Einmal

Foto-1135Originaltitel: Once

Autor: Morris Gleitzman

Verlag: Carlsen

Genre: Jugendbuch

Seitenzahl: 188

Erscheinungsjahr(DE): 2009

Ich weiß gar nicht mehr, wie es kam, jedoch war dieses Buch aus irgendeinem Grund auf meinem Wunschzettel. Und dann fand ich es per Zufall auf einem Stapel von Kinderbüchern beim Flohmarkt der Schulbücherei und wusste noch, dass es auf meinem Wunschzettel steht. Also habe ich es mitgenommen. Dies ist der Klappentext:

Einmal lief ich, so schnell ich konnte, in Richtung Stadt, um Mama und Papa zu suchen und nichts konnte mich aufhalten. Bis zu dem Feuer.

Polen 1942. Fast vier Jahre lebt der 9-jährige Felix schon in dem Waisenhaus, in das seine Eltern ihn zu seiner Sicherheit gebracht haben. Und noch immer wartet er darauf, dass sie ihn endlich abholen. Stattdessen tauchen eines Tages Männer mit Armbinden auf, die Bücher verbrennen. Felix weiß sofort: Er muss seine Eltern finden und warnen. Denn die sind Buchhändler, jüdische Buchhändler. Doch erst als er unterwegs die kleine Zelda aufliest, deren Familie ermordet wurde, beginnt Felix zu verstehen, dass es nicht nur die Bücher sind, denen Gefahr droht.

Das Buch beginnt mit seinem Titel „Einmal“, welcher zu Beginn jedes Kapitels wiederholt wird.  Dies hat mich anfangs noch ins Stocken gebracht, mit der Zeit gewöhnt man sich jedoch daran.

Zu Beginn ist Felix noch ein sehr naiver Junge, der eine Möhre für das Zeichen seiner Eltern hält, dass sie ihn abholen. Wegen dieser Naivität war ich doch sehr skeptisch, da dies eine gewisse Distanz zwischen mir und ihm aufbaute. Im Nachhinein betrachtet ist diese Naivität aber ein wahrlich gutes Mittel.

Denn im Laufe der Geschichte wandelt sich Felix. Je mehr er mit der Realität, von der er bis dato noch nichts wusste, konfrontiert wird, desto reifer wird er.

Außerdem gefällt mir die Bedeutung von Büchern und Geschichten allgemein. Felix ist ein Junge, der Bücher liebt und selbst Geschichten verfasst. Sein Leben scheint sich nur um Bücher zu drehen, was kein Wunder ist, da sämtliche Erinnerungen an seine Eltern damit zusammenhängen.  So ist es auch verständlich, dass er als naiver, kleiner Junge die Handlungsweisen der Nazis erstmal nur als einen Hass auf Bücher deutet.

Generell wird sehr schön deutlich, wie Geschichten Felix als eine Therapie dienen. Durch diese versucht er sehr lange, für die so unbegreifliche Realität eine für ihn und auch anderer ertragbare Erklärung zu finden. Schließlich hat jedoch auch er keine Erklärungen mehr…

Besonders an dem Buch ist nicht nur die Kürze, die dafür sorgt, dass selbst Wenig-Leser mal einen Blick riskieren dürften, sondern auch die Kurzen Kapitel. Diese erstrecken sich über meist 10 Seiten und man hat sie so schnell weggelesen, dass man sich denkt: „Komm, noch ein Kapitel kann ja nicht schaden.“

Letztendlich sagte mir auch die Treue und der Zusammenhalt, den die Charaktere gerade gegen Ende beweisen, sehr zu. Denn was bleibt einem in einer Zeit, in der nichts als Verlust und Unwissenheit das Leben beherrscht?

Und auch das Ende selbst gefällt mir. Es passt, ist nicht zu auswegslos, aber dennoch ist ungewiss, wie es denn nun weitergeht. Genau das richtige Ende für die Geschichte.

Einmal las ich ein Buch, bei dem ich wegen der Naivität des Protagonisten zunächst skeptisch war, dann aber so positiv überrascht wurde, dass ich 5 von 5 Kreuzen gab. Dieses Buch kann ich wirklich jedem empfehlen, dem etwas mehr als 180 Seiten Lesestoff nicht zu viel ist.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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