Schmitz‘ Katze

978-3-596-17978-7Originaltitel: Schmitz‘ Katze – Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal

Autor: Ralf Schmitz

Verlag: Fischer

Genre: Humor, Sachbuch, Erfahrungsberichte, Ratgeber

Seitenzahl: 265

Erscheinungsjahr: 2008

Persönlich würde ich mich eher zur Fraktion der Nicht-Katzenbesitzer zählen, denn eine Hofkatze ist doch etwas völlig anderes als eine Hauskatze, allerdings werde ich wohl eines fernen Tages vielleicht mal selbst einen solchen Vierbeiner besitzen und so griff ich zu Schmitz‘ Katze. Ein Katzenbuch von einem Comedian als Ferienlektüre, da kann man ja eigentlich nicht so viel falsch machen, oder?  Der Klappentext verspricht zumindest Folgendes:

>>Das Beste, was zu diesem Thema geschrieben wurde, seit Tennessee Williams‘ >Die Katze auf dem heißen Blechdach<.<< [Otto Waalkes]

Manche Männer leben mit einer Frau zusammen – Ralf Schmitz mit einer Katze. Und das seit 23 Jahren! Doeses eheähnliche Verhältnis wirft natürlich fragen auf:

● Ist das Zusammenleben mit einer Katze wirklich so anders als mit einer Frau?

● Wer veralbert hier wen den ganzen Tag?

● Was macht die Katze würgend im Schrank?

● Wie eifersüchtig ist die Katze, und was hat sie ausgerechnet jetzt in Ralfs Bett zu suchen?

>Schmitz‘ Katze< ist witzig, verblüffend und vor allem – autobiographisch!

Und ganz wie der Klappentext es verspricht, beginnt das Buch relativ autobiografisch: mit Schmitz‘ ersten Begegnungen mit Katzen und dem Einzug seiner Katze Minka. Hierbei wird bereits deutlich, dass das Buch nicht nur aus Text besteht, sondern immer wieder mit Fotos von Katzen (und gelegentlich auch anderen Motiven) und kleinen Info-Texten zum Thema Katze auflockert.

So ist auch der generelle Stil des Buches. Man merkt deutlich, dass es sich beim Autor um einen Comedian handelt. Schmitz weiß durchaus, wie man den Leser zum Schmunzeln bringen kann, zumindest hat er dies bei mir geschafft.

Auf diese Weise wird der Leser also locker-flockig durch verschiedene Bereiche, die das Zusammenleben mit Katzen so mit sich bringen, geführt, wobei Schmitz Anekdoten über seine wie auch die Katzen von Freunden und Verwandten einfließen lässt, wodurch rasch ein Pool an bekannten, immer wieder auftauchenden Katzen geschaffen ist.

Dies wäre an sich ganz und gar nicht verkehrt, käme da nicht irgendwann der Moment, in dem man das Gefühl hat, dass sich Schmitz ein wenig wiederholt bzw. mit allen Mitteln versucht, das Buch zu strecken. Dieser Vorwurf möge mir verziehen sein, sollte dem nicht so sein, doch in einem autobiografischen Buch über Katzen stören mich erfundene Geschichten über Supercat im Kampf gegen Micky Mouse und Batman doch irgendwie. Klingt kurios, die Beschreibung? So ist diese Kurzgeschichte auch, deren wirscher Haufen an Popkultur-Charakteren mich stark an etwas erinnert, was in der Fanfiction-Szene wohl als CrackFic beschrieben würde. Und das gerade diese für mich persönlich wirklich langweilige Passage zudem die längste ohne nennenswerte optische Aufwertung ist, macht die Sache nicht gerade besser.

Und auch im unmittelbaren Anschluss folgen doch ein paar Abschnitte, die eher weniger spannend anmuten, wenn beispielsweise verschiede Verhaltensweisen beim Tierarzt von Katzen mit ewigen Running Gags gestreckt werden. Ich habe auch beim ersten Mal verstanden, dass der Fellhaufen ein Kaninchen und keine Katze ist – Wiederholung nicht mehr nötig.

Zudem sollte die womögliche Leserin sich darauf einstellen, dass so manches Klischee über Frauen im Generellen hervorgekramt wird, wobei dies ja doch ein gängiges Stilmittel im Bereich Comedy ist.

Alles in Allem ist Schmitz‘ Katze also eine nette Lektüre, die Katzenfans für eine Weile unterhalten kann, aber auch ihre Längen aufweist, und den Leser zwar zum Schmunzeln, aber nicht zum Totlachen bringt. Daher gibt es von mir 3 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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2 Kommentare zu „Schmitz‘ Katze

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