Tote Mädchen lügen nicht

Das Cover mit Scan-Code der Bibliothek

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Originaltitel: Thirteen Reasons Why

Autor: Jay Asher

Verlag: cbt

Genre: Jugendbuch, Gesellschaftskritik

Seitenzahl: 282

Erscheinungsjahr(DE): 2009

Tote Mädchen lügen nicht, als ich diesen Titel zum ersten Mal hörte, hielt ich es für einen Krimi oder Thriller, doch je öfter ich über diesen Titel stolperte, und das tat ich doch des öfteren, desto mehr wollte ich dieses Buch, dass sich als etwas völlig anderes entpuppte, lesen. Hier zunächst einmal der Klappentext:

Man kann die Zukunft nicht stoppen. Man kann die Zeit nicht zurückspulen. Doch wer auf Play drückt, erfährt die Wahrheit.

Als Clay aus der Schule kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf >>Play<< und hört die Stimme von Hannah Baker.  Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat.

Mit Hannahs Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. 13 Gründe haben zu ihrem Selbstmord geführt, 13 Personen hatten ihren Anteil daran.

Und Clay ist einer davon …

Das Buch wird oder wurde ja ziemlich gehypt, was wohl mit ein Grund dafür ist, dass ich doch recht enttäuscht war. Doch wo fange ich an?

Der Schreibstil ist recht Jugendbuch-typisch, eine gute Satzlänge – nicht zu kurz und nicht zu lang – aber eben nichts außergewöhnliches. Und auch der Plot ist in seinen Grundzügen zunächst einmal nicht schlecht, was wohl auch den Hype erklären mag, jedoch gibt es einen Punkt, der mich so dermaßen gestört hat, dass der Rest einfach verblasste: die Charaktere.

Beginnen wir mit Hannah. Sie nimmt die Kassetten anstelle eines Abschiedsbriefes auf, um Rache zu üben. Natürlich will sie ihre Mitschüler vermutlich auch wachrütteln und dafür sorgen, dass ihre Geschichte zumindest nach ihrem Tod endlich aufgedeckt wird, doch an ihrer Art, wie sie die verschiedenen Hörer anspricht, merkt man deutlich, dass es vorrangig doch um Rache geht. Und das ist es, was mich an ihre stört. Ihre herablassende Art, getreu dem Motto: „Tja, du bist wohl für meinen Selbstmord verantwortlich. Pech gehabt. Ich hoffe, du hasst dich auf ewig selbst. Haha.“

Und auch Clay als Hauptcharakter wirkte nicht unbedingt glaubhaft. Zwar schwärmte er für Hannah und hatte kurz vor ihrem Selbstmord endlich Gelegenheit, ihr näher zu kommen, dennoch bleibt er relativ kühl und auch wenn im Verlauf der Geschichte durch äußere Handlungen dargestellt wird, wie fertig er ist, so wirkt es doch irgendwie nicht glaubhaft.

Aber auch die restlichen Charaktere wirkten überwiegend zweckmäßig ausgearbeitet, schien ihr Wesen doch nur danach ausgerichtet zu sein, der Protagonistin noch mehr Leid zuzufügen, was dafür sorgt, dass so gut wie jeder Kerl nur „das eine“ zu wollen scheint. Gut, womöglich ist es bei vielen in dem Alter so, aber dass sie dennoch dabei alle so gleich sind – Ist das nicht ein wenig zu simple gedacht?

Und auch das Wechseln zwischen Clays Perspektive und den Tonbandaufnahmen, obwohl diese kursiv gedruckt sind, fiel mir schwer, insbesondere dann, wenn von Clays Seite aus lediglich ein Satz eingeschoben wird. Ist man erstmal in der Geschichte drin, achtet man doch kaum noch auf die gedruckten Buchstaben und somit auf die Schriftart, oder?

Lediglich das Ende kann mir noch etwas positives abgewinnen, da es zumindest ein Stück weit Hoffnung vermittelt und versucht, dem Leser eine Lehre näherzubringen.

Insgesamt kann ich den Hype um Tote Mädchen lügen nicht also nicht nachvollziehen. Das Konzept ist ganz in Ordnung, das Ende vermittelt zumindest etwas aber die Charaktere wirken einfach viel zu sehr auf ihren Zweck reduziert, weswegen es nur 2 von 5 Kreuzen gibt.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

 

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6 Kommentare zu “Tote Mädchen lügen nicht

  1. So können Meinungen auseinander gehen. Ich bin ein großer Fan des Buches und liebe die Charaktere. Vor allem Clay hat es mir angetan, und ich finde, man merkt schon, dass ihm die Sache ziemlich nah geht. Mich konnte er überzeugen

  2. huhu, mir ging es genauso mit dem Buch..-.-
    Ich habe gesehen das du RSS hast. Und einen WP Account.. Endlich ! gibt ja irgendwie nicht so viele.. Vielleicht kannst du mir ja in einer ruhigen Minute beim RSS helfen? Ich versteh es einfach nicht. Button ist zwar auf dem Blog, aber die verlinkung wohin auch immer klappt nicht.. =((((((

    Ansonsten.. TOLLER BLOG!

    Alles liebe Alex von Bookeroo

  3. Grüß dich 🙂

    Ich mochte das Buch leider auch nicht. Es wurde sogar noch schlimmer, nachdem ich die Serie gesehen hatte. Ich bin von beidem kein Fan, aber das Buch erzählt doch recht einseitig und teilweise nicht nachvollziehbar. Deinem Fazit kann ich mich so anschließen.

    LG, Kit

    • Hey Kit,
      ich habe mir die Serie nichtmal mehr angesehen. Wenn man den kritischeren Stimmen bezüglich der Serie Glauben schenken darf, scheint sie die Probleme des Buches ja auch nicht auszubügeln.
      Aber gut zu wissen, dass es Gleichgesinnte gibt. ^^
      Danke für den Kommentar und liebe Grüße zurück!

      • Nein, das macht sie nicht wirklich. Die anderen Figuren bekommen mehr Raum zur Entfaltung, aber es bleibt trotzdem einiges im Argen. Und die Triggerwarnungen wurden zurecht bei drei der Folgen vorgeschaltet

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