Das andere Kind

Foto-1136Originaltitel: Mutation

Autor: Robin Cook

Verlag: Weltbild Taschenbuch

Genre: Thriller, Horror, Science-Fiction

Seitenzahl: 367

Erscheinungsjahr(Weltbild-Ausgabe): 2006

Im Grunde kaufte ich dieses Buch ganz spontan, was wohl vorrangig am Klappentext lag:

Das andere Kind

Victor junior kommt mit stechend blauen Augen zur Welt, kalt wie Eis. Sein Vater, der Gentechnologe Dr. Victor Frank, und seine Mutter Marsha können ihr Glück nicht fassen: ein zweiter gesunder Junge, zwar von einer Leihmutter geboren, aber ihr Kind. Doch der Schein trügt, Zweifel über Zweifel rütteln an der dünnen Fassade: Warum lehnt das Kind Gleichaltrige ab? Was treibt den Jungenständig in das Labor des Vaters? Warum mussten ihr erster Sohn David und dessen Kindermädchen auf qualvolle Weise sterben? Der Horror beginnt, als Marsha erfährt, dass ihr Mann an seinem ungeborenen Sohn Genmanipulationen hat vornehmen lassen. Das Kind wird zu einer Bestie, zu einer Gefahr für die ganze Menschheit …

Grauenvoll nah – bedrohlich spannend!

Ich muss zugeben, dass diese Rezension mir besonders schwer fällt. Ich habe das Buch in relativ kurzer Zeit gelesen und dennoch weiß ich nicht so recht, was ich dazu sagen soll.

Die Geschichte beginnt mit der Geburt des kleinen Victor junior, der der Kürze halber stets VJ genannt wird. Eine passende Bezeichnung, sind zwei Buchstaben als Rufname weitaus unpersönlicher und steriler als ein „normaler“ Name. Denn VJ ist kein normales Kind, wie der Klappentext bereits andeutet. Doch schon nach dem Prolog folgt mein erster Kritikpunkt. Der Prolog endet mit den Worten: „Keiner der beiden wußte, daß sie nur noch ein paar Jahre zu leben hatten.“ Dieses Ende des Prologes verfügt über das Potenzial, Spannung aufzubauen. Dieses Potenzial wird jedoch durch einen Zeitsprung ins erste Kapitel sofort zunichte gemacht. Dort wird ohne großes Herumreden der Tod der beiden genannten Personen geschildert. Die Spannung bleibt dabei auf der Strecke.

Der weitere Verlauf der Geschichte versucht nun schleichend, Spannung aufzubauen. Dabei muss über den Schreibstil Cooks angemerkt werden, dass man zwar deutlich merkt, dass man einen Mediziner vor sich hat, dieser aber nicht dermaßen mit Fachbegriffen um sich wirkt, als dass der Laie den Schilderungen nicht mehr folgen könnte. Ganz ohne Fachjargon kommt die Geschichte allerdings nicht aus, was aber die Atmosphäre durchaus positiv untermauert.

Generell hat mich das Buch sehr an Stephen Kings Friedhof der Kuscheltiere erinnert, da durchaus einige Parallelen auftreten. Leider ist Das andere Kind um einiges mehr vorhersehbar als Friedhof der Kuscheltiere, sodass der Leser im Grunde die ganze Zeit weiß, wer „der Böse“ ist und auch viele der Zusammenhänge recht früh erahnen kann, obwohl die Protagonisten, VJs Eltern, immer wieder andere Theorien einstreuen. Lediglich zum Schluss hin ist man wirklich gespannt, wie es denn nun weitergeht, da die Lösung des „Endproblems“ nicht ganz so durchschaubar ist.

Der Epilog gefiel mir ganz gut. Die Geschichte hat weder ein Happy noch ein Bad End, sondern ist eher eine Mischung aus beidem. Das Ende hält einige positive, aber auch etliche negative Aspekte für die Charaktere bereit und ist somit zufriedenstellender als das typische „Friede-Freude-Eierkuchen“-  oder das „So grausam ist das Leben“-Ende. Zwar macht Cook zu guter letzt noch eine Andeutung, wie die Handlung weitergehen kann, übertreibt dies aber nicht derartig, als dass eine Fortsetzung von Nöten wäre. Als Leser kann man sich seinen Teil denken und zufrieden damit sein, was wohl in dem Falle die beste Lösung ist.

Letztendlich muss ich sagen, dass mich Das andere Kind durchaus gut unterhalten hat und ich mich nicht durch das Buch hindurchquälen musste. Dennoch fielen mir derart viele negative Aspekte auf, dass ich leider nur 2 von 5 Kreuzen vergeben kann.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

P.S.: Im Deutschen ist Das andere Kind auch unter dem Titel Das Ungeheuer erschienen

 

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