Der Teufel im Glockenturm und andere Erzählungen – Gesammelte Werke I

Foto-1077Autor: Edgar Allan Poe

Verlag: insel taschenbuch

Genre: Klassiker, Science-Fiction, Horror, Krimi, Drama

Anzahl Bände: 4

Seitenzahl: 389 + Anhang

Erscheinungsjahr dieser Ausgabe: 2012

Edgar Allan Poe, ein Name, über den man früher oder später stolpert, wenn man auch nur den Hauch eines Interesses an der Vergangenheit, Literatur und Dunkelheit hat. Aber was hat er geschrieben? The Raven, zu Deutsch „Der Rabe“, dürfte wohl das Bekannteste seiner Werke sein, dürfte doch das Zitat “Quoth the raven: Nevermore.” aus eben jenem Gedicht doch dem ein oder anderen schon begegnet sein, doch was hat er ansonsten zu Papier gebracht?

Interessanterweise umfasst sein Werk unzählige Kurzgeschichten und Gedichte, jedoch kein Mammut-Projekt, wie beispielweise Bram Stoker Dracula aufzuweisen hat. Wer dennoch etwas von Poe lesen möchte, sich jedoch nicht jede Geschichte einzeln heraussuchen will, dem sind wohl seine gesammelten Werke ans Herz zu legen. Und so kam es, dass auch ich begann, ebenjene gesammelten Werke zu lesen. Der Klappentext des ersten Bandes von vieren, die in einem Schuber ihr heim haben, lautet folgendermaßen:

>>Der Teufel im Glockenturm<<, >>Der Untergang des Hauses Usher<< und dreißig weitere schaurig-spannende Geschichten des großen amerikanischen Erzählers Edgar Allan Poe

So schwierig es sein mag, die Meinung zu gewöhnlichen Anthologien zusammenzufassen, umso schwieriger erscheint es mir doch in diesem Falle. Es dürfte wohl klar sein, dass mir manche Geschichten mehr und manche weniger zusagten, weswegen ich mich nicht zwingend mit positiven und negativen Aspekten auseinandersetzen möchte, sondern lieber meinen Gesamteindruck schildere.

Man spürt doch durchaus einen Wandel in den Kurzgeschichten. Selbstverständlich ist dieser nicht kontinuierlich, doch tendenziell da. Gerade zu Beginn des Buches fühlten sich die Kurzgeschichten recht unpersönlich an. Ich denke da besonders an jene, in welcher der Protagonist in eine alte Stadt, wobei ich mir gerade nicht sicher bin, ob es wirklich Jerusalem war, zum Zeitpunkt Jesu Kreuzigung kommt und die Geschehnisse eher wie ein Journalist als ein Zeitreisender schildert. Später hingegen fiel es mir eindeutig leichter, mich mit den Protagonisten zu identifizieren.

Und auch hat man ein wenig das Gefühl, wenn auch nicht so stark, wie bei ersterem Wandel, dass die Geschichten doch ein wenig düsterer werden – zumindest entsprechen sie gegen Ende immer mehr meinem Geschmack.

Man sollte sich jedoch nicht irritieren lassen, wenn man das Gefühl hat, eine Kurzgeschichte doppelt zu lesen. In zwei Fällen sind nämlich je zwei Fassungen vorhanden, die sich in so mancher Passage zwar vollkommen gleichen, an anderen Stellen jedoch große Unterschiede aufweisen. Wie man das handhabt, ist jedem selbst  überlassen.

Doch obwohl es sich bei Poes gesammelten Werken um Kurzgeschichten handelt, sollte man das Wort „Kurzgeschichte“ nicht zu genau nehmen. Manche füllen durchaus über 20 Seiten und durch die eben nicht mehr aktuelle Sprache benötigt es doch einen gewissen Teil an Konzentration um Zeit.

Dennoch sollte man sich von Poes gesammelten Werken nicht abschrecken lassen, da sich in den Kurzgeschichten doch eine gewisse Vielfalt finden lässt. Da es aber unter Umständen noch Möglichkeiten zur Steigerung gibt, vergebe ich 4 von 5 Kreuzen.

† † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

P.S.: Folgende Geschichten sind in Band 1 enthalten:

  • Ein Traum
  • Der Folio-Klub
  • Metzengerstein
  • Der Duc de l’Omelette
  • Eine Geschichte aus Jerusalem
  • Ein schwerwiegender Verlust
  • Der verlorene Atem
  • Der fehlgeschlagene Handel
  • Bon-Bon
  • Vier Tiere in einem
  • Die Flaschenpost
  • Die Verabredung
  • Der Löwe des Tages
  • Schatten. Eine Parabel
  • Schweigen. Eine Fabel
  • Berenice
  • Morella
  • König Pest
  • Autographen
  • Mystifikation
  • Ligeia
  • Wie man einen >Blackwood<-Artikel schreib
  • Der Teufel im Glockenturm
  • Der Mann, von dem nichts übrigblieb
  • Der Untergang des Hauses Usher
  • Das Gespräch zwischen Eiros und Charmion
  • William Wilson
  • Warum der kleine Franzose die Hand in der Schlinge trägt
  • Instinkt contra Verstand. Eine schwarze Katze
  • Der Geschäftsmann
  • Cabs
  • Der Mann in der Menge
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