Liar Game Band 1

Foto-1219Originaltitel: Liar Game

Mangaka: Shinobu Kaitani

Verlag: Egmont Manga

Genre: Mystery, Thiller

Seitenzahl: 224

Anzahl Bände(DE): bisher 7

Erscheinungsjahr: 2013

Liar Game, in letzter Zeit sehe ich diesen Manga immer häufiger, habe ich das Gefühl. Doch handelt es sich hierbei um einen von tausenden „Wir müssen durch Gedankenkraft einen Weg finden oder ein Rätsel lösen und nur das Superhirn findet ein Erklärungen, auf die kein normaler Mensch je käme, weil sie einfach vielzu abstrus ist“-Manga?

Der Klappentext von der Verlagsseite, den ich hier zitiere, da mir der Manga leider nicht mehr vorliegt, besagt folgendes:

Liar Game lautet der Name eines spannenden Taktik- und Verwirrspiels, in dem es gilt, seine Gegner zu belügen und zu hintergehen. Hier tritt der Bestseller aus Japan in die großen Fußstapfen der Death Note-Reihe und bietet ebenbürtige Action, fesselnde Verbalschlachten und ausgeklügelte Strategiekriege, die ein ums andere Mal plötzlich eine ganz neue Perspektive ermöglichen! Die hoffnungslos naive Nao landet urplötzlich mitten in einem Sumpf aus Lügnern und Betrügern: dem Liar Game. Die Regeln sind einfach. Sie bekommt 100.000 Yen und einen Gegenspieler. Wenn sie das Geld nach 30 Tagen noch besitzt, ist alles gut. Wenn sie es sich abluchsen lässt, macht sie Schulden. Und wenn sie selbst vom Feind stehlen kann, darf sie es behalten. So einfach und doch so heimtückisch. In jedem folgenden Band werden den Spielern neue Spielvarianten vorgesetzt, neue Teilnehmer und neue Risiken werden definiert und das Lügen und Betrügen nimmt von Mal zu Mal neue, atemberaubende Dimensionen an.

Zum Inhalt lässt sich sagen, dass die naive Studentin Nao unfreiwillig in das Liar Game, einem Spiel, in dem es um das Lügen und Betrügen und eine Menge Geld geht, hineingerät. Dies klingt zunächst noch ziemlich harmlos, doch das Liar Game hat es in sich: Entweder, man gewinnt eine Menge Geld, das von Runde zu Runde mehr wird, oder man verliert und muss unmenschlich hohe Schulden zurückzahlen. In ihrer Verzweiflung wendet Nao sich an einen ehemaligen Betrüger, der ihr dabei helfen soll, das Liar Game zu überstehen.

Tatsächlich habe ich bei Liar Game die Befürchtung gehabt, dass es ähnlich ablaufen wird wie bei beispielsweise Spiral – Gefährliche Wahrheit.  Ich mag es einfach überhaupt nicht, wenn einer der Protagonisten Erklärungen oder Lösungen für Problem findet, die zwar keine Logikfehler beinhaltet, aber trotzdem dermaßen viel „Um-die-Ecke-Denken“ benötigen, dass man sich kaum vorstellen kann, dass ein Mensch zu solchen Leistungen in der Lage ist und es letztendlich alles nur gekünstelt wirkt.

Allerdings ist Liar Game da ganz anders. Zwar ist Shinichi Akiyama, der oben genannte Betrüger, ein wahrer Meister seines Handwerks und verdient den Stempel des Genies, allerdings wirkt seine Taktik – obwohl sie nicht zwingend die ist, die jeder andere anwenden würde – dennoch so, dass sie glaubhaft erscheint. Außerdem gefällt mir seine Art, mit der Psyche anderer zu arbeiten, weswegen er mir im Gegensatz zu vielen anderen solcher „Genies“ wirklich sympathisch ist.

Nao hingegen ist wirklich extremst naiv. Ob man bei ihrer Vergangenheit und ihrer Lebenssituation noch eine solche Naivität an den Tag legen kann, ist zwar fraglich, aber sie stört nicht, da sie dadurch zwar zu einem Opfer ihrer Mitmenschen wird, jedoch nicht zu einer süßlich-naiven kichernden Mary-Sue wird, sondern einfach ein „normaler“ Mensch bleibt.

Der Zeichenstil, der oftmals kritisiert wird, ist tatsächlich etwas roh, gerade was die Emotionen des ersten Gegners von Nao betrifft, jedoch kann man darüber hinwegsehen, sofern man Mangas aufgrund der Geschichte und nicht aufgrund liebevoller und detailreicher Zeichnungen liest. Da dies bei mir der Fall ist, stört mich der Zeichenstil nicht im geringsten, im Gegenteil, so bekomme ich zumindest kein schlechtes Gewissen, wenn ich mir den liebevoll verzierten Hintergrund jedes Bildes nicht minutenlang zu Gemüte führe.

Insgesamt ist Liar Game also ein fesselnder Manga, betrachtet man die Story und die Charaktere. Der Zeichenstil wirkt ein wenig grob, was eigentlich wohl ein Grund für Punktabzug bieten würde, aber ich habe seit langem (oder gar noch nie?) keinen vergleichbaren Manga auf dem Gebiet gelesen, weswegen sich der erste Band von Liar Game 5 von 5  Kreuzen verdient hat.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

P.S.: Am Ende bleibt nur noch eine Frage: Warum hat die örtliche Bücherei nur einen Band dieser wunderbaren Reihe? Wie kann man nur sowas Unmenschliches tun?

 

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