Midgard

Foto-1112Originaltitel: Midgard

Autor: Wolfgang &Heike Hohlbein

Verlag: Ueberreuter

Genre: Fantasy, Märchen und Sagen

Seitenzahl: 325

Erscheinungsjahr: 2012

Lange wollte ich schon etwas von Wolfang Hohlbein lesen, sodass mich folgender Klappentext nun dazu bewegte:

Der Sturm tobt über Midgard und die Wölfe schleichen heulend um das einsame Haus. Staunend und ungläubig hört der Knabe Lif zu, als die alte Skalla die Legende vom Fimbulwinter erzählt, der das Ende der Menschheit einleiten soll.

Nicht die Götter, weder Asen noch Wanen, sind ausersehen, das Menschengeschlecht zu retten. Dem Knaben Lif ist es bestimmt, zu entscheiden, ob dem Fimbulwinter ein neuer Frühling folgen wird oder die ewige Nacht…

Die Geschichte beginnt im Alltag des jungen Lif, dessen Herkunft unbekannt ist und der sich schon immer ein wenig anders verhält als alle anderen. Er lebt auf einem Menschenhof, bis zu dem Tag, an dem er begreift, was mit ihm nicht stimmt.

Leider muss ich direkt mit einem kleinen Kritikpunkt anfangen, denn am Anfang fiel es mir doch schwer, in die Geschichte einzutauchen. Doch war diese Hürde erst einmal überwunden, zeigte das Buch schnell seine eindeutige Stärke.

Gemeinsam mit dem jungen Lif gerät man in die Welt der Götter und Legenden der nordischen Mythologie. Dabei werden die Orte und Namen jedoch nicht einfach in den Raum gestellt, sodass von jedem Leser erwartet werde würde, sich mit dieser Mythologie auszukennen, sondern man erfährt genau wie Lif, der keine Ahnung von den Sagen und Legenden hat, welche Rolle wer denn nun wie spielt, weswegen das Buch gerade für Unwissende auf dem Gebiet empfehlenswert ist.

Der Schreibstil ist eher simpel und unverschachtelt gehalten und auch die Beschreibungen von Gedanken und Gefühlen sind nicht zu detailliert. Leider war es mir fast schon ein wenig zu oberflächlich, sodass mir dieses „in eine andere Welt eingesaugt werden“, was mir persönlich an Fantasy-Büchern am meisten gefällt, ein wenig fehlte. Man hätte die Geschichte also ruhig etwas ausführlicher gestalten können, denn 100 Seiten mehr hätten ihr nicht geschadet. Das positive an dem kurzangebundenen Schreibstil sind jedoch die recht kurzen Kapitel, die dafür sorgen, dass man sich sagt, man könne noch ein Kapitel lesen, bevor das Frühstück fertig ist.

Meiner Meinung nach kommt durch den kurzgehaltenen Stil jedoch auch das Ende etwas zu kurz. Nicht, dass ich mir unglaublich viele epische Schlachtbeschreibungen gefehlt hätten, der Anteil derer sagte mir sogar sehr zu, jedoch ist der Moment, in dem sich Lif und Lifthrasil gegenüberstehen und sich das Schicksal, die Zukunft der Welt, für immer und unwiderruflich entscheidet, ein wenig zu knapp bemessen. Dieser Umstand ist wirklich schade, denn die Botschaft, die letztendlich vermittelt wird, sagt mir sehr zu, jedoch hätte man sie noch deutlicher zeigen können.

Dennoch ist Midgard alles in allem ein guter Führer durch die nordische Mythologie und ich lege das Buch allen wärmstens ans Herz, die sich zwar mit der Thematik etwas auseinandersetzen wollen, jedoch keine Lust auf Sachbücher haben. Da man jedoch noch so viel mehr aus der Geschichte um Lif und Lifthrasil hätte herausholen können, gibt es „nur“ 3 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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