Die Welle

Das Cover – der Aufkleber mit dem Strichcode stammt aus der örtlichen Bibliothek

Das Cover – der Aufkleber mit dem Strichcode stammt aus der örtlichen Bibliothek

Originaltitel: The Wave

Autor: Morton Rhue

Verlag: Ravensburger

Genre: Jugendbuch, Gesellschaftskritik

Seitenzahl: 185 (inkl. Nachwort)

Erscheinungsjahr: 1984 (dt. Erstausgabe)

Preis: 5,95€

Wie soll ich eine Rezension zu diesem Buch anfangen? Ich denke, der Titel dürfte vielen, wenn auch eher durch den Film (bzw. die Filme) bekannt sein. Doch eigentlich ist „Die Welle“ ein Buch, das auf einer wahren Geschichte beruht. Der Klappentext lautet folgendermaßen:

Wie entsteht Faschismus?

Ein junger Lehrer entschließt sich zu einem ungewöhnlichem Experiment. Er möchte seinen Schülern beweisen, dass Anfälligkeit für faschistiodes Handeln und Denken immer und überall vorhanden ist. Doch die >>Bewegung<<, die er auslöst, droht ihn und sein Vorhaben zu überrollen: Das Experiment gerät außer Kontrolle.

Ein spannender Roman, der auf einer wahren Begebenheit an einer amerikanischen Highschool basiert und von seiner Aktualität nichts eingebüßt hat.

Zunächst einmal zur Optik des Buches, auf die ich ja eher selten eingehe. Oftmals finden sich auf den Seiten Bilder der Nazi-Zeit. Zunächst erinnern sie einen bloß daran, dass es irgendwie um das Thema gehen soll, bis man sie schließlich anfängt, mit der Welle zu verbinden. Und auch diese ist häufig abgebildet in Form des Logos, das manchmal ganze Seiten einnimmt, dann wieder nahezu unscheinbar vor dem nächsten Absatz steht.

Zudem sind besonders wichtige Sätze, mit denen man die Handlung wohl charakterisieren könnte, hervorgehoben.

Gleich zu Beginn der Geschichte wird das Experiment im Geschichtsunterricht begonnen und einerseits schleichend, andererseits aber doch auch für den Leser wahrnehmbar, nimmt die Bewegung ihren Lauf.

Um ehrlich zu sein, muss ich gestehen, dass dieses Buch etwas geschafft hat, was Bücher sonst selten schaffen: Es hat mich vom Schlafen abgehalten. Nicht nur, dass ich wie in einem Fieberwahn das Buch einfach zu Ende lesen musste, nein, auch danach hat es mich nicht losgelassen, sodass ich wie elektrisiert im Bett lag und die Handlung immer wieder in meinem Kopf abspulte.

Eine wahrlich fesselnde Wirkung, die ebenfalls dazu beiträgt, dass man das Buch so schnell verschlingt.

Zudem dürfte gerade für uns Deutsche die Thematik äußerst interessant sein, zumal das Thema aus nicht-deutscher Perspektive angegangen wird und somit keine chronisch-verkrampften Entschuldigungs- und Ermahnungsversuche der Handlung schaden.

Ein kleiner Haken an der Sache ist jedoch, dass mir die Handlung fast schon ein wenig zu kurz ist. Meinetwegen hätte man das ganze noch ein wenig mehr ausschmücken können, als der Gehorsam seinen Höhepunkt erreicht.

Doch wem die Geschichte nicht reicht, der kann in dem Nachwort (das mich persönlich seltenst interessieren) noch ein Interview mit dem Lehrer des realen Experiments nachlesen, was durchaus ein gelungener Abschluss ist.

Insgesamt ist „Die Welle“ von Morton Rhue also ein Buch, dass man gerade als Deutsche/r gelesen haben sollte (denn die „Länge“ wird gewiss niemanden umbringen) und hat sich somit 5 von 5 Kreuzen verdient.

† † † † †

 

Gezeichnet Seitenfetzer

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