Fear Street – Halloween

wpid-20141104_132926.jpgOriginaltitel: Halloween Party

Autor: R.L. Stine

Verlag: Loewe

Genre: Jugendbuch, Thriller

Seitenzahl: 155

Erscheinungsjahr (Original): 1990

Was macht man, wenn man zur Zeit rund um Halloween nicht daheim ist und der eigene Lesestoff bereits ausgegangen ist? Genau, man greift ins Regal und leiht sich ein Buch. So kam es, dass ich mir Halloween aus der Fear Street Reihe nahm. Der Klappentext des Buches besagt folgendes:

Mörderische Partygags

Eine Halloween-Party in der unheimlichen alten Fear-Street-Villa? Terry und seine Freundin Niki sind total begeistert! Merkwürdig bloß, dass Justine ausgerechnet sie beie eingeladen hat. Aber nicht nur die Gästeliste macht die zwei irgendwie misstrauisch. auch die Halloween-Überraschungen, die Justine ihnen präsentiert, sind ganz schön schauerlich. Denn plötzlich ist einer ihrer Besucher spurlos verschwunden …

Und somit wäre grob fast schon die komplette Handlung gespoilert. Ich will ehrlich sein, ich habe bislang noch nie ein Buch der Fear Street-Reihe in den Händen gehalten, und hätte ich mich im „richtigen“ Alter damit beschäftigt, wäre ich vielleicht auch begeisterter gewesen. Wobei, wenn man bedenkt, dass der Verlag die Reihe scheinbar ab 12 Jahren empfiehlt, frage ich mich doch, ob mein damaliges Ich wirklich Freude daran gefunden hätte. Aber das ist ein anderes Thema.

Was ich über die Fear Street-Reihe bislang wusste, war die Tatsache, dass es Teenie-Horror sein soll, der gruseliger ist als die Gänsehaut-Reihe, von der ich vor Ewigkeiten mal einen einzelnen Band gelesen habe. Doch kommen wir zum eigentlichen Buch.

In der Geschichte begleitet man Terry, der schon seit einem halben Jahr mit Niki, einem tauben Mädchen, das aber in der Lage ist, perfekt Lippen zu lesen, zusammen ist. Aus dem Grund – also dass er mit Niki zusammen ist, nicht weil diese taub ist – sind Terry und sein langjähriger Kindheitsfreund jetzt die allergrößten Erzfeinde. Und allein daran merkt man schon, dass man es eindeutig mit einem klischeebehafteten Teenie-Buch zu tun hat. Zwei Jungs, die die besten Freunde sind, und sich andauernd um das Mädchen kloppen, das wohl so perfekt sein muss, dass die beiden sich noch immer um sie kloppen, obwohl sie sich ganz augenscheinlich doch irgendwie noch beide Optionen offen halten will, auch wenn sie „schon“ ein halbes Jahr mit Terry und nicht mehr mit Alex zusammen ist. Juhu. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht mehr so in der Materie der Teenie-Schnulzen drin bin, aber ich habe das Gefühl, dass die deutschen Autoren es sogar noch schaffen, Beziehungsdramen irgendwie nachvollziehbarer zu gestalten, zumindest wenn ich da mal an Die Wilden Hühner denke. Aber vielleicht liegt es daran, dass hormongesteuerte Amerikaner doch anders ticken als hormongesteuerte Deutsche, und die Darstellung ist absolut realistisch, wer weiß?

Neben diesem hin und her zwischen Terry und Alex und Niki, die fast schon mehr ihren Ex in Schutz nimmt als ihren aktuellen Freund, gibt es dann auch noch irgendwelche Nebencharaktere, die in die Gruppen der Muskelprotze und der Schlappschwänze eingeteilt sind und während der Handlung munter herumexistieren oder auch sterben. Je nachdem, wie man es gerade braucht eben.

Und dann gibt es noch Justine, von der ich eigentlich erwartet hatte, dass sie irgendwas Übernatürliches ist, weil sie scheinbar jeden Kerl um ihren Finger wickeln kann, aber dafür gibt es letztendlich keine Erklärung. Sie kann’s einfach.

Was das „gruseln“ angeht, so versucht Stine, mit den üblichen abgewetzten Mitteln wie dem Wind, einem Friedhof und Unwetter den Leser zu schockieren. Vielleicht klappt das sogar bei der Zielgruppe. Auf mich wirkte es bloß ausgelutscht. Während der Handlung gibt es immer wieder kleinere Zwischenfälle, bei denen sich der Leser freut, dass jetzt endlich das vorher schon so groß angedeutete Morden losgeht, was sich jedoch in nahezu allen Fällen als Fehlalarm herausstellt, sodass man spätestens nach dem zweiten Zwischenfall eher gähnt als gespannt weiterliest.

Das Ende kann man zwar nicht eins zu eins so kommen sehen, dafür reichen die Hinweise der vorherigen Handlung nicht ganz aus, ist aber auch nicht zu überraschend. Allerdings hätte ich immer noch gerne eine Erklärung, warum Justine einfach so alles kann, was sie will. Die gibt es aber nicht. Schade auch.

Insgesamt ist Halloween also tatsächlich nichts anderes als ein mit Klischees vollgestopfter Teenie-Pseudo-Thriller. Wer noch sehr jung und unerfahren im Bezug auf das Genre ist, dem kann man es ruhig als eine Annäherung daran anbieten, der Rest der Welt verpasst allerdings auch nichts, wenn man das Buch in Ruhe lässt. Daher gibt es 1 1/2 Kreuze.

† † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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