Dark Village – Das Böse vergisst nie

Foto-1075Originaltitel: 4 Venninner – Et hull i Sjelen

Autor: Kjetil Johnsen

Verlag: Coppenrath

Genre: Jugendbuch, „Krimi-Soap“

Seitenzahl: 269

Erscheinungsjahr(DE): 2013

Eigentlich wollte ich mir kein Buch kaufen, doch der Preis und die äußere Gestaltung haben mich verführt und auch der Klappentext versprach Gutes:

Ein Ort, in dem das Böse lauert.

Vier Freundinnen, so verschieden und doch unzertrennlich.

Bis eine von ihnen tot aufgefunden wird.

Nackt im See treibend.

In Plastikfolie eingewickelt.

Ermordet von jemandem, den sie kannte.

Dark Village

Die erfolgreiche Krimi-Soap aus Skandinavien über Liebe, Intrigen und Mord.

Normalerweise lasse ich die Optik von Büchern in Rezensionen ja aus, weil es für mich meist keine große Rolle spielt, jedoch zeigt sich Dark Village in einer besonders schönen Verpackung. Eine Krähe, der Titel in geschwungener Schrift, am Rande die kahlen Äste eines Baumes und eher spärlicher Umgang mit Farben; dazu noch schwarze Seiten – damit kann man mich ködern und es ist durchaus schön, ein hübsches Buch mehr im Regal zu haben.

Doch kommen wir zum Inhalt. Dark Village wird also als „Krimi-Soap“ angepriesen. Gleich im Prolog wird einem die Leiche präsentiert, was nach einem vielversprechenden Beginn klingt. Jedoch flaut dieser Blitzstart schnell ab. Man lernt die 4 Protagonisten kennen, die angeblich schon lange beste Freundinnen sein sollen, die dafür jedoch sehr wenig verbindet und deren Umgang miteinander nicht dem von 15-Jährigen Mädchen unter besten Freundinnen entspricht.  Zudem spielen auch ihre mehr als merkwürdige Lehrerin und der mysteriöse Nick, der von den gleichaltrigen zunächst mit  Samthandschuhen angefasst wird, weil er ein Pflegekind ist.  Ich weiß ja nicht, was für Verhältnisse dort oben in Norwegen herrschen, aber entweder die Norweger oder aber der Autor hat eine äußerst fragwürdige Auffassung zu bestimmten Themen.

Zunächst einmal die bereits angesprochene Thematik des Pflegekindes Nick. Vielleicht liegt es daran, dass das nächste Kinderheim nicht weit ist, aber ich habe nie erlebt, dass die Pflegekinder, die ich kenne, deswegen irgendwie anders behandelt wurden. Es war/ist halt so und das war’s. Außerdem sind die Protagonistinnen auch sehr schöne Vorbilder, wenn sie mit 15 oder „fünfzehneinhalb“ wie so oft betont wird, teils Kettenraucherin sind und sich andauernd die Birne wegsaufen. Ja, sowas kommt leider öfters vor, aber dass selbst die Vernünftige Nora, die bei allen anderen Aktionen ihre Bedenken äußert, es einfach so akzeptiert, hat mich ziemlich gestört.

Doch kommen wir zu dem, was mich am meisten gestört hat. Der Sex! Vielleicht wird der ein oder andere nun verwirrt sein – Sex in einem Jugendbuch, dass sich als „Krimi-Soap“ betitelt? Wie passt das denn? Nun, es wird kein Sex beschrieben, aber die Protagonisten denken oftmals an nichts anderes und scheinen so triebgesteuert zu sein, dass verliebt sein teilweise über das sexuelle Verlangen definiert wird und irgendwann beschreibt der Autor so oft verschiedene Brüste, dass das Gefühl aufkommt, in einer schlechten Fanfiktion zu sein. Und sowas wird im Norden ein Erfolg?

Die „Krimi-Soap“ spiegelt sich im ersten Band der Dark Village Reihe jedoch nur durch den Prolog und die Angabe, in wie vielen Tagen eines der Mädchen sterben wird. Diese Bezeichnung ist also vollkommen fehl am Platz, weswegen ich das Buch auch nicht in betreffender Kategorie einordnen werde.

Schlussendlich muss wohl gesagt werden, dass Dark Village wirklich nicht das ist, was man erwartet. Jedoch könnte ich mir vorstellen, dass es Leuten, die generell schon Soap-Fans sind, durchaus zusagen könnte und ich muss zugeben, dass auch ich die Reihe noch nicht ganz aufgegeben habe (und darauf hoffen will, dass die Fortsetzungen besser sind). Somit gibt es gerade noch so 2 von 5 Kreuzen. Mal schauen, ob ich mich eines Tages an den nächsten Band ranwagen werde.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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