Nichts was im Leben wichtig ist

Foto-0874Originaltitel: Intet

Autor: Janne Teller

Verlag: Deutscher Taschenbuchverlag

Genre: Roman, Jugendbuch

Seitenzahl: 140

Ersterscheinung(DE): 2010

Preis: 6,95€

Die Rezension fiel mir zugegebenermaßen schwer. Nichts was im Leben wichtig ist, ist durchaus ein Buch mit potential. Doch da gibt es dieses „Aber“. Lasst mich jedoch zunächst mit dem Klappentext beginnen:

>>Das wichtigste Buch des Jahres<< Financial Times Deutschland

>>Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun.<< Mit diesen Worten schockiert Pierre Anthon seine Mitschüler und verlässt den Unterricht. Was er damit in seiner Klasse auslöst, beginnt harmlos und entwickelt sich schnell zu einer Spirale aus Angst, Hass, Wut und Ohnmacht. Die Geschichte einer dramatischen Eskalation…

Janne Tellers Parabel >Nichts< gehört in eine Reihe mit den Klassikern >Die Welle< und >Herr der Fliegen<

>>Weit mehr als ein Jugendbuch. Es verhandelt nichts Geringeres als unser aller Sehnsucht nach Bedeutung.<< ZDF/aspekte

Die Geschichte beginnt relativ vielversprechend. Diese Aussage, dass nichts eine Bedeutung hat, wie sie die Schüler verändern kann, darauf ist man durchaus gespannt, kommt es doch auch nicht zu wenig zu derartigen Andeutungen.

Und auch der darauf folgende Kampf um die Bedeutung, den die Schüler in gewisser Weise austragen, ist durchaus unterhaltsam und könnte zum Nachdenken anregen.

Könnte, wohlgemerkt, denn die Umsetzung verhinderte dies leider bei mir. Das Buch, welches tatsächlich schon ein wenig älter ist, wurde erst vor 2 Jahren ins Deutsche übersetzt. Warum hat man die Sprache dann nicht halbwegs dem aktuellen Deutsch angepasst? Ich meine, dass ein „Ey Alda“ die Geschichte nur behindern würde, ist selbstverständlich, doch muss man deswegen gleich krampfhaft versuchen, eine Ausdrucksform zu nutzen, die mich an ein vielleicht neunjähriges Mädchen zu Zeiten Anne Franks erinnert?

Die doch relativ kindlich klingenden, altmodischen Formulierungen standen ziemlich im Konflikt mit den Charakteren an sich, wiesen diese doch durchaus (teilweise) pubertäre Verhaltensmuster auf (beispielweise die Rebellin mit den 6 blauen Zöpfen).

Dies führte schlichtweg dazu, dass ich mich mit den Charakteren nicht identifizieren konnte.

Außerdem waren mir die philosophischen Ansätze, die die Handlung hergeben könnte, nicht genügend ausgearbeitet. Mir persönlich wäre es lieber gewesen, wenn dem Leser mehr Fragen vor die Füße geklatscht worden wären, um seine eigenen Moralvorstellungen hinzu zu ziehen.

Und auch das Ende missfiel mir eher. Bei dem Verlauf der Handlung hätte ich mir einfach ein anderes, zufriedenstellenderes Ende gewünscht.

Insgesamt ist „Nichts was im Leben wichtig“ ist also ein Buch, dessen Grundidee durchaus interessant ist, es aber doch irgendwie an der Ausarbeitung hapert.

Dafür gibt es immerhin noch 3 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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