Metro 2033

Foto-0046Originaltitel: METPO 2033

Autor: Dmitry Glukhovsky

Verlag: Heyne

Genre: Science-Fiction

Seitenzahl:764 (+ Anhang)

Erscheinungsjahr(DE): 2008

Metro 2033 gehört zu den Büchern, um die ich eine ganze Weile herumgeschlichen bin. Erst musste man mich quasi schon zum Kauf zwingen und dann lag es zunächst einmal ewig auf meinem SuB. Doch nun habe ich mich an das für ein Paperback doch recht dicke Stück herangewagt. Der Klappentext besagt folgendes:

Der Millionen-Bestseller aus Russland

Es ist das Jahr 2033. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Auch Moskau ist eine Geisterstadt. Die Überlebenden haben sich in die Tiefen des Metro-Netzes zurückgezogen und dort eine neue Zivilisation errichtet. Eine Zivilisation, wie es sie noch nie zuvor gegeben hat.

Dies sind die Abenteuer des jungen Artjom, der von seiner Heimatstation aufbricht, um die Metro vor einer dunklen Bedrohung zu bewahren. Denn die letzten Menschen sind nicht allein dort unten…

>>Grandios! Die Moskauer Metro war schon immer ein sagenumwobener Ort. Dmitry Glukhovsky macht daraus ein großes phantastisches Epos!<< Sergej Lukianenko

Bei Artjom handelt es sich um einen jungen Mann, der die ersten Jahre seiner Kindheit noch an der Oberfläche verbracht hat und mit seiner Mutter in die Metro floh, jedoch kann er sich sowohl an die Zeit an der Oberfläche als auch an seine Mutter kaum erinnern, da diese bei einem Rattenangriff zu Tode kam. Seither lebt Artjom bei seinem Stiefvater, der ihn vor den Ratten gerettet hat, an der WDNCh, einer für ihre Teeproduktion bekannte Station. Artjoms Heimatstadion mag zwar nicht zu den reichsten zählen, doch im Vergleich zu anderen Stationen lässt sich dort ein recht angenehmes Leben führen, zumindest bis zu dem Tag, an dem „die Schwarzen“, menschenähnliche Wesen, deren Körper sich an die Lebensbedingungen der verstrahlten Oberfläche angepasst haben, in die Station vordringen.

Um Hilfe zu holen wird Artjom von einem Mann namens Hunter, den er zuvor nie gesehen hat, auf die weite Reise zum Herz der Metro, der Polis, geschickt. Doch auch wenn die Polis relativ zentral gelegen ist, so gibt es doch etliche Gefahren, denen Artjom sich stellen muss.

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich mit russischer Literatur schlichtweg nicht vertraut bin, allerdings hat die Idee, das Leben der Menschen komplett in die Metro zu verlegen und die darausfolgenden Konsequenzen zu bedenken, einen unverbrauchten und neuartigen Eindruck auf mich gemacht. Und das ist schonmal ein ganz großer Pluspunkt für das Buch.

Seinerzeit wurde Das Phantom der Oper dafür gelobt, dass es die gesellschaftlichen Schichten von Paris in ein einziges Gebäude gequetscht hat und dieses Lob kann man auch Metro 2033 aussprechen, denn Glukhovsky begnügt sich nicht damit, die Menschen in der Metro wohnen zu lassen, nein, er bezieht auch die verschiedenen politischen Strömung der Geschichte ein. So gibt es Das Vierte Reich und Die Rote Linie, deren Namen schon einiges über die politische Ordnung an diesen Orten aussagen, während in der Polis das Kasten-System der Hindus übernommen wurde. Zudem wird die Metro auch von Sektierern und Satanisten bevölkert; kurzum sind fast alle möglichen Arten von Menschen im Moskauer Untergrund anzutreffen.

All diese Vielfalt erlebt auch Artjom auf seiner Reise, wobei man deutlich merkt, wie ihn seine Begegnungen mit den mal mehr mal weniger stark ausgearbeiteten Nebencharakteren prägen. Zudem gefällt mir an Artjom, dass er, obwohl er der Protagonist ist, durchaus Schwächen zeigt. Ist er zunächst noch schnell zu verängstigen, wird er im Verlauf seines Abenteuers immer übermütiger, fühlt sich zuweilen benachteiligt oder ungerecht behandelt und versagt auch ab und an, was bei einem Protagonisten, den man so lange begleitet, äußerst wichtig ist.

Artjoms Reise ist ziemlich lang und so lässt es sich nicht vermeiden, dass hin und wieder auch mal Phasen auftreten, in denen sich die Geschichte etwas zäher zieht, wobei es sich im Vergleich zu Herr der Ringe doch noch in deutlich erträglicheren Grenzen hält. Dies ist wohl das Paradoxe an dem Buch: Einerseits habe ich die ersten 200 Seiten regelrecht verschlungen, andererseits hatte ich, als es schon scheinbar auf das Ende zuging, der Höhepunkt dann aber doch nicht erreicht war, einen richtigen Durchhänger.

Das letztendliche Ende selbst hat mir nicht ganz so sehr zugesagt. Denn obwohl es doch immer wieder mal leicht angedeutet wurde und dies schließlich vom Autor selbst auch betont wird, erschienen mir die Gefühle Artjoms doch ein wenig zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Wobei das sicherlich auch noch einiges an Diskussionspotential bietet und wer sich mit mir mal darüber unterhalten will, der darf sich gerne melden.

Insgesamt hat mir Metro 2033 also gefallen, auch wenn es hin und wieder seine Längen hatte. Sowohl die Idee an sich als auch die Umsetzung, bei der sich Geschichtsstunde, Philosophie und Action die Waage halten, haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, weswegen ich 5 von 5 Kreuzen vergebe.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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