Protagonisten verbirgt, ließ mich an das Musikvideo zu Me von ASP denken, wodurch der Gothic Touch, den die Geschichte in gewisser Weise vermittelt, noch stärker unterstrichen wird.

Anschließend folgt mit Der Schatten über Innsmouth die zweite längere Geschichte des Bandes, wobei auffällig ist, dass Lovecraft sich um eine wirkliche Verfolgungsjagd bemüht hat. Inwiefern die in den folgenden Anmerkungen zu Der Schatten über Innsmouth erwähnten rassistischen Charakterzüge Lovecrafts die Handlung, die durchaus Äußerungen in der Richtungen enthält, beeinflusst hat, muss wohl jeder Leser selbst beurteilen. Generell bietet Der Schatten über Innsmouth äußerst viel Diskussionsstoff, sowohl was die Einflüsse auf die laut seinen eigenen Aussagen schlechte Geschichte anbelangt als auch die womöglich mittransportierten Ideologien. Dieser Diskussionsstoff wird eben auch durch die ergänzenden Anmerkungen sowie die Verworfene Fassung von Der Schatten über Innsmouth geliefert.

Alles in Allem bietet Der kosmische Schrecken also eine recht ausgewogene Mischung aus Lovecrafts Werken, die mal mehr, mal weniger überzeugend sind. Von daher vergebe ich 4 von 5 Kreuzen.

† † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

Weitere Bände:

Necronomicon

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