Shades of Grey – Befreite Lust

Foto-1279Originaltitel: Fifty Shades Freed

Autor: E.L. James

Verlag: Goldmann

Genre: Erotik-Roman

Seitenzahl: 668

Erscheinungsjahr(DE): 2012

Ja, Seitenfetzer hat tatsächlich noch den letzten Band gelesen. Weiß Gott, von welchem Teufel Seitenfetzer da geritten wurde. Der Klappentext des letzten Bandes dieser unglaublich anspruchsvollen Reihe besagt jedenfalls folgendes:

>>Ein Einstieg in erotische Ekstase.<< Der Spiegel

Als die noch unerfahrene Studentin Ana Steele den attraktiven und faszinierenden Christian Grey kennenlernte, begann sie eine gefährliche Affäre mit ihm, die das Leben von beiden für immer verändert hat. Doch Ana ist von Christians dunklen Leidenschaften verunsichert und verlangt nach einer tieferen Beziehung und mehr Nähe. Zunächst scheint sich Christian tatsächlich auf Ana einzulassen, und die beiden genießen ihre Leidenschaft und die unendlichen Möglichkeiten ihrer Liebe. Aber Ana ist sich bewusst, dass es nicht einfach sein wird, mit Christian zusammenzuleben. Gerade in dem Moment, als ihre Liebe alle Hindernisse z überwinden scheint, werden Ana und Christian Opfer von Missgunst und Intrigen. Anas schlimmste Albträume werden wahr. Und sie muss sich endlich Christians Vergangenheit stellen …

Deutsche Erstveröffentlichung

Übersetzt von Andrea Brandl und Sonja Hauser

Warum muss der Klappentext nochmal durch eine unendlich lange, fast schon nach Werbung klingende Inhaltszusammenfassung der Vorgängerbände gestreckt werden?  Vielleicht, um den Stil der Reihe auf den Punkt zu bringen: viel Gerede um eher weniger Handlung. Denn was sagt der Klappentext uns? „Hallo, ich bin eine Tv-Soap im Buchformat! Und jetzt hol die Taschentücher!“

Aber ich will ja nicht so sein, schließlich habe ich mich ja doch dazu verleiten lassen, auch den letzten Band von Shades of Grey zu lesen.

Nun, was soll ich sagen? Die Handlung verlief so, wie es zu erwarten war. Der Cliffhanger aus dem Vorgängerband wird irgendwann zwischen Mitte und Ende vernünftig aufgegriffen und sämtliche Personen aus den Vorgängerbänden können irgendwo noch ihr Comeback feiern. Christian wird dargestellt wie eh und je und Ana verhält sich nach wie vor wie ein eingewechselter Klon der verunsicherten Studentin, um die es doch eigentlich gehen sollte.

Tatsächlich erkennt man sie bis auf gelegentliches Weinen nicht mehr wieder. Natürlich hätte das Buch in unserer ach so emanzipierten Gesellschaft mit einer unsicheren und leicht zu unterdrückenden Protagonistin nicht so gut beim Weibsvolk bei der Leserschaft verkaufen lassen, aber muss sie deswegen gleich die Monster-Löwin raushängen lassen? Das ist doch, als würde man von einem Tag zum anderen vom Goth zum Gangstaaaah-Rapper werden.

Aber davon mal abgesehen war das Buch sogar relativ erträglich. Vielleicht lag das daran, dass ich mit enorm niedrigen Erwartungen an die Geschichte heranging und eigentlich davon überzeugt war, eine negative Wertungsskala einzuführen, doch das ist wohl nicht nötig.

Ja, die Handlung dümpelt vor sich hin. Ja, man merkt ganz genau, an welchen Stellen sich James dachte „Komm, 80 Seiten schaffe ich noch!“. Zumindest hatte ich das Gefühl bei einer kleinen „Panne“, die gegen Ende der Geschiche, als eigentlich fast alles schon erledigt war, auftrat.

Und ja, man wird immer wieder das Gefühl nicht los, das James die Rezensionen zu ihrem Buch gelesen hat. Das ist im Grunde ja nichts Schlechtes, schließlich kann es für eine/n Autor/in nur von Vorteil sein, Rückmeldung der Fans zu bekommen. Aber das gilt auch nur solange, wie es sich nicht um Rezensionen zu einer aktuellen Reihe handelt, und wenn man diese doch lesen muss, dann sollte man sich doch gefälligst nicht zu auffällig davon beeinflussen lassen. Bei mir entstand der Eindruck, dass James sich gerade was die Sex-Szenen betrifft, extrem an Rezensionen gehalten hat – teilweise wurde übersprungen, teilweise wurde versucht, Abwechslung hineinzubringen (auch wenn die Wortwahl noch immer nicht das Gelbe vom Ei ist), aber vor allem eines war der Fall: Kuschel-Grey mutierte wieder zu Tiger-Grey. Zumindest im Bett, denn in der Beziehung scheint den Fans ja Kuschel-Grey dann doch lieber zu sein.

Was mir jedoch gefallen hat, waren die Zusatzkapitel nach dem Ende der Story, die unter dem Titel Shades of Christian abgedruckt wurden. Warum hat man das nicht in die Geschichte eingebunden? Warum hat man nicht hin und wieder kurze Flashbacks eingeschoben? Und nein, die Vorstellung vom kleinen Christian, der bei seiner toten Mutter sitzt, zählt nach mindestens 50 Wiederholungen nicht mehr als tiefsinniges Flashback. Da kann Anas Herz noch so sehr vor Tränen schwimmen.

Ansonsten muss noch erwähnt werden, dass die Geschichte wieder recht schnell gelesen werden konnte. Das ist wohl der Vorteil der Reihe. So dick die Bücher auch sind, man hängt nicht zu lange fest.

Wer die Vorgängerbände geliebt hat, wird vermutlich also auch den letzten Teil von Shades of Grey lieben, allein schon, weil der Name Christian fällt. Ansonsten sei allen gesagt, dass der letzte Teil zumindest ein Stückchen besser ist als der Zweite, die komplette Reihe aber definitiv kein Must-Read ist. Daher vergebe ich 1 1/2 Kreuze.

† † †

Gezeichnet Seitenfetzer

Die komplette Reihe “Shades of Grey“:

Band 1: Geheimes Verlangen      † † † † †

Band 2: Gefährliche Liebe           † † † †

Band 3: Befreite Lust                    † † †

Gesamtwertung: † † †

 

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