Das Tagebuch des Julius Rodman und andere Erzählungen – Gesammelte Werke IV

Foto-1173Autor: Edgar Allan Poe

Verlag: insel taschenbuch

Genre: Klassiker, Science-Fiction, Horror, Krimi, Drama

Anzahl Bände: 4

Seitenzahl: 373 + Anhang

Erscheinungsjahr dieser Ausgabe: 2012

Mehr Informationen findet ihr bei Band 1 und Band 2 und Band 3.

Der Klappentext zum letzten Band der gesammelten Werke Poes hat folgenden Klappentext:

>> Das Tagebuch des Julius Rodman<<, >>Das unvergleichliche Abenteuer eines gewissen Hans Pfaall<<, >>Der Bericht des A. Gordon Pym<<, die drei phantastischen Geschichten des großen amerikanischen Erzählers Edgar Allan Poe

Der letzte Band der vier gesammelten Werke enthält überraschenderweise nur 3 Geschichten bei ähnlicher Länge. Daraus lässt sich schon erkennen, dass die Geschichten Poes deutlich länger sind (besonders im Vergleich zum ersten Band). Deswegen erlaube ich mir auch, zu jeder der drei Geschichten einzeln etwas zu sagen.

Das unvergleichliche Abenteuer eines gewissen Hans Pfaall

Diese Geschichte thematisiert den Flug zum Mond in einem Wetterballon. Dabei ist au heutiger Sicht äußerst interessant, was für Vorstellungen man sich damals von der Beschaffenheit der Atmosphäre und des Mondes noch machte. Sieht man von einigen etwas zu ausführlichen Schilderungen über bestimmte technische Vorrichtungen einmal ab, handelt es sich hierbei um ein durchaus nicht unspektakuläres Werk. Insbesondere die Logik am Ende brachte mich durchaus zum Schmunzeln. Wieso, sollte allerdings jeder selbst lesen.

Der Bericht des A. Gordon Pym

Dies ist die längste Erzählung im vierten Band der gesammelten Werke Poes und gleichzeitig wohl eines seiner Glanzstücke. Die Geschichte beginnt damit, dass der Protagonist als blinder Passagier an Bord eines Schiffes geht, jedoch muss er sich aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände zunächst für lange Zeit versteckt halten. Anschließend gerät das Schiff in Seenot, wird im letzten Moment gerettet und der Protagonist bricht zu einem weitaus größeren Abenteuer auf. Wie man sieht, ist diese Geschichte vielmehr eine Aneinanderkettung mehrerer Handlungen und wäre in heutiger Zeit wohl als eine Buchreihe und nicht als ein einzelnes Buch erschienen. Dennoch wird Der Bericht des A. Gordon Pym nicht langweilig, auch wenn sich hin und wieder Logikfehler eingeschlichen haben (wobei ich nicht sicher bin, ob zu Poes Zeiten bereits bekannt war, dass Eisbären ausschließlich am Nordpol und nicht auch am Südpol leben). Den größten Reiz der Geschichte macht wohl das Ende aus. Dies ist dermaßen offen gelassen, dass die Interpretation letztendlich komplett beim Leser liegt. Zudem ist deutlich, dass Lovecraft sich von dieser Geschichte inspirieren ließ, kommt doch auch hier der von ihm in einem ähnlichen Kontext verwendete Ausruf „Tekeli-li“ vor.

Das Tagebuch des Julius Rodman

Hierbei handelt es sich um eine Geschichte aus dem Wilden Westen, genauer um eine Flussfahrt durch verschiedene indianische Territorien, wobei nicht jeder Indianerstamm den Weißen freundlich gesinnt ist. Viel mehr passiert in dieser Erzählung allerdings auch nicht. Es gibt einige Umgebungsbeschreibungen und Beschreibungen von Tierarten, die einen gedanklich in die entsprechende Zeit zurückversetzt, allerdings hat man das Gefühl, dass die Haupthandlung eigentlich noch folgen sollte, da das Ende dermaßen abgebrochen ist, dass man das Gefühl hat, Poe hätte lediglich ein Kapitel, jedoch nicht die ganze Geschichte beendet. Weiß vielleicht jemand, woran das liegen könnte? Ich persönlich konnte keine Erklärung finden, vermute allerdings, dass das Magazin, in dem die Geschichte 1840 veröffentlicht wurde, schlichtweg kein Interesse an weiteren Kapitel hatte oder es sonstige Probleme mit der Geschichte gab.

Insgesamt lässt sich sagen, dass Poes Schreibstil im Vergleich zu den ersten Schreibereien deutlich leichter zu lesen ist, da er auch weitestgehend darauf verzichtet, ganze Passagen in Sprachen wie Französisch einfließen zu lassen, durch die man ohne betreffene Kenntnisse nicht in der Lage ist, der Handlung überhaupt folgen zu können. Und auch der generelle Stil scheint irgendwie moderner zu sein, wobei das auch daran liegen kann, dass ich erst kürzlich noch den ersten Band von Herr der Ringe gelesen habe.

So gibt es für den letzten Teil der gesammelten Werke wohlverdiente 4 von 5 Kreuzen, weil die letzte Geschichte einfach zu abgehackt wirkte.

† † † † 

Gezeichnet Seitenfetzer

Alle Bände der Gesammelten Werke:

Band 1: Der Teufel im Glockenturm und andere Erzählungen        † † † †

Band 2: Die Morde in der Rue Morgue und andere Erzählungen    † † † † †

Band 3: Streitgespräch mit einer Mumie und andere Erzählungen † † † † †

Gesamtwertung:

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