Das Phantom der Oper

Das Cover mit Scan-Code der Bibliothek

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Originaltitel: Le Fantôme de l’Opéra

Autor: Gaston Leroux

Verlag: Hanser Verlag

Genre: Klassiker, Mystery, Romantik

Seitenzahl: 344 (inkl. Nachwort)

Erscheinungsjahr (Erstausgabe): 1909/1910

Das Phantom der Oper ist wohl eines der bekanntesten Musical weltweit und wenn ich mich recht entsinne auch das Musical, das über den längsten Zeitraum am Broadway gespielt wird. Doch wie sieht es mit der Buchvorlage aus? Die mir vorliegende Ausgabe verfügt zwar über keinen Klappentext, ist dafür von der Optik aber wirklich ansehnlich.

Im Phantom der Oper geht es um eine Liebesgeschichte, die überwiegend in einer französischen Oper spielt. Raoul, der Vicomte de Chagny, versucht die Gunst seiner Kindheitsfreundin Christine Daaé zu erlangen. Diese scheint ihm einerseits nicht abgeneigt zu sein, weist ihn andererseits jedoch ab. Nach und nach stellt sich heraus, welche Ursache Christines Verhalten hat und wie das berüchtigte Phantom der Oper es schafft, dieses riesige Gebäude absolut unter seiner Kontrolle zu haben, ohne mit physischer Präsenz arbeiten zu müssen.

Nun, was gibt es zu diesem Buch zu sagen? Ja, es handelt sich um eine Dreiecks-Beziehungsgeschichte, wie ich sie eigentlich verabscheue, da besonders die heutigen Romantasy- und Jugendbücher diese Situation oftmals nur so ausschlachten müssen, doch beim Phantom der Oper ist diese Konstallation noch erträglich. Und das liegt am Phantom selbst. Denn durch dessen Art zu leben handelt es sich nicht um eine Vampir-Mensch-Werwolfs-08/15-Situation, sondern um Beziehungen, die nicht sein wollen und doch sein müssen oder aber sein wollen, aber nicht sein können, so schwammig das auch klingen mag.

Selbstverständlich merkt man dem Buch deutlich an, dass es in Frankreich spielt und gerade zu Beginn waren mir die Namen, das Pariser Verhalten und die ganzen gesellschaftlichen Strukturen doch etwas sehr befremdlich, zumal ich mit Frankreich generell eher weniger anfangen kann. Dies legte sich jedoch im Laufe der Geschichte, als sich die Hauptpersonen klarer herauskristallisierten und die Nebencharaktere immer mehr in den Hintergrund rückten, aber dennoch ihren stimmigen Platz hatten.

Was am Phantom der Oper faszinierend ist, ist wohl die Tatsache, dass man die gesellschaftlichen Strukturen Paris‘ in ein einziges Gebäude gequetscht hat, in dem trotzdem noch Platz für das scheinbar Unbegreifliche ist.

Und auch das Phantom selbst sagte mir zu, wobei meine Sympathien mit diesem wohl meinen Sympathien mit Frankensteins Monster sehr ähnlich sind. Im Grunde ist das Phantom ein Genie, das durch seine Absonderung und Verachtung der Gesellschaft erst zum Genie wurde und nun grauenhaft, gleichzeitig aber auch ein bemitleidenswertes Geschöpf mit dem Verhalten eines Kindes ist. Ich mag solche Charaktere.

Über Christine und Raoul mag ich nicht zu viele Worte verlieren. Mal gefielen sie mir, mal war ich von ihnen genervt. Insgesamt sind sie wohl nicht die schlimmsten Charaktere, die ein Autor erschaffen hat.

Was der Geschichte jedoch ein paar Steine in den Weg gelegt hat, ist, dass sie zwar ein Weilchen braucht, um in Fahrt zu kommen, aber sobald dies geschehen ist, das Gefühl hinterlässt, dass plötzlich alles viel zu schnell voranschreitet. So spielen sich die wichtigsten Schlüsselereignisse wohl innerhalb einiger Stunden ab.

Und auch die Art, wie es zum Happy End kommt, lässt doch einen bitteren Beigeschmack bei mir zurück. Diese Erklärung, die am Ende gegeben wird, klingt doch ein wenig danach, dass der Autor sich nichts Kreativeres als diese Standard-Variante einfallen lassen wollte.

Wegen des mageren Endes und des plötzlich so schnellen Weges dort hin, kann ich dem Phantom der Oper trotz meiner Achtung des Phantoms nur 3 von 5 Kreuzen geben.

† † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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