Vampire – Anleitung zur Unsterblichkeit

Das Cover mit Scan-Code der Bibliothek

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Originaltitel: How to be a vampire

Autor: Amy Gray

Verlag: arsEdition

Genre: Fantasy, Horror, Mystery, Sachbuch

Seitenzahl: 144

Erscheinungsjahr(DE): 2010

Es ist schon fast ein Jahr her, dass ich ein Sachbuch über Vampire gelesen habe und so kam es, dass mich dieses Buch mit folgendem Text in der Bibliothek anlächelte:

Entfliehe der Sterblichkeit

Umarme die Dunkelheit

Werde ein Vampir

Du stehst an der Schwelle zur Verwandlung – bereit, die dunkle Umarmung zu empfangen und deinen Platz unter den Geschöpfen der Nacht einzunehmen. Jetzt, da du dich dazu entschieden hast, in das Schattenreich einzutreten, erwartet dich eine neue Welt. Eine Welt voller übernatürlicher Kräfte, voller Verbündeter, voller Feinde und Herausforderungen.

In diesem Buch erfährst du alles über die Geheimnisse dieser Welt: Wie du einen geeigneten Meister findest und einen Clan gründest, wie du deine neuen Kräfte als Neugewandelte(r) zutage fördern und deinen Durst stillen kannst, wie du dich kleiden, deine Behausung ausstatten und dir als Untote(r) die Zeit vertreiben kannst.

Entdecke die Verlockungen, aber auch die Prüfungen und Herausforderungen, die es nur im Reich der Dunkelheit gibt …

Das Buch selbst ist in drei Bücher unterteilt, die die Namen Abschied vom Reich der Sterblichen, Dein Leben als Untote(r) und Vampirtheorie tragen.

 Abschied vom Reich der Sterblichen bietet die Informationen, die in keinem Vampir-Sachbuch fehlen dürfen. Die Abschnitte Vampirarten und Wege zur Verwandlung bringen zwar keine neuen Erkenntnisse über die Klassifizierungen von Vampiren, bieten dem Laien aber eine relativ gute Übersicht. Doch schon unter Gehst du mit einem Vampir? wird die Zielgruppe des Buches doch relativ deutlich. Dennoch ist das erste „Buch“ noch recht interessant, auch wenn die Informationen durchaus noch ausführlicher hätten sein können.

Dein Leben als Untote(r) hingegen erinnert an Lifestyle-Tipps aus einem Teenie-Magazin in abgedunkelter Form. Besonders das Thema Kleidung und Äußeres wird in den Abschnitten Der richtige Look, Der traditionelle Look: Zum Sterben schön, Ewige Schönheit liegt im Auge des Betrachters, Der dämonische Look: Vampire mit Klauen, Die futuristischen Kämpfer und Blick über den Sargrand hinaus mehr als ausführlich behandelt, sodass sich vom auffälligen Karnevalskostüm bis hin zum Japano-Vampir alles finden lässt. Eines muss man der Autorin ja lassen, was Kleidung anbelangt, war sie kreativ. Allerdings frage ich mich, ob man nach tausenden von Lebensjahren nicht irgendwann das Interesse an Mode, die ja ohnehin alle paar Jahre wechselt, verliert.

Aber nicht nur Kleidung wird in dem Kapitel behandelt sondern auch Zimmerdeko, Pflanzen, Tiere, Reiseziele und Musik, die den Unsterblichen gefallen sollten. Den Abschnitt über die Pflanzen fand ich durchaus interessant, werden diese im Bereich Lifestyle doch eher weniger behandelt, die anderen Punkte bieten allerdings wohl kaum Innovationen und insbesondere bei den Reisezielen hätte ich mir weitaus mehr Informationen zu den Orten gewünscht als ein bloßes „Dann und Dann hat da mal ein Vampir gelebt/hat es gespukt“. Zur Musik ist zur sagen, dass zumindest dunklere Klänge ausgewählt wurden. Zwar sind die Musikempfehlungen auch nur die bekannteren Vertreter der „düsteren Musik“ wie The Sisters of Mercy, Nine Inch Nails, Bauhaus, Rammstein oder My Chemical Romance, jedoch ist dies zumindest besser als die Charts nach halbwegs passenden Titeln abzusuchen. Dennoch sind die Bandbeschreibungen alles andere als zufriedenstellend (wenn sie denn vorhanden sind). Das beste Beispiel ist wohl folgendes:

My Chemical Romance  Pompöser Emo. Und coole Outfits.

Sowas wird wohl kaum Neugierde für die Musik wecken und den ein oder anderen Fan erschrecken.

Das dritte Buch, Vampirtheorie, beinhaltet überwiegend das Auftreten von Vampiren in den verschiedenen Medien wie Bücher, Comics und Mangas, Film- und Fernsehen und Games. Zudem werden auch die bekanntesten geschichtlichen Fälle von Vampirismus kurz erläutert, aber entweder man kennt diese oder man erhält nur eine kurze Zusammenfassung dieser.

Insgesamt lässt sich sagen, dass Vampire – Anleitung zur Unsterblichkeit wohl eher die Twilight-Fans als Menschen wie mich als Zielgruppe hat. Mögen viele Teenies in dem Buch gute Tipps um ihren Idolen näher zu sein finden, musste ich bei Hinweisen, wie man die Haut am besten zum Glitzern bringt oder wie einen Kontaktlinsen mehr zum Vampir machen, eher ungläubig den Kopf schütteln.

Generell legt das Buch viel mehr wert auf die Äußerlichkeiten eines Vampirs als auf die Geschichte des Mythos oder die speziellen Verhaltensweisen verschiedener Vampire, was für eine Anleitung zur Unsterblichkeit doch ein wenig mager ist.

Zudem stört es mich persönlich einfach extrem, dass Twilight oftmals als das Nonplusultra der Vampire genannt wird. Zumindest wird es so oft, wenn nicht sogar öfter erwähnt als Dracula, der doch letztendlich der unumstrittene Vampir sein sollte. Und leider sind auch die genannten Medien eher auf diese Zielgruppe abgerichtet, sofern ich das als Unwissende bezeichnen kann.

Außerdem nehmen die Illustrationen, die oftmals an stark bearbeitete Bilder von bekannten Künstlern wie Victoria Frances erinnern, sodass sich das Gefühl einstellt, man habe sie extra stark bearbeitet, um keine Copyright-Probleme zu bekommen, im Vergleich zu den Texten einen Enorm großen Teil ein. Als Bravo-Leser ist man an sowas vermutlich gewöhnt und freut sich, mich kann man jedoch nicht dazuzählen.

Vermutlich hätte das Buch meinem elf- oder zwölfjährigen Ich gefallen, vorausgesetzt, ich hätte Twilight gemocht. Heute jedoch ist Vampire – Anleitung zur Unsterblichkeit nicht mehr als ein kurzweiliger Zeitvertreib. Wer Spaß an Teenie-Zeitschriften und Twilight hat, sollte sich das Buch durchaus mal ansehen, der Rest der Menschheit kann beruhigt die Finger davon lassen ohne etwas Weltbewegendes zu verpassen. Daher gibt es 2 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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